Flugangst, auch bekannt als Aviophobie, ist ein psychisches Problem, das Millionen Menschen weltweit plagt. Jetzt, da ein Urlaub im Sommer vielerorts möglich ist, kommt die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus hinzu – auch wenn der Wille, trotz der Pandemie in den Urlaub zu fliegen, bei vielen stetig wächst.

Flughäfen und -gesellschaften versprechen daher Abhilfe in Form von Maßnahmen, die zum Schutz der Passagiere beitragen. Immerhin bieten Vertreter der Branche hierzulande nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bereits im Juli 239 Ziele in 69 Ländern an. Das entspreche 60 Prozent des herkömmlichen Streckennetzes. 

Doch welche Richtlinien gelten für die Wiederaufnahme des Flugbetriebs? Der reisereporter erklärt’s.

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Urlaub trotz Corona: Diese Richtlinien gelten am Flughafen

Wie in Bussen, Bahnen und Geschäften gibt es auch am Flughafen Schutzmaßnahmen, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie einzudämmen. Hierzu zählen zum Beispiel eine Maskenpflicht, regelmäßige Durchsagen in verschiedenen Sprachen und das Bereitstellen von Desinfektionsspendern. 

Außerdem setzen Vertreter der Touristik auf Social Distancing, also die bewusste räumliche Trennung von Menschen. Wer sich also am Flughafen bewegt, ist dazu verpflichtet, einen Sicherheitsabstand zu allen Personen einzuhalten, die nicht Teil des eigenen Haushalts sind. Abhilfe schaffen hierbei Markierungen auf dem Boden. 

Um auch den direkten Kontakt zwischen Personal und Passagieren zu vermeiden, gibt es außerdem Online-Check-in-Optionen sowie eine selbstständige Gepäckaufgabe. Und auch für den Zweifelsfall halten die Betreiber vieler Flughäfen hierzulande eine Lösung bereit: Ist nämlich doch Kontakt am Schalter nötig, sorgt eine Plexiglasscheibe für gegenseitigen Schutz. 

Trotz Pandemie fliegen: So funktioniert das Boarding

Laut BDL läuft das Betreten des Flugzeugs künftig verlangsamt ab. Das Ziel: ein Gedränge unter den Passagieren vermeiden. Aus demselben Grund rückten Fluggastbrücken weiter in den Fokus. Sie vereinfachten das Abstandhalten – ganz im Gegensatz zu Bustransporten. Ist doch ein Transfer auf vier Rädern nötig, sind dem Verband nach weniger Fahrzeuge im Einsatz als vor der Corona-Krise. 

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Bei Flügen der Lufthansa zum Beispiel bilden die Passagiere der Fluggesellschaft zufolge kleine Grüppchen, die gemeinsam an Bord gehen. Wer sich wann setzen darf, hänge dann vom Sitzplatz ab. Zunächst hätten Reisende mit Fensterplätzen die Chance, anschließend Passagiere am Gang. Und statt Süßigkeiten teile das Personal Desinfektionstücher aus.

Urlaub 2020: Die Hygienemaßnahmen in Flugzeugen

Grundsätzlich gilt Matthias Stoll, Infektiologe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), zufolge: Flugzeuge sind keine Viren-Schleudern. Und doch sind Schutzmaßnahmen seitens der Gesellschaften in Zeiten der Corona-Krise unabdingbar. 

Um Abstand zu garantieren, haben sie beispielsweise die Möglichkeit, Mittelsitze freizulassen oder Fracht auf ihnen zu platzieren. Das sind Maßnahmen, die die EU-Behörden für Flugsicherheit (EASA) und für Krankheitsbekämpfung (ECDC) empfehlen. Aber auch kreativere Ideen, etwa eine Haube des Herstellers Avio Interiors, die Reisende auf Kopfhöhe von ihren Sitznachbarn trennt, finden sich theoretisch auf dem Markt, der aus der Covid-19-Pandemie resultierte. 

Lufthansa, Condor, Ryanair und Easyjet: Das erwartet Passagiere

In der Praxis ist vor allem die Maskenpflicht Alltag. Sie gilt in allen Condor-, Easyjet-, Ryanair- und Lufhansa-Maschinen, also auch bei Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines. Dazu kommen Besonderheiten, die von der Fluggesellschaft abhängen. 

So gibt es beispielsweise in Lufthansa-Maschinen keinen Bordverkauf und nur einen eingeschränkten Bordservice. Die Toiletten sind mit Desinfektionsseifen ausgestattet. Bei Condor und Easyjet wiederum gibt es zwar Seife, aber keine Desinfektionsmittel. Der Service ist eingeschränkt. Ähnlich verhält sich Ryanair: Die Airline beschränkt sich auf verpackte Snacks und Getränke. Außerdem bittet sie Passagiere um Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen.