Kleine Bergdörfer, hohe Gipfel, Weinberge und die Küste: Molise hat alles, was das Urlauberherz begehrt. Trotzdem ist die italienische Region an der Adria bislang vom Massentourismus verschont geblieben. Ein Dorf wünscht sich deutlich mehr, vor allem in Corona-Zeiten, und setzt auf eine besondere Aktion: Es verschenkt Urlaub.

Die Gemeinde San Giovanni in Galdo stellt für Reisende 40 leer stehenden Häuser zur Verfügung. Sie können dort zwischen Juli und Oktober sieben Tage kostenlos wohnen. So soll Leben in das Dorf zurückkehren, in dem nur rund 550 Menschen wohnen. Denn es hat, wie viele kleine Orte in Italien, mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen. 

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Sieben Tage kostenloser Urlaub in Molise

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Kulturverein Amici del Morutto des lokalen Aktivisten Enzo Luongo, und die Resonanz bei Touristen ist riesig: Innerhalb weniger Tagen seien mehr als zweitausend Anfragen eingegangen – und zwar nicht nur aus Italien, sondern auch aus Deutschland, Frankreich, Irland, Japan oder den USA.  

„Für uns war das wie eine immense Umarmung, ein gigantisches Zeichen der Zuneigung aus aller Welt“, kommentiert die Gemeinde auf Facebook. Das Ziel sei erreicht: Die Region Molise sei auch über Italiens Grenzen hinweg bei Urlaubern bekannt geworden.

Über ein Formular auf der Homepage des Kulturvereins konnte man sich bewerben – aktuell ist wegen des Ansturms aber Schluss. Die Region plane jedoch, weitere Dörfer ins Boot zu holen und die Aktion auszuweiten.

Molise warb 2019 mit Geld-Geschenken um neue Einwohner

Es ist übrigens nicht die erste aufsehenerregende Aktion der Region. Im vergangenen Jahr warb Molise um neue Einwohner – und versprach Neuankömmlingen ein Begrüßungsgeld in Höhe von insgesamt 25.200 Euro, verteilt auf monatliche Zahlungen von 700 Euro drei Jahre lang.  

Dafür müssen die Menschen mindestens fünf Jahre dort wohnen und in einem der Dörfer arbeiten. Auch diese Aktion fand Anklang: Bis Ende 2019 waren mehr als 600 Bewerbungen eingegangen.