Es sind atemberaubende Bauwerke mit teilweise jahrtausendealter Geschichte: die sieben Weltwunder. Die klassischen sieben Weltwunder umfassten Monumente wie den Koloss von Rhodos oder die hängenden Gärten zu Babylon, von denen heute aber nur noch die Pyramiden von Gizeh in Ägypten existieren. 

Deshalb wurden 2007 beim Auswahlverfahren einer Schweizer Stiftung die „neuen sieben Weltwunder“ gewählt. Dazu zählen: Chichén Itzá (Mexiko), die Chinesische Mauer, Cristo Redentor (Brasilien), das Kolosseum (Italien), Machu Picchu (Peru), die Felsenstadt Petra (Jordanien) und der Taj Mahal (Indien). 

Normalerweise sind die Weltwunder echte Touristenmagneten. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten aber auch sie ihre Pforten schließen. Genau wie Museen und andere Sehenswürdigkeiten öffnen aber auch die Weltwunder nach und nach wieder für Besucher. Der reisereporter gibt einen Überblick über die Weltwunder, die du jetzt wieder vor Ort bestaunen kannst:

Kolosseum, Rom

Am schnellsten erreichst du von Deutschland aus das Kolosseum in Rom. Schon seit dem 1. Juni hat der Parco Archeologico del Colosseo wieder für Besucher geöffnet. Allerdings mit geänderten Öffnungszeiten: täglich von 10.30 Uhr bis 19.15 Uhr, letzter Einlass ist um 18.15 Uhr. 

Vor dem Betreten das Parks wird die Temperatur gemessen, außerdem müssen Besucher Masken tragen und ein festgelegtes Zeitfenster für ihren Besuch reservieren. Eintrittskarten können ab sofort nur noch online gekauft werden.

Chinesische Mauer

Die Chinesische Mauer schlängelt sich auf einer Länge von mehr als 21.196 Kilometern durchs Land und zählt damit zu Recht zu den beeindruckendsten Bauwerken der Welt. Wegen Corona war das chinesische Wahrzeichen für Besucher allerdings tabu. Seit Mitte März kannst du die Chinesische Mauer wieder erklimmen. Ein beliebter Teil der Mauer im Badaling-Abschnitt, rund 80 Kilometer von Peking entfernt, öffnet seitdem täglich von 9 bis 16 Uhr. Der Rest der Mauer bleibt hingegen weiterhin geschlossen.

Außerdem soll die Auslastung maximal 30 Prozent betragen. Deshalb müssen Besucher vorher ihre Besuchszeit buchen und online Tickets kaufen. Beim Einlass finden außerdem Temparaturmessungen statt.

Petra, Jordanien

Wie ein Relikt aus einer anderen Zeit liegt die historische Felsenstadt Petra in der jordanischen Wüste. Als Hauptstadt des einstigen nabatäischen Königreichs entstand sie um 300 vor Christus. Normalerweise lockt die beeindruckende Stätte jährlich Hunderttausende Touristen an. 

Aufgrund der Corona-Pandemie musste aber auch Petra schließen. Seit dem 18. Juni dürfen wieder Besucher kommen, jedoch zunächst nur aus dem Inland. Zudem gelten strenge Hygiene-Maßnahmen, wie etwa Maskenpflicht und Mindestabstand.

Pyramiden von Gizeh, Ägypten

Auch das einzige noch verbliebene klassische Weltwunder kannst du ab jetzt wieder besuchen. Am 1. Juli durften die ersten Besucher wieder zu den Pyramiden von Gizeh. Allerdings sollen die Besucherzahl und die Aufenthaltsdauer eingeschränkt werden, berichtet „The Points Guy“.

Machu Picchu, Peru

Ursprünglich sollte Machu Picchu ebenfalls am 1. Juli wieder öffnen. Doch Besucher müssen sich noch gedulden: Die Wiedereröffnung der berühmten Sehenswürdigkeit wird verschoben. Das haben die Verwalter der Stätte Ende Juni mitgeteilt. Wann die berühmte Ruinenstadt stattdessen öffnet, ist noch nicht bekannt.

Hoffentlich noch in diesem Jahr: Bis Ende 2020 können 55 archäologische Stätten, Museen und historische Orte, die vom Kulturministerium verwaltet werden, gratis besucht werden. Das teilte des Ministerium im Mai mit. Dazu zählt auch Machu Picchu, sobald die Stätte wieder geöffnet ist.

Ebenfalls noch geschlossen ist Chichén Itzá, eine der bedeutendsten Maya-Ruinenstätten in Mexiko, der Taj Mahal in Indien und die Christus-Statue Cristo Redentor in Rio de Janeiro. 

Weitere Sehenswürdigkeiten öffnen nach Corona

Aber auch abseits der offiziell gewählten „neuen Weltwunder“ öffnen zahlreiche beeindruckende Monumente weltweit ihre Pforten wieder für Besucher. Hier eine Übersicht von einigen der berühmtesten Sehenswürdigkeiten, die du (bald) wieder besuchen kannst: 

Stonehenge, England

Jenseits des Ärmelkanals fasziniert Stonehenge Menschen schon seit Jahrhunderten. Besonders beliebt ist der Ort zur Sommersonnenwende, dieses Jahr wurden die Feierlichkeiten allerdings online gestreamt, Besucher waren tabu. 

Am 4. Juli darf das Gelände unter besonderen Social-Distancing-Maßnahmen wie etwa „Einbahn-Verkehr“ auf den Laufwegen wieder betreten werden. Besucher müssen vorab online Tickets buchen.  

Mont-Saint-Michel, Frankreich

Auch in Frankreich werden die strengen Corona-Regeln wieder nach und nach gelockert. In dem Zuge darf Mont-Saint-Michel, das normalerweise mehr als drei Millionen Besucher jährlich begrüßt, seit dem 15. Juni wieder öffnen. Bis zum 31. August gelten die Öffnungszeiten von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Schon vor dem Besuch musst du online Eintrittskarten buchen. Außerdem gibt es eine markierte Besuchsroute, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Alle Besucher, die älter als elf Jahre sind, müssen einen Mundschutz tragen. 

Schloss Neuschwanstein, Deutschland

Das bayerische Märchenschloss empfängt wieder Gäste – allerdings nur noch etwa zehn Prozent der bisher zulässigen Besucheranzahl. Deshalb kann es zu erheblichen Wartezeiten und Einschränkungen kommen, etwa weil die Wegeführung geändert oder Räume geschlossen wurden. Reguläre Eintrittskarten müssen im Vorfeld online gekauft werden. 

Akropolis, Griechenland

Ein Athen-Trip ohne Besuch der Akropolis? Für viele undenkbar! Zum Glück musst du darauf auch nicht mehr verzichten: Schon im Mai hat Griechenland viele Museen und Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet, darunter die Akropolis. Besucher müssen mindestens 1,5 Meter Abstand halten.

La Sagrada Família, Spanien

Barcelona zählt zu den beliebtesten Städten bei Spanien-Urlaubern. Und ein Besuch der Sagrada Família gehört zum Standard-Sightseeing-Programm. Wer die imposante Gaudí-Kirche nicht nur von außen bestaunen will, kann das bald auch wieder von innen tun. 

Am 4. Juli öffnet die Sagrada Família wieder für Besucher – allerdings zunächst für das Gesundheitspersonal, Mitarbeiter von sozialen Organisationen sowie Einzelhändler. In einem zweiten Schritt sollen alle Bewohner Barcelonas die Kathedrale in Ruhe und ungestört von Touristen besuchen können. Erst danach werden die Türen auch für nationale und internationale Urlauber wieder geöffnet. Das genaue Datum dafür ist allerdings noch nicht bekannt.