Nach wochenlanger Covid-19-Zwangspause empfängt Griechenland wieder Urlauber, vorwiegend aus EU-Staaten. Das gilt sowohl für das Festland als auch für beliebte Inseln wie Kreta, Rhodos oder Kos. Das Ziel: den wirtschaftlichen Schaden des Tourismus so gering wie möglich halten.

Doch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Sommersaison sinkt vielerorts. Schuld daran ist auch die aktuelle Situation im Land. Zuletzt gab es laut dem Bericht der Gesundheitsbehörde Eody wieder Neuinfektionen: 36 Touristen sind mit dem Coronavirus infiziert.

Corona-Infektionen in Griechenland: Angst vor Urlaub?

Trauen sich Reisende nun nicht mehr, nach Griechenland zu kommen, hat die Branche ein schwerwiegendes Problem. Denn die Hoffnung vieler Hoteliers lag auf Urlaubern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der Grund: Wegen der aktuellen Beschränkungen reisen derzeit weder Briten noch Amerikaner in das Land. Ihre Buchungen gelten nach Angaben der „Griechenland Zeitung“ normalerweise als eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Touristik vor Ort.

Griechenland 2020: Buchungen bleiben vielerorts aus

Dem Bericht zufolge erklärten örtliche Vertreter der Touristik am 6. Juni, dass sie in dieser Saison im besten Fall 25 Prozent der Umsätze des Vorjahres erreichen. Ein harter Schlag. Und doch hoffe die Branche weiterhin auf den wirtschaftlichen Erfolg: Der Fokus liege jetzt auf Buchungen von Last-minute-Angeboten. 

Das gelte für den Auslands- und Inlandstourismus gleichermaßen. Denn entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung stiegen die Preise für einheimische Reisende in beliebten Urlaubsorten, beispielsweise auf den Inseln, im Vergleich zum Vorjahr. Verantwortlich dafür seien womöglich eine Verschiebung von Angebot und Nachfrage sowie eine Erhöhung der anfallenden Ausgaben – Corona-Schutzmaßnahmen wie der Bereitstellung von Desinfektionsmitteln sei Dank. 

Griechenland-Urlaub: Wie sicher ist er in Corona-Zeiten?

Seit dem 1. Juli sind die Flughäfen in Griechenland für Deutsche wieder uneingeschränkt erreichbar. Auch Touristen aus anderen Ländern reisen nun wieder ein. Dem Urlaub in Griechenland steht also theoretisch nichts mehr im Wege. Trotzdem gelten gewisse Richtlinien. Die wichtigsten Fragen beantwortet der reisereporter hier. 

Wie ist die aktuelle Corona-Lage in Griechenland?

Eigentlich sind die Coronavirus-Infektionszahlen in Griechenland verhältnismäßig gering. Nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität verzeichnete das Land bislang 3.562 Covid-19-Erkrankungen (Stand: 7. Juli, 11 Uhr). Zum Vergleich: Andere Länder in Europa, zum Beispiel Frankreich und Spanien, meldeten über 200.000 Infektionen. 

Auf den derzeitigen Anstieg der Zahlen und die Neuinfektionen unter Touristen, die größtenteils aus Serbien kamen, reagierte die Regierung in Athen schnell: Die Grenzen sind für Reisende aus dem Balkanland vorerst dicht.

Griechenland-Urlaub: Wie läuft die Einreise ab?

Der Direktflugverkehr mit internationalen Flughäfen läuft wieder. Wer nach Griechenland reist, stellt sich aber zwangsläufig den verschärften Bestimmungen der Regierung. Gültige Quarantänemaßnahmen gibt es zwar nicht. Doch seit dem 1. Juli besteht für Einreisen auf dem See-, Luft- und Landweg eine Online-Anmeldepflicht bis mindestens zum 31. August.

Heißt: Wer in das Land kommt, ist dazu verpflichtet, sich spätestens 48 Stunden zuvor auf der Website der griechischen Zivilschutzbehörde anzumelden. Eine Alternative des Formulars gibt es über die mobile App von Visit Greece. Anschließend erhalten potenzielle Urlauber einen QR-Code, den sie bei der Ankunft vorzeigen. Außerdem sind sie unter Umständen dazu verpflichtet, einen Corona-Test zu machen.

Am Flughafen Thessaloniki ist ein Covid-19-Test ohnehin Pflicht. Bis das Ergebnis kommt, ist eine 24-stündige Selbstisolation einzuhalten. 

Welche Corona-Maßnahmen gelten in Griechenland?

Wie in Deutschland gelten auch in Griechenland Schutzmaßnahmen, um die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Dazu zählt zum Beispiel eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln. 

Außerdem setzt das Land ebenfalls auf Social Distancing, also die bewusste räumliche Trennung von Menschen. Wer sich also in der Öffentlichkeit bewegt, ist dazu verpflichtet, einen Sicherheitsabstand zu denjenigen einzuhalten, die nicht zum eigenen Haushalt gehören.

Auch herkömmliche Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen empfiehlt die griechische Regierung. Hierunter fallen auch die Nies- und Husten-Etikette sowie die Entsorgung von Taschentüchern. Wer Covid-19-Symptome wie Husten oder Fieber aufweist, ist außerdem dazu angehalten, die örtliche Gesundheitsbehörde zu kontaktieren.

Griechenland-Urlaub 2020: Die Corona-Regeln in Hotels

Sowohl die Saison-Beherbergungsstätten als auch Ganzjahres-Hotels in Griechenland öffnen ihre Türen wieder täglich für Gäste aus dem Ausland. Dafür arbeitete die Regierung gemeinsam mit der staatlichen Gesundheitsbehörde einen Katalog mit mehr als 150 Vorschlägen aus. 

Die Folge sind – neben den herkömmlichen Hygienemaßnahmen – strikte Richtlinien, beispielsweise zur Nutzung der hauseigenen Schwimmbäder. Indoor-Pools bleiben dicht, die Nutzung von Außenpools ist nur erlaubt, wenn eine Person laut Rechnung mindestens fünf Quadratmeter Platz für sich hat. Außerdem gelten zwischen den Liegen Abstandsregelungen.

Corona-Anstieg in Griechenland: Ist eine Stornierung möglich?

Obwohl ein Urlaub seitens der Bundesregierung mittlerweile möglich ist, reist die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus für viele mit. Laut einer aktuellen Umfrage verzichtet die Hälfte der Deutschen wegen der Covid-19-Pandemie sogar auf eine Reise im Jahr 2020.

Dennoch ist die Sorge vor einer Erkrankung rechtlich kein Grund dafür, den Urlaub zu stornieren. Die Ausnahme bildet eine enorme Beeinträchtigung der Reise. Heißt: Ändern sich beispielsweise Routen oder Hotelaufenthalte aufgrund der Krise, gelten außergewöhnliche Umstände.

Dann können Urlauber laut dem EU-Reiserecht kostenlos vom Pauschalreisevertrag zurücktreten. Doch die Beweispflicht liegt dann beim Verbraucher. In diesem Fall ist es seine Aufgabe zu belegen, warum es ihm nicht möglich ist, eine gebuchte Reise wahrzunehmen.