Als eine günstige und individuelle Alternative ist Airbnb für Reisende oft sehr attraktiv. Auch die Gastgeber profitieren von den zusätzlichen Mieteinnahmen, wenn sie die eigene Wohnung in ihrer Abwesenheit zur Verfügung stellen. Doch teilweise werden die Wohnungen zu gewerblichen Zwecken dauervermietet, wodurch der Mietspiegel und die Wohungsnot in den Städten steigen.

Um Overtourism zu bekämpfen und für Lebensqualität der Locals zu sorgen, haben schon im vergangenen Jahr zehn Städte die EU mit einem Brief um Hilfe gebeten. Nun macht Amsterdam Nägel mit Köpfen und verbietet das Vermieten von Ferienwohnungen in drei Stadtteilen.

Keine Vermietung von Ferienwohnungen in diesen drei Stadtteilen von Amsterdam 

In einer Mitteilung gab der Stadtrat bekannt, dass ab dem 1. Juli in Burgwallen Oude Zijde, in Burgwallen Nieuwe Zijde und in Grachtengordel-Zuid keine Wohnungen mehr an Touristen vermietet werden dürfen. 

Denn: In diesen Teilen der historischen Altstadt sei die Lebensqualität der Bewohner durch den Tourismus nachweislich ernsthaft gestört. Das gehe aus einem Forschungsbericht über die touristische Kapazität der Bezirke der Abteilung Forschung, Information und Statistik (OIS) hervor.

Neue Regelungen für Ferienwohnungen in ganz Amsterdam

Insgesamt 780 Personen und Organisationen hätten sich laut der Stadt bis Ende Mai zum Verbot äußern können. Davon würden rund 75 Prozent sogar ein Verbot für die gesamte Stadt bevorzugen. Das sei aber nicht machbar, da die Europäische Dienstleistungsrichtlinie sicherstelle, dass Dienstleistungen wie die Vermietung an Touristen nur eingeschränkt werden, wenn ein triftiger Grund des öffentlichen Interesses vorliege.

Einschränkungen gibt es dennoch auch für andere Stadtteile: Laut der neuen Regelung dürfen Gastgeber ab dem 1. Juli ihr eigenes Haus oder ihre Wohnung nur mit einer Erlaubnis für maximal 30 Nächte pro Jahr an Touristen vermieten. 

Das sagt Airbnb zu den neuen Vorschriften in Amsterdam

Als Anbieter von Ferienwohnungen gelten die Vorschriften auch für Airbnb. Der Nachrichtenagentur Reuters teilte Airbnb Niederlande mit, man sei „zutiefst besorgt, dass die Vorschläge illegal sind und die Grundrechte der Anwohner verletzen“. Aber man sei weiterhin bestrebt, mit Amsterdam zusammenzuarbeiten, um langfristige Lösungen für die gemeinsame Nutzung von Eigenheimen zu unterstützen.