Sommer, Sonne, Strand: Spanien ist das klassische Ziel für den Urlaub der Deutschen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht die Insel Mallorca, aber auch die anderen Inseln der Balearen, die Kanaren oder Städte wie Madrid und Barcelona sind häufig gebuchte Ziele. Doch in der Corona-Krise brachen die Tourismuszahlen ein. 

Spanien gehört neben Italien und Großbritannien zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern Europas, der Ausbruch führte dazu, dass ab dem 14. März für mehr als drei Monate der Notstand galt.

Spanien-Urlaub: Wie sicher ist er in Corona-Zeiten?

Seit dem 21. Juni dürfen sich die Spanier selbst wieder frei bewegen, die Ausgangssperre wurde aufgehoben. Auch Urlauber aus anderen Ländern dürfen nach Ende des Ausnahmezustands wieder einreisen.

Dem Urlaub in Spanien steht ohne Einreisesperre oder Quarantäne-Pflicht aktuell kaum noch etwas im Wege. Trotzdem müssen Urlauber vor ihrer Reise einige Punkte beachten. Die wichtigsten Fragen beantworten wir hier.

Wie ist die aktuelle Corona-Situation in Spanien?

Die Infektionszahlen in Spanien sind seit Mitte Mai stark gesunken. Aber: Weltweit befindet sich Spanien nach wie vor unter den zehn am stärksten von Corona betroffenen Ländern – mit mehr als 250.000 Infektionen und mehr als 28.300 Toten (Stand: 6. Juli). 

Wo gibt es die meisten Corona-Infektionen in Spanien?

Wichtig zu wissen ist, dass die Infektionsherde in Spanien in Kastilien und Leon, Madrid und Katalonien liegen. Auf den beliebten Inselzielen für den Sommerurlaub der Deutschen, von Mallorca über Ibiza bis Formentera, ist die Lage entspannt.

Regionen in Galizien und Katalonien sind abgeriegelt

Aktuell gibt es in Spanien zwei Abriegelungen: Die katalanische Region Segrià wurde am Samstag bis auf Weiteres abgeschnitten, betroffen sind davon 200.000 Menschen.

Und am Sonntag, 5. Juli, kam diese Nachricht: Ein weiterer Landkreis ist betroffen. A Marina in Galicien, wird ebenfalls für fünf Tage abgeriegelt – vom 6. bis zum 10. Juli. Dort sind wohl mehrere Bars der Ursprung der Neuinfektionen. Ein Lockdown sei aber bislang nicht nötig, berichtet die Zeitung „La Vanguardia“.

Was muss ich bei der Einreise nach Spanien beachten?

Die Einreise nach Spanien ist für deutsche Staatsbürger seit dem 21. Juni wieder erlaubt, die Grenzen sind geöffnet. Du darfst also auch ins Land kommen, um dort Urlaub zu machen.

Einreise nur nach Anmeldung und mit QR-Code

Im Zuge der Vorbereitung auf den Sommerurlaub ist es wichtig zu wissen, dass du dich seit dem 1. Juli vor dem Abflug online registrieren und einen QR-Code vorweisen musst.

Um diesen zu erhalten, müssen Touristen online ein Einreiseformular über die Website der Gesundheitsbehörde Spain Travel Health ausfüllen, das ist auch auf Deutsch möglich. Alternativ können sich Reisende auch die kostenlose App „Spain Travel Health SpTH“ downloaden. Während einer Übergangszeit bis zum 31. Juli kann das Formular auch im Flugzeug auf Papier ausgefüllt werden.

Das sogenannte FCS-Formular fragt neben persönlichen Angaben auch die Reisedauer und die Unterkunft ab sowie ob die Reisenden an Covid-19 erkrankt , ob sie in Quarantäne waren oder wohin sie zuvor verreist waren.

In Spanien gibt es keine Quarantänepflicht für Urlauber, allerdings Gesundheitskontrollen an den Flughäfen. Es erfolgt eine Temperaturmessung, Touristen mit über 37,5 Grad oder anderen Covid-19-Symptomen werden weiteren Untersuchungen und gegebenenfalls einem Corona-Test unterzogen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses müssen die Einreisenden in Quarantäne.

Welche Corona-Maßnahmen gelten in Spanien?

In Spanien gibt es eine Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, an denen ein Sicherheitsabstand von anderthalb Metern nicht eingehalten werden kann, darüber informiert das Auswärtige Amt. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine generelle Maskenpflicht. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen.  

Auch an den Stränden und in den Hotels gibt es jede Menge Hygieneregeln. Wir waren vor Ort auf Mallorca und haben den Urlaub in Corona-Zeiten getestet:

Kann ich den Spanien-Urlaub stornieren?

Viele Urlauber sind nach wie vor verunsichert, wie sicher das Reisen aktuell ist. Viele wollen auch wegen der Hygienemaßnahmen – zum Beispiel Maskenpflicht im Flugzeug, Regeln in den Hotels vor Ort – nicht verreisen. Können sie kostenlos stornieren? Bei einem Spanien-Urlaub könnte das tatsächlich schwierig werden.

Denn die Einreise ist inzwischen wieder möglich, auch die Lage vor Ort hat sich infolge der Lockerungen beruhigt. Und Urlauber können nach dem EU-Recht eine Pauschalreise immer nur dann kostenlos storieren, wenn sie durch außergewöhnliche Umstände an ihrer gebuchten Reise gehindert werden. 

„Das trifft etwa zu, wenn die Infrastruktur am Reiseziel noch nicht wieder aufgebaut ist, sie bei einem Badeurlaub den Hotelpool nicht nutzen können oder das gebuchte All-inclusive nicht nutzen können“, erklärt Reiserechtsanwalt Paul Degott. 

Wenn der Reiseveranstalter die Stornierung wegen außergewöhnlicher Umstände allerdings nicht selbst vornimmt, dann liegt die Beweispflicht beim Verbraucher. Er muss also belegen können, warum er die gebuchte Reise aktuell nicht wahrnehmen kann. „Wer sich unsicher ist, wie die Lage an seinem Urlaubsort ist, der kann sich bei gängigen Medien und auf der Website des Auswärtigen Amtes informieren“, sagt der Reiserechtsanwalt.

Aber: In der aktuellen Situation bieten viele Reiseveranstalter und Airlines nach wie vor aus Kulanz kostenloses Umbuchen auf ein späteres Datum an.

Gibt es wieder Flüge nach Spanien?

Seit Spanien am 21. Juni den Alarmzustand aufgehoben hat, fahren auch die Airlines ihr Programm wieder hoch. Es sind jedoch nach wie vor weniger Flüge als in Vor-Corona-Zeiten, bei 100 Prozent ist bisher noch niemand wieder angelangt. Ryanair und die Lufthansa Group beziffern das geplante Flugprogramm für die nächsten Monate beispielsweise auf 40 Prozent.

Das Top-Ziel bei den deutschen Flugverbindungen ist Palma de Mallorca mit 326 Abflügen aus Deutschland in der zweiten Juli-Woche, berichtet der ADAC.