Jede Menge Sehenswürdigkeiten und traumhafte Landschaften: Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub in Deutschland, neben Ostsee und Nordsee ist vor allem Bayern beliebt. Besonders gefragt sind hier die Regionen Allgäu, Garmisch-Partnenkirchen und das Bertesgadener Land, teilt der örtliche Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) mit. 

Dabei bieten die kleineren Regionen im Bundesland nicht nur mehr Bewegungsfreiheit. „Ganz Bayern bietet so viel Sehens- und Erlebenswertes, dass ich nur jedem raten kann, innerhalb des Bundeslands was Neues auszuprobieren“, sagt Dehoga-Sprecher Frank-Ulrich John. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigt die örtliche Tourismus-Gesellschaft. Der reisereporter verrät die besten Geheimtipps für den Bayern-Urlaub im Jahr 2020.

Nichts für schwache Nerven: Der Heuberg der Chiemgauer Alpen

Schwindelerregende Höhen, die weite Natur und eine sagenhafte Aussicht: Spektakuläre Freizeit- und Urlaubsfotos aus Gebirgen liegen im Trend. Kein Wunder also, dass der Herzogstand als meistbesuchter Berg in Bayern das Ziel vieler Touristen ist. Doch wer sich mehr Ruhe für den Ausflug wünscht, hat Alternativen. Dazu zählt zum Beispiel eine Reise in das oberbayerische Inntal. Denn dort erwartet Urlauber der viergipflige Heuberg der Chiemgauer Alpen.

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Eine weite Landschaft, hohe Gebirge und ein hellblauer Himmel: Der Ausblick, den der Heuberg bei Nussdorf am Inn bietet, spricht für sich.

Die Wege, die auf den Heuberg bei Nussdorf am Inn führen, sind mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet. So haben Reisende etwa die Möglichkeit, sich zwischen einer entspannten Zwei-Stunden-Tour, die über die Almen hinweg auf den 1.338 Meter hohen Grasgipfel zusteuert, und einer sportlichen Fünf-Stunden-Tour, die alle Gipfel des Berges miteinander verbindet, zu entscheiden.

Kulturliebhaber aufgepasst: Hier kommt das Rokoko in Ansbach

Die fränkische Stadt Ansbach zählt zur Metropolregion Nürnberg und wirkt verhältnismäßig unauffällig. Und doch gilt sie mit rund 40.000 Einwohnern als viertgrößte Stadt Mittelfrankens.

Dort treffen Reisende auf die Residenz und Orangerie der Markgrafen. So tauchen sie in die glanzvolle markgräfliche Vergangenheit ein – denn das Anwesen gibt es bereits seit 1400. Entsprechend pompös wirkt die Einrichtung: Neben einem französisch-barocken Stil und dem Glanz des Rokoko warten bedeutende Malereien und eine erstaunliche Keramik-Sammlung darauf, entdeckt zu werden.

Die Schlossanlage im fränkischen Ansbach ist regelmäßig die Kulisse vieler Veranstaltungen.

Eine weitere Besonderheit: Bereits seit dem 17. Jahrhundert bepflanzen die Betreiber die Anlage mit den gleichen Pflanzen. So haben Naturliebhaber und Hobbygärtner die Möglichkeit, südländische Kübelpflanzen wie Zitronen-, Pomeranzen-, Oliven- und Pistazienbäume zu bestaunen. 

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Fernab vom berühmten Königssee: Der Hintersee bei Ramsau

Smaragdgrünes Wasser, geheimnisvolle Wälder und sagenhafte Felsen: Der Hintersee bei Ramsau gilt als kleiner Bruder des berühmten Königssees. Er entspricht dem Idealbild eines romantischen, von steilen Gipfeln umrandeten Gewässers, ist bei Touristen aber weniger bekannt.

Bei Künstlern hingegen erfreut sich der See großer Beliebtheit. Das gilt zum Beispiel für namhafte Landschaftsmaler wie Carl Rottmann, Ferdinand Waldmüller und Wilhelm Busch.

Wow: Der Hintersee ist weniger bekannt als sein großer Bruder, der Königssee, und bietet Urlaubern eine Aussicht, die es in sich hat.

Heute haben Urlauber hier die Möglichkeit, die alten Bilder bei einer Wanderung am Ufer und durch den Zauberwald zu bewundern. Außerdem gibt es Boote, um den See zu überqueren. Und wer dann immer noch abenteuerlustig ist, macht einfach einen Ausflug zur Hirschfütterung im angrenzenden Nationalpark.

Ein Tipp für Romantiker: den Sonnenaufgang vom langen Aufstieg des Hintersees beobachten. Denn spiegeln sich Hochkalter, Blaueiskar und Blaueisgletscher im Gewässer, ergibt das ein nahezu märchenhaftes Bild.

Versteckt und deshalb unberührt: Der Frillensee in Chiemgau

Wer denkt, die schönsten Orte im Bundesland schon entdeckt zu haben, staunt beim Anblick des Frillensees in der Kulturlandschaft Chiemgau in Südost-Oberbayern. An ihm kommt kaum einer zufällig vorbei: Das Gewässer liegt am Ende eines Sacktals bei Inzell und ist nur zu Fuß von Adlgass aus erreichbar. Das dauert etwa 20 Minuten.

Der Frillensee ist ein Naturspektakel in Bayern, das trotz seiner Schönheit noch verhältnismäßig unentdeckt ist.

Besonders groß ist der Frillensee mit 340 Metern Länge und 130 Metern Breite zwar nicht. Doch er weist ein Merkmal auf, das ihn zu etwas ganz Besonderem macht: Das Gewässer friert nicht wie üblich vom Rand, sondern von der Mitte aus. Ein Spektakel, das im Winter zum Eislaufen einlädt. Im Sommer wiederum lockt der fünf Kilometer lange Bergwald-Erlebnispfad mit Info- und Spielstationen – ideal, um auch die gemütlicheren Urlauber zum Wandern zu bewegen.

Für alle, die mehr Action brauchen, hält die Umgebung ein weiteres Ass im Ärmel bereit: einen Ausflug zur Stroisseralm. Dort erwartet Reisende ein spektakulärer Blick auf Chiemgau und Rupertiwinkel.

Hier schlagen Romantiker-Herzen höher: Nördlingen in Donau-Ries

Ruhige Ecken, verträumte Gassen und historische Bauwerke: Wenn eine Region die Lust auf einen Städteurlaub hebt, ist es Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Hier finden Kulturliebhaber die einzige komplett erhaltene Stadtmauer Deutschlands. Auf 2,7 Kilometern umschließt der Schutzwall die schöne Altstadt und lädt zu deren Umrundung ein. Außerdem bietet der frei zugängliche Wehrgang eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Schon vom Weiten sehen alle, die in Richtung Nördlingen fahren, den Daniel, einen riesigen Kirchturm, der als Wahrzeichen der Stadt gilt.

Einen ebenso beeindruckenden Ausblick genießen Urlauber vom Daniel, dem 90 Meter hohen Kirchturm von Sankt Georg, aus. Und: Das Wahrzeichen der Stadt bietet ihnen die Möglichkeit, das Nördlinger Ries zu erkennen, das durch einen Meteoriteneinschlag vor Millionen vor Jahren entstanden ist.

Doch auch für alle, die nicht schwindelfrei sind, hält der Ort ein aufregendes Programm bereit. So schlendern Romantiker beispielsweise ganz entspannt durch die geheimnisvollen Gassen der Altstadt.

Bayerns Touristik litt schwer unter der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie hat Bayerns Touristik hart getroffen. Schuld war nicht zuletzt die vergleichsweise späte Wiederöffnung des Bundeslands. Denn die Ferienwohnungen, -häuser und Hotels öffneten zwar offiziell am 30. Mai – doch zunächst nur für bayerische Gäste. „Zu diesem Zeitpunkt bestanden die Reisepläne vieler potenzieller Urlauber schon“, erklärt Dehoga-Sprecher John bezüglich der Sommerbuchungen.

Auch für den herbst gibt es noch jede Menge Auswahl – so seien fü Oktober noch rund 65 Prozent der Ferienwohnungen sowie Ferienhäuser im Bayerischen Wald verfügbar.