In vielen Ländern beruhigt sich die Lage hinsichtlich der Covid-19-Pandemie. Die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gehört zum Teil der Vergangenheit an, die Touristik fährt schrittweise hoch. Kein Wunder also, dass es potenzielle Urlauber schon in den Fingern juckt, die diesjährige Reise zu planen. 

Dennoch halten sich viele von ihnen laut Kerstin Heinen, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV), noch zurück. Das mache die Buchungslage deutlich. Allerdings sei auch ein Trend in Richtung Normalität erkennbar. 

Last-minute-Angebote versprechen, auch in Zeiten der Corona-Krise ein Schnäppchen zu machen. Das klingt erst mal verlockend. Schließlich ist das Schmieden langfristiger Pläne noch immer schwierig. Doch was erwartet Touristen, die sich für Last-minute-Optionen entscheiden? Und was ändert sich durch die aktuelle Situation? Der reisereporter hat Antworten.

Last-minute-Reise: Was ist das eigentlich?

Der Begriff Last-minute-Angebot ist weder geschützt noch eindeutig definiert. Allerdings sind Reiseanbieter nur dazu berechtigt, den Zusatz zu verwenden, wenn der Trip nicht länger als 14 Tage vor Antritt buchbar ist. Dazu kommt ein günstiger Preis als Voraussetzung. „Alles andere ist nach Rechtsprechung Etikettenschwindel“, erklärt Gerrit Cegielka, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. 

Herkömmlicherweise plant die Touristik die Aktionen daher vor. Das gestaltet sich in Zeiten der Corona-Krise Heinen zufolge allerdings schwierig. „Die Vertreter der Branche bauen die Produkte derzeit neu auf“, sagt sie. „Deshalb ist nicht zwingend die Rede von Last-minute-Angeboten.“ Günstige Reise-Konditionen gebe es aber allemal. 

Auch bei Last-minute-Angeboten lohnt sich ein Preisvergleich

Allen, die ihren Urlaub kurz entschlossen planen, rät Cegielka zu einem Vergleich der Konditionen und der Preise. Denn der Markt steckt voller Angebote – ob in Reisebüros, im Internet oder an Last-minute-Schaltern am Flughafen. 

Doch Vorsicht: Nicht alles, was sich Schnäppchen nennt, ist tatsächlich ein Preishit. „Manche Angebote sind nur deshalb billiger, weil die Anbieter sie um bestimmte Leistungen wie Halbpension oder Transfer kürzen“, weiß der Reiserechtsexperte.

Wer sich unsicher ist, hat außerdem die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Laut Heinen entstehen hierbei keine zusätzlichen Kosten: „Die Veranstalter bieten Pauschalreisen auf allen Kanälen zum gleichen Preis an.“ Für Flüge gelte das jedoch nicht.

Wer Konditionen aufmerksam studiert, geht bei Reisen auf Nummer sicher

Grundsätzlich gilt: Angebote mit einer ausführlichen Beschreibung einzelner Reisekomponenten wirken nicht nur seriöser. Sie sind im Zweifelsfall auch die sicherere Variante.

Denn einige Veranstalter geben bei Last-minute-Angeboten nur Eckdaten, etwa den Zielort, die Kategorie der Unterkunft und die Art der Verpflegung an. Doch je mehr Einzelheiten bekannt sind, desto besser ist der potenzielle Urlauber in der Lage dazu, die Reise zu beurteilen. So sagt die Bezeichnung Vier-Sterne-Hotel beispielsweise nichts über die Lage und Größe der Zimmer aus.

Urlaub trotz Corona: Wichtig ist, Last-minute-Reisen zu durchdenken

Hinzu kommen Aspekte, die im Zuge der Covid-19-Pandemie an Bedeutung gewinnen. Cegielka zufolge ist ein Ländervergleich unabdingbar. Der Grund: Konditionen wie Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Verpflichtungen oder geschlossene Sehenswürdigkeiten. „Nur wenn die präzisen Bestimmungen klar sind und mögliche Enttäuschungen wegfallen, macht Last-minute Spaß“, sagt er. 

Kurzum: Die Bedingungen zu studieren ist stets sinnvoll. Wer sich daran hält und flexibel ist, hat DRV-Sprecherin Heinen nach keinen Grund zur Sorge: „Diejenigen, die in Bezug auf die aktuellen Umstände und das Urlaubsziel offen sind, finden sicher ein Schnäppchen nach ihrem Geschmack.“