Andere Länder, andere Sitten: So sieht es auch bei den Gesetzen im Straßenverkehr aus. Wer wegen der Corona-Pandemie lieber mit dem Auto die Urlaubsländer in Europa oder der ganzen Welt erkunden möchte, der sollte sich vorher über die dort vorherrschende Straßenverkehrsordnung informieren und die Mautgebühren der Länder auf dem Fahrplan haben.

Ansonsten könnte der Roadtrip doch teurer werden als geplant. Teilweise reichen schon kleine Vergehen, um einen fetten Strafzettel zu kassieren. Die skurrilsten Gründe mit dem teuersten Bußgeld in Deutschland, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Russland, Spanien, Zypern und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat dir der reisereporter im Folgenden aufgelistet.

Nacktfahren in Deutschland kann 1000 Euro kosten

FKK gehört für einige Deutsche zum Sonnenbaden im Urlaub einfach dazu. Warum dann nicht auch nackt Fahrrad fahren oder oben ohne im Auto? 

Wer hätte es gedacht: Tatsächlich ist es in Deutschland nicht verboten, mit freiem Oberkörper, egal ob Mann der Frau, in seinem Auto am Steuer zu sitzen. Es gibt kein Gesetz, das die Freikörperkultur beim Fahren verbietet. Teuer kann es jedoch werden, wenn sich die Allgemeinheit belästigt fühlt. Das regelt Paragraf 118 im Gesetz über Ordnungswidrigkeiten

Wer in Deutschland vom Strand nackt ins Auto steigt, hat nur unter Umständen eine Strafe zu befürchten. (Symbolbild)

Fühlen sich also andere Autofahrer oder Passanten von der Nacktheit gestört und bringen das zur Anzeige, erteilen die Polizisten im besten Fall eine Verwarnung. Im schlimmsten Fall zieht die luftige Freiheit ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro nach sich.

Dänemark: Strafe für betrunkene Autofahrer richtet sich nach Gehalt

Touristen können 1419 Inseln in Dänemark erkunden. Im Juli können Fußgänger und Radfahrer sogar mit etlichen Fähren gratis fahren. Wer das Königreich aber lieber mit dem Auto erkunden will, der sollte vorher einen Blick in den Bußgeldkatalog werfen. Denn: Bei Verkehrsverstößen drohen teilweise hohe Geldstrafen.

Bis zu einem Monatsgehalt zahlen Personen, die betrunken Auto fahren. (Symbolbild)

Mit 0,5 Promille entspricht die Promillegrenze dem deutschen Wert. Allerdings entscheidet die Einkommenshöhe über die fällige Geldstrafe – diese kann unter Umständen einem ganzen Monatsgehalt entsprechen.

Ab 1,2 Promille kann der Staat sogar das Auto konfiszieren und versteigern. Der Gewinn fließt dann in die Staatskasse.

5000 Pfund fürs Nass-Spritzen von Fußgängern in Großbritannien

Regen und nasse Wege gehören teilweise zum Straßenbild auf den britischen Inseln dazu. Ein Regenschirm im Gepäck reicht aber oft aus, um relativ trocken an den Sehenswürdigkeiten anzukommen. Besonders ärgerlich ist es, von einer Wasserfontäne, ausgelöst durch ein vorbeifahrendes Autos, nass gespritzt zu werden. Das sieht auch das britische Gesetz so.

Autofahrer, die durch eine Pfütze fahren und Menschen auf einem Bürgersteig nass spritzen, müssen mit einer Strafe von 5000 britischen Pfund rechnen, so das „Handelsblatt“. Im schlimmsten Fall wird der Fahrer zudem in eine nationale Verkehrssünder-Kartei mit neun Punkten aufgenommen.

Handy am Steuer: In den Niederlanden besonders teuer

In vielen Ländern ist das Telefonieren beim Autofahren ohne Freisprechanlage verboten – das ist nichts Neues. In den Niederlanden sind die Strafen bei einem Unfall aber wesentlich höher.

Wer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss eine hohe Strafe zahlen.

Wer in Deutschland beim Fahren mit einem Handy in der Hand erwischt wird, zahlt mindestens 100 Euro und bekommt einen Punkt. In den Niederlanden kostet der Verstoß 140 Euro. Bei einem Unfall werden in Deutschland 200 Euro fällig, im Nachbarland sind es bis zu 2000 Euro. 

In Russland und Norwegen tagsüber mit Licht fahren

In Russland müssen Autofahrer auf Autobahnen und außerhalb geschlossener Ortschaften tagsüber mit dem Abblendlicht fahren. Ansonsten droht ein Bußgeld von 200 Euro. Auch in Norwegen gibt es eine Pflicht, am Tag mit Licht an zu fahren. Dort kostet der Verstoß 160 Euro.

Beim Autofahren muss in Russland auch tagsüber das Licht an sein. (Symbolbild)

In Spanien ist lautes Musikhören im Auto verboten

Sommer, Sonne, Urlaub und Strand sorgen für gute Laune. Dennoch solltest du in Spanien deinen Ballermann-Lieblingssong im Radio nicht zu laut aufdrehen, denn das ist dort ein No-Go.

Zu laut Musik im Auto hören kann in Spanien teuer werden. (Symbolbild)

Auch lautes Streiten kann zu einem Strafzettel führen. Die Kosten für diese Vergehen liegen bei 80 bis 100 Euro – noch teurer wird es in verkehrsberuhigten Gegenden oder in der Nähe eines Krankenhauses.  

Müll aus dem Auto werfen: Hier ist das extrem teuer

Grundsätzlich sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Bußgelder für Verkehrssünder ziemlich hoch. Wer beispielsweise sein Handy während der Fahrt benutzt, zahlt 800 Dirham, also etwa 200 Euro. 

Aber auch Umweltsünder haben in den Vereinigten Arabischen Emiraten schlechte Karten: Wer seinen Müll aus dem Fahrzeugfenster wirft, bekommt einen Strafzettel von 1000 Dirham, das sind rund 250 Euro. In Deutschland gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Bußgelder – in Hamburg kann jedoch das Schmeißen einer Glasflasche aus dem Fenster bis zu 1000 Euro kosten, informiert der ADAC.