Verwinkelte Städtchen der Toskana, weite Sandstrände des Mittelmeers und die wohltuende Sonne Europas: Italien ist für viele das Reiseziel schlechthin. Doch der Urlaub im Land verändert sich 2020 wegen der Corona-Krise.

Seit dem 3. Juni sind Reisende aus dem Inland und aus EU-Staaten in Italien wieder willkommen. Auch die Reisewarnung gehört in Bezug auf das Urlaubsziel der Vergangenheit an. Einem Aufenthalt in Italien steht also theoretisch nichts mehr im Wege, in der Praxis fällt die Umsetzung des Urlaubs vielen Deutschen allerdings noch schwer. Laut einer Umfrage will die Hälfte der Bürger hierzulande wegen der Corona-Richtlinien sogar gänzlich auf eine Reise verzichten.

Wo sind die Corona-Infektionszahlen in Italien am höchsten?

Dazu kommt, dass Italien stark von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen gewesen ist. Inzwischen hat sich die Lage aber deutlich verbessert, nach Angaben des Auswärtigen Amtes gibt es noch immer regionale Covid-19-Schwerpunkte, beispielsweise Lombardei, Piemont, Emilia-Romagna und Venezien. Zum Vergleich: Während in Spanien oder Frankreich täglich rund 3000 Neuansteckungen verzeichnet werden, sind es in Italien meist unter 500 Fälle pro Tag. 

Aber: Seit dem 12. August sind die Infektionszahlen leicht gestiegen. In der Konsequenz verschärft das Land seine Corona-Regeln wieder.

Italien verschärft Maskenpflicht, Discos müssen schließen

Die Discos müssen bis vorerst zum 7. September wieder schließen – davon betroffen sind auch Events unter freiem Himmel. Zudem gilt ab sofort eine verschärfte Maskenpflicht. Die Regierung ordnete an, dass zwischen 18 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen auf allen öffentlichen Plätzen und vor Lokalen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.

Welche Richtlinien gelten außerdem für Urlauber im Sommer 2020? Der reisereporter gibt den Überblick.

Einreise, Durchreise und Ausreise: Diese Regeln gelten in Italien

Touristen aus dem Inland, aus Großbritannien und aus EU-Staaten haben seit dem 3. Juni die Möglichkeit, ohne besondere Gründe und Quarantänepflicht nach Italien zu reisen. Nur diejenigen, die einen Urlaub auf Sardinien, in Kalabrien oder Apulien planen, sind dazu verpflichtet, sich 48 Stunden vor der Ankunft zu registrieren. Für Deutsche besteht auch bei der Ausreise keine Verpflichtung zu zweiwöchiger Isolation. 

Aber aufgepasst: Zugfahrten in das Land sind für Deutsche nach Angaben des Auswärtigen Amts auch über die Schweiz und über Österreich möglich. Kreuzfahrtschiffe dürfen noch nicht wieder anlegen.

Sardinien-Fähre: Selbstauskunft und Fieberkontrolle

Bei Fährfahrten, etwa nach Sardinien, ist es laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) möglich, dass beim Check-in Fieberkontrollen auf Urlauber warten. Zudem benötigen sie eine unterschriebene Selbstauskunft mit Angaben zu ihrem derzeitigen Gesundheitszustand. Hinzu kommt eine Tracing-App, die dabei hilft, mögliche Corona-Infektionsketten nachzuvollziehen. Die Registrierung ist für Urlauber jedoch freiwillig.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie fahren die Schiffe aktuell mit einer geringeren Auslastung als üblich. Einige Reedereien schreiben außerdem Maßnahmen wie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen vor. Der ADAC rät Urlaubern daher dazu, sich vor der Abreise beim entsprechenden Anbieter über die Regelungen für die Überfahrt zu informieren. 

Corona-Richtlinien in Italien: Mundschutz, Handschuhe und Co.

Wer nach Italien reist, denkt im besten Fall an seine Mund-Nasen-Bedeckung. Denn wie in Deutschland gilt auch in dem beliebten Urlaubsland eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen wie Supermärkten, in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen und Bahnen sowie in Bars und Restaurants. Dazu kommt eine Richtlinie, die es in Deutschland nicht gibt: die Handschuhpflicht in Geschäften.

Eine weitere Besonderheit bietet die Region Lombardei. Denn hier besteht im gesamten öffentlichen Raum eine Mundschutzpflicht.

Außerdem setzt auch Italien auf Social Distancing, also die bewusste räumliche Trennung von Menschen. Das gilt auch für Akivitäten Reisender, zum Beispiel das Shoppen, das Baden im Meer oder den Sport im Freien. Das Ziel: mindestens einen Meter Sicherheitsabstand halten. In Südtirol ist sogar von zwei Metern die Rede.

Und was passiert bei einem Verstoß gegen die Schutzmaßnahmen? Einheitliche Regelungen hierfür gibt es nicht. Der Strafrahmen liegt allerdings zwischen 400 und 3000 Euro.

Italien-Urlaub 2020: Sind Restaurants, Cafés und Museen geöffnet?

Wer einen Urlaub plant, setzt sich oft das Ziel, möglichst viel vom Urlaubsland zu sehen. In Zeiten der Corona-Krise kamen hierbei Probleme auf. Schließlich hatten dramatische Fallzahlen in der Vergangenheit zu Beschränkungen und Schließungen geführt. 

Damit ist Schluss: Attraktionen wie das Kolosseum und der Petersdom in Rom sowie die Kathedralen in Mailand und Florenz öffnen ihre Türen täglich für Touristen. Auch Bars und Restaurants sind geöffnet. Allerdings gelten aufgrund des Coronavirus Richtlinien. Urlauber sind vor dem Betreten der Einrichtungen oft dazu verpflichtet, an Temperaturmessungen teilzunehmen. Wer dabei mit Fieber auffällt, bleibt vorerst draußen. Dann informiert die staatliche Gesundheitsbehörde den Erkrankten unter Umständen über weitere Maßnahmen.