Pünktlich zur Urlaubssaison öffnen beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Kroatien oder Griechenland ihre Grenzen für Touristen. Der diesjährigen Reise steht also prinzipiell nichts mehr im Wege – trotz Corona-Krise. Allerdings bleibt aufgrund der Pandemie für viele ein bitterer Beigeschmack. Laut einer aktuellen Umfrage verzichtet die Hälfte der Deutschen wegen der Covid-19-Pandemie sogar auf einen Urlaub im Jahr 2020. 

Umso wichtiger ist es, die richtige Reiserücktrittsversicherung für sich zu finden. Sie bietet Reisenden ein Stück Sicherheit, indem sie für die Kosten einer Stornierung aufkommt. 

Reiserücktrittsversicherung: In diesen Fällen schützt sie Reisende 

Die Reiserücktrittsversicherung greift, wenn potenzielle Urlauber ihre Reise aus anerkannten Gründen stornieren, beispielsweise wegen einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Schwangerschaft. Hinzu kommen Auslöser wie Defekte an Prothesen, Beschädigung am Eigentum, etwa durch einen Einbruch oder einen Sturm, der Diebstahl der Reisedokumente oder gerichtliche Ladungen. Außerdem ist es möglich, den Rücktritt mit einer Impfuntauglichkeit zu begründen.

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Aber auch Anlässe, die vielen zunächst nicht in den Sinn kommen, gelten oftmals. Hierzu zählt etwa der Verlust eines Angehörigen oder des Arbeitsplatzes. „Darüber hinaus gibt es viele Versicherer, die für die Kosten aufkommen, wenn jemand unerwartet eine wichtige Schul- oder Abschlussprüfung schreibt“, sagt Christiane Lang von der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest. 

Covid-19: Ist eine Stornierung wegen einer Corona-Infektion möglich?

Wer vor einem Urlaub krank wird, ist durch eine Reiserücktrittsversicherung geschützt. Und auch Covid-19 gilt zunächst einmal als unerwartete schwere Erkrankung. Doch Vorsicht: Es gibt ebenso Versicherer, die Pandemien in ihren Verträgen explizit ausschließen. 

Wichtig ist deshalb ein Vergleich der Konditionen. Hierfür gibt es einerseits Online-Portale. Andererseits haben Verbraucher selbst die Möglichkeit, die Bedingungen gegenüberzustellen. „Die Vertragsunterlagen können Reisende beim Versicherer anfordern“, erklärt Lang. „In der Regel haben sie für den Abschluss Zeit, bis der Urlaub nur noch 30 Tage entfernt ist.“

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Für diejenigen, die ohne eine nachgewiesene Corona-Infektion in Quarantäne sind, gibt es schlechte Nachrichten. Denn hier greift der Versicherungsschutz nicht – egal, ob in Deutschland oder im Reisezielgebiet. 

Stornierung wegen Reisewarnung oder Reisehinweis – geht das?

Weil Reisehinweis und Reisewarnung sich unterscheiden, gelten auch unterschiedliche Konditionen in Bezug auf die Reiserücktrittsversicherung. 

Im Zuge der Corona-Krise sprach das Auswärtige Amt am 17. März folgende Warnung aus: „Vor nicht notwendigen touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.“ 

Diese Angabe hat Auswirkungen auf die Stornierungsbedingungen, etwa von Pauschalreisen. Denn setzt eine „höhere Gewalt“, beispielsweise eine Naturkatastrophe ein, sind Veranstalter gesetzlich daran gebunden, Urlaubern eine kostenfreie Absage zu ermöglichen. 

Ein Luxus, der Urlaubern, die wegen eines Reisehinweises stornieren, laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nicht zusteht. Denn die reine Angst, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, gilt nicht als Grund. 

Die Ausnahme bildet eine enorme Beeinträchtigung der Reise. Heißt: Ändern sich beispielsweise Routen oder Hotelaufenthalte aufgrund der Krise, gelten außergewöhnliche Umstände. Dann ist es möglich, dass der Versicherer ein Auge zudrückt. 

Urlaub trotz Corona: Was zeichnet eine gute Versicherung aus?

Am wichtigsten ist, dass die Reiserücktrittsversicherung möglichst viele Ereignisse versichert. „Wir empfehlen außerdem eine Kombi aus Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung“, sagt Lang. „Das schützt Urlauber im Falle einer ungeplanten früheren Heimreise.“ 

Weil sich der Mix auf dem Markt großer Beliebtheit erfreut, bieten viele Versicherer Angebote dieser Art an. Dabei fallen die Mehrkosten in der Regel akzeptabel aus.

Daneben spielen die eigenen Umstände eine große Rolle. Wer beispielsweise eine schwere Vorerkrankung wie einen Herzfehler hat, sollte das Kleingedruckte eines Vertrags lesen. Denn oftmals gelten solche Vorbelastungen als Ausschlusskriterium für eine Unterstützung im Notfall. 

Reiserücktrittsversicherung: Besser ohne Selbstbeteiligung

Lang empfiehlt einen Reiserücktrittstarif ohne Selbstbehalt. Er kostet Verbraucher zwar mehr, vermeidet im Gegenzug aber böse Überraschungen. Der Grund: Der Eigenanteil beträgt in der Regel etwa 20 Prozent. „Insbesondere bei teureren Reisen ergibt sich dadurch schnell eine beachtliche Summe.“

Außerdem gilt: Wer des Öfteren verreist, wählt laut der Verbraucherschützerin im besten Fall einen Jahresvertrag. Er sei oftmals günstiger als ein Vertrag für eine einzelne Reise. Das gelte für Versicherungen für Alleinstehende und Familien gleichermaßen. 

Für alle, die eine besonders teure Reise planen, hält Lange im selben Zuge einen Tipp bereit. Gelegentlich lohne sich ein Jahresvertrag auch für einen einzelnen Urlaub mehr als das Vertrags-Pendant. „Einfach abschließen und gleich nach der Reise kündigen“, sagt sie. Wichtig sei nur, rechtzeitig zu handeln. Die Frist beträgt meist etwa drei Monate bis zum Ende des Versicherungsjahres.