Das Coronavirus grassiert nun seit einer ganzen Weile auf der Welt. Da die erste Welle überstanden scheint, hat die EU den Einreisestopp gelockert, und viele Länder haben ihre Grenzen für Touristen aus dem Ausland geöffnet – teilweise mit Einschränkungen und Corona-Regeln

Auch arabische Länder wie Ägypten, Dubai oder die Türkei heißen Urlauber willkommen, und Reisen in die Karibik sind wieder möglich – trotz Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Doch wer sich für eine Reise in ein Risikogebiet entscheidet, muss vor und nach dem Urlaub Einiges beachten.

Dieser Artikel enthält Informationen vor der Entscheidung der Corona-Testpflicht für Rückkehrer (Stand:22. Juli). Die aktuelle Lage rund um die ab dem 8. August geltenede Testflicht, kannst du in unserer Übersicht nachlesen.

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Dies gilt vor dem Reisestart in Länder außerhalb Europas zu beachten

Vor der Abreise sollten sich Urlauber auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) darüber informieren, ob das Urlaubsland als Corona-Risikogebiet eingestuft worden ist. Derzeit stehen zum Beispiel Länder wie Ägypten, die Türkei und Amerika auf der Liste.

Das RKI nennt drei Faktoren, durch die ein Land als Risikogebiet eingestuft wird: Es gibt über 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, es gibt keine oder nur unzureichende Corona-Maßnahmen vor Ort und die Datenlage für das Land ist unzuverlässig.

Als Risikogebiet können auch nur Teile eines Landes gelten, deshalb solltest du dich schon vor der Abreise genauestens über die Anforderungen zu Ein- und Ausreise informieren. Denn es gibt einen entscheidenden Nachteil bei diesen Drittstaaten und Fernreisezielen: Urlauber, die aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland kommen, müssen sich derzeit beim zuständigen Gesundheitsamt melden und in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

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Türkei, Ägypten, Karibik – Rückkehrer müssen nach Urlaub in Quarantäne

Konkret bedeutet das: Nach dem Urlaub in diesen Risikogebieten dürfen die Rückkehrer zwei Wochen lang nicht das Haus verlassen, weder zum Einkaufen noch zum Essengehen oder Arbeiten. In dieser Zeit haben sie auch keinen Anspruch auf eine Fortzahlung des Gehalts.

Eltern sollten die Quarantänezeit schon vor der Urlaubsplanung mit einberechnen, damit das Kind rechtzeitig zum Schulbeginn die Selbstisolation beenden kann. Kommt es nicht rechtzeitig in die Schule, liegt eine Verletzung der Schulpflicht vor.

Mit welchen Maßnahmen Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten genau rechnen müssen, ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Quarantäne-Regeln verletzt: Bis zu 3.000 Euro Strafe für Reisende

„Es gibt eine Musterverordnung mit den Quarantäneregeln, die den Ländern zur Verfügung steht, an die sie sich aber nicht halten müssen. Berlin zum Beispiel hat sie eins zu eins übernommen. Reisende sollten sich also vorab informieren, welche Verordnungen in ihrem Bundesland gelten“, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Gesundheit gegenüber dem reisereporter.

Wer sich nicht an die Regeln der Quarantäne hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 3.000 Euro rechnen.

Gesundheitsminister: Reiserückkehrer sollen Corona-Tests machen

Doch die aktuellen Richtlinien könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Denn die Gesundheitsminister der Bundesländer planen für Rückkehrer aus Risikogebieten einen verpflichtenden Corona-Test bei der Ankunft in Deutschland. Dafür soll es an Flughäfen künftig entsprechende Teststellen geben. 

Verantwortlich für den Entwurf ist die Annahme, nicht alle Reiserückkehrer hielten sich an die 14-tägige Quarantäne. 

So fällt die 14-tägige Quarantäne für Urlauber weg 

Um die Quarantäne vorzeitig zu beenden, müssen die Rückkehrer beim Gesundheitsamt schon jetzt einen negativen Corona-Test vorweisen. Wer ein ärztliches Zeugnis mit einem negativen Testergebnis im Gepäck hat, das nicht älter als 48 Stunden und auf Englisch oder Deutsch verfasst ist, kann das dem Gesundheitsamt vorlegen, um die zweiwöchige Quarantäne zu vermeiden.

Alternativ können Urlauber direkt nach der Reise bei ihrem Arzt oder beim Gesundheitsamt einen Corona-Test durchführen lassen. „In der Regel liegt das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vor. Wegen einer höheren Auslastung könnte es in der Ferienzeit aber auch länger dauern. So lange müssen sich die Urlauber selbst isolieren. Bei einem negativen Ergebnis gibt es dann eine Ausnahmegenehmigung zum Auslassen der Quarantänepflicht“, so die Sprecherin.

Die Quarantäne-Vorschriften greifen selbst, wenn ein Land am letzten Urlaubstag von der RKI-Liste gestrichen wird oder während der Reise hinzukommt. Ausschlaggebend ist, dass das Land während der letzten 14 Tage des Urlaubs auf der Liste stand.

Diese Länder gelten laut Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiete

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Angola
  • Antigua und Barbuda
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Barbados
  • Belarus
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d'Ivoire
  • Dominica
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Eswatini
  • Gabun
  • Gambia
  • Ghana
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Israel
  • Jamaika
  • JemeK
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo
  • DR Kongo
  • Rep Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kuba
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Luxemburg
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Malediven
  • Mali
  • Marokko
  • Mauretanien
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  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi Arabien
  • Senegal
  • Serbien
  • Seychellen
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Sri Lanka
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad
  • Tobago
  • Tschad
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Uganda
  • Ukraine
  • USA
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Zentralafrikanische Republik

(Stand der Liste: 22. Juli 2020)