Stadt und Natur vom Wasser aus zu erkunden ist immer ein spannendes Erlebnis. Unterwegs auf Leipziger Wasserwegen kannst du jede Menge entdecken – je nach Strecke triffst du beim Paddeln auf Enten, Nutrias oder sogar Eisvögel.

Kleine Stopps sorgen für Abwechslung und gönnen deinen Muskeln eine Ruhepause. Der reisereporter stellt dir drei schöne Paddeltouren vor.

Paddeln in Leipzig: Der Karl-Heine-Kanal eignet sich für eine Einsteigertour

Wenn du noch nie in Leipzig gepaddelt bist und es erst einmal ausprobieren willst, startest du am besten mit der etwa zweistündigen Tour auf dem Karl-Heine-Kanal. Hier gibt es keine Schleusen und kein Wehr, also nichts extra zu beachten, dafür aber Industriedenkmäler in Plagwitz zu bestaunen.

Der nächstgelegene Bootsverleih ist am Klingerweg nahe dem Clara-Zetkin-Park, aber auch vom Bootsverleih Herold an der Antonienstraße aus eignet sich die Tour. Nur Vorsicht: Das letzte Stück zurück ist dann immer gegen die Strömung! Von hier aus paddelst du auf der Weißen Elster stromaufwärts und passierst zuerst die Könneritzbrücke, eine Stahlfachwerkbrücke. Ein Stück weiter erheben sich die rot-weißen Klinkerbauten der ehemaligen Buntgarnwerke.

Fast wie bei einer Venedig-Bootstour führt die Paddeltour unter zahlreichen Brücken hindurch

Noch vor der nächsten Brücke beginnt rechts der Karl-Heine-Kanal, klein und eher unscheinbar. Unter zwei weiteren Brücken hindurch entfaltet sich der Kanal in seiner ganzen Breite. Kurz vorm Stelzenhaus beginnen die Seerosen, sie schmücken noch die anschließende Kurve bis kurz vor der König-Albert-Brücke.

Hier tummeln sich oberhalb des Wassers auf dem Weg zahlreiche Radfahrer und Spaziergänger. Einige wollen zur Kurve hinter der Aurelienbrücke bei der Philippuskirche, wo die Leute am Ufer sitzen und Kinder auf dem Spielplatz toben.

Danach wird es grüner und auf dem Kanal ruhiger. Man kann entweder kurz vor der Luisenbrücke, über die die Lützner Straße verläuft, umdrehen, um sich auf den Rückweg zu machen. Oder du paddelst noch bis zum gerade entstehenden Wohnviertel am Lindenauer Hafen weiter.

Entdecke Tiere bei einer Paddel-Tagestour über den Floßgraben zum Cospudener See

Wenn du ein paar Tage in der Stadt bist, solltest du dir die Zeit für eine Tagestour über den Floßgraben zum Cospudener See nehmen. Viel unberührte Natur, kristallklares Wasser, wundersame Wasserpflanzen sind dabei zu entdecken und mit etwas Glück sogar die geschützten Eisvögel.

Beim Paddeln im Floßgraben gibt es ein paar Regeln zu beachten: zum Schutz des Eisvogels.

Starten kannst du vom Bootsverleih Leipziger Eck an der Beipertbrücke am Schleußiger Weg. Gleich zu Beginn der Strecke schleust man sich ein am Pleißewehr Connewitz, paddelt ein Stück auf der Pleiße und biegt dann in den Floßgraben ein, der für Motorboote gesperrt ist. Das erklärt das klare Wasser. 

Die Paddeltour führt zum Cospudener See, der „Cossi“ genannt wird

Dann gleitest du durch den stillen Auwald. Die Strecke ist kurvig, da braucht es einen guten Steuermann. Das Etappenziel Cospudener See rückt näher. Durch Verbindungskanäle, Schleusen und den Waldsee Lauer erreicht man ihn, den „Cossi“. Hier stranden die Boote im Sand.

Je nach Wetter heißt es nun im See baden und am Nordstrand ausruhen, bevor es zurück in die Stadt geht. Du kannst dir auch in der Bar Strandblick oder in der Hacienda Cospuden einen Snack gönnen. Ein großer Spaß kurz vorm Ende der Tour ist die Bootsrutsche an der Schleuse am Connewitzer Wehr.

Achtung: Einschränkungen auf Floßgraben zum Schutz des Eisvogels

Auch für sogenannte muskelbetriebene Wasserfahrzeuge, sprich Kanus, Kajaks und Co., gelten zwischen 1. März und 30. September Einschränkungen: Der Floßgraben darf nur von 11 bis 13 Uhr, von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr befahren werden.

Mit etwas Glück kannst du den seltenen Eisvogel vom Boot aus beobachten.

Außerdem ist das Ufer einschließlich eines 20 Meter breiten beidseitigen Uferstreifens tabu, Hunde dürfen nicht freigelassen werden. Mehr Infos gibt es dazu auf der Website der Stadt Leipzig.

Leipzig: Das Elsterflutbett ist toll für eine Paddeltour mit der Familie

Eine drei- bis vierstündige Tour mit kleinen Wasserabenteuern und Tierbeobachtung ist meine Lieblings-Paddelstrecke. Startpunkt ist beim Teilungswehr Großzschocher, wo sich Weiße Elster und Elsterflutbett trennen. Hier im Dreieck zwischen beiden Wasserwegen befindet sich die Bootsausleihe des Leipziger Kanu-Clubs.

Man kann zu beiden Seiten das Boot zu Wasser lassen. Es empfiehlt sich, die Rundtour auf der Flussseite zu beginnen, weil man dann mit der Strömung paddelt. So kannst du dich zu Anfang treiben lassen und die Kraft in den Armen für später aufsparen.

Paddeln unter der Schleußiger Brücke durch bis zur Entenbrücke

Das erste Stück ist rasant, denn hier gibt es Stromschnellen. Kurz danach wird der Fluss ruhiger und schiebt sich durch Schleußig. Es folgt die Schleußiger Brücke, über die der Autoverkehr rauscht. Einmal links um die Kurve wird es wieder leiser. Hinter Büschen am Ufer sieht man die Wohnhäuser von Schleußig.

Beim Paddeln durch Schleußig gibt es Nutrias zu sehen

Jetzt aufgepasst! Die Entenbrücke naht, benannt nach ihren tierischen Bewohnern. Das Anlegen ist hier schwierig, aber du solltest wenigstens versuchen, auf der Stelle zu bleiben, um die Nutrias zu beobachten, die hier von den Anwohnern gefüttert werden. Besonders schöne Enten kannst du hier auch manchmal sehen, wie die Mandarin-Enten, die ursprünglich aus China stammen und vermutlich irgendwann aus dem Leipziger Zoo ausgebüxt sind.

Letzter Abschnitt im Elsterflutbett eignet sich zum Wettpaddeln 

Weiter geht es flussabwärts zu den Buntgarnwerken, der stählernen Könneritzbrücke, an der Max-Klinger-Villa vorbei durch den Palmgarten bis zum großen Palmgartenwehr am Richard-Wagner-Hain. Hier ist Vorsicht geboten! Unbedingt der Beschilderung folgen und sich rechts halten, um ins Elsterflutbett einzubiegen.

Die folgende Strecke eignet sich prima für ein Wettpaddeln, denn es geht immer geradeaus im breiten Elsterflutbett bis zum Start-Ziel-Punkt.

Weitere Bootsverleihe an den Tourenstrecken gibt es unter anderem am Stadthafen Leipzig oder an der Pferderennbahn. Bei diesen Standorten kann auch über ein Online-Buchungssystem im Voraus reserviert und gebucht werden.