Ganz klar: Der Sommerurlaub 2020 sieht anders aus, als wir es gewohnt sind. Von Reisewarnung über Abstandsregeln am Strand bis hin zu einer Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten – wer in Corona-Zeiten verreist, muss viele Einschränkungen in Kauf nehmen.

Zu den Corona-Maßnahmen, die viele Länder eingeführt haben, gehört auch das Tragen von Masken in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln oder an anderen Orten. Hier erfährst du, wie unterschiedlich Verstöße gegen die Maskenpflicht im Ausland bestraft werden:

Italien verhängt in Europa höchste Geldstrafe

Neben dem Mund-Nasen-Schutz schreiben die Covid-19-Regelungen in Italien vielerorts auch Einweghandschuhe vor. Als Beispiele nennt das Auswärtige Amt Geschäfte, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Verstöße gegen die Maskenpflicht können mit Geldstrafen geahndet werden.

Die unterschiedlichen Regionen setzen die Regeln und Strafen allerdings unterschiedlich um. So soll die Lombardei, eine der am stärksten vom Coronavirus betroffenen Regionen in Italien, Berichten aus dem April zufolge 400 Euro Strafe verhängt haben, wenn Leute ohne Maske auf die Straße gingen. In der Lombardei gilt noch immer eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum und eine Handschuhpflicht in Geschäften. 

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Auch in Rom müssen Masken-Verweigerer mindestens 400 Euro Strafe zahlen – der Höchstsatz liegt bei 3000 Euro. Damit verhängt Italien laut dem Schutzausrüstungs-Anbieter Virusbedarf.de die höchsten Bußgelder im Europa-Vergleich.

Ohne Maske in Belgien: Brüssel verhängt hohe Strafen

Eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gibt es in Belgiens Hauptstadt Brüssel und ebenso in der Provinz Antwerpen, für die derzeit eine Reisewarnung besteht.

Der Mund-Nasen-Schutz muss in Brüssel in öffentlichen Verkehrsmitteln, den Haltestellen, Bahnhöfen und auf den Bahnsteigen sowie an den Flughäfen, in Geschäften, Einkaufszentren, zum Teil auch in Einkaufsstraßen, Gotteshäusern, Kultureinrichtungen, auf Märkten und beim Betreten von Restaurants getragen werden. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe von 250 Euro rechnen.

Bulgarien und Griechenland: 150 Euro Strafe ohne Maske

In Griechenland gilt generell eine Tragepflicht für den Mund-Nasen-Schutz in allen öffentlichen und geschlossenen Räumen. Wer dagegen verstößt, muss ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro zahlen. 

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Blagoewgrad, Dobritsch und Warna in Bulgarien. Dort und im Rest des Landes gilt eine Maskenpflicht im Nahverkehr, in Apotheken und anderen geschlossenen öffentlichen Räumen. Masken-Verweigerer werden ebenfalls mit einem Bußgeld von 150 Euro bestraft.

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Frankreich: 135 Euro Strafe bei Verstoß gegen Maskenpflicht

Auch in Frankreich müssen die Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und anderen öffentlich zugänglichen Räumen Masken tragen. Wer ohne den Schutz erwischt wird, muss seit Montag, 20. Juli, mit bis zu 135 Euro Strafe rechnen​. Genauso teuer ist es übrigens, seine Maske in Frankreich nicht ordnungsgemäß zu entsorgen, schreibt „Le Monde“.

Die Maskenpflicht gilt in Frankreich dem Auswärtigen Amt zufolge in Flugzeugen, Zügen, Bussen, Bahnhöfen, Flughäfen, Bushaltestellen, Taxis, Sammeltaxis sowie an weiteren öffentlichen Orten.

Verstoß gegen Maskenpflicht in Türkei

Wer sich in der Türkei ohne Maske erwischen lässt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 900 Lire rechnen, umgerechnet entspricht das knapp 117 Euro. Das berichtet die Zeitung „Daily Sabah“. Wer die Maske allerdings nur einmal vergisst, wird nicht sofort zur Kasse gebeten. Bei einem ersten Verstoß gibt es noch eine Verwarnung, erst bei mehrfachem Verstoß wird ein Bußgeld verhängt. 

Die Maskenpflicht gilt in der Türkei auf Marktplätzen, in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus ist in vielen Städten, darunter Istanbul und Ankara, das Tragen einer Maske auch überall sonst im öffentlichen Raum Pflicht, informiert das Auswärtige Amt.

Die Türkei zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reiseländern der Deutschen. Allerdings gilt für das Land aktuell weiterhin eine Reisewarnung. Davon ausgenommen sind aber die Provinzen Aydin, Izmir, Muğla und Antalya. Was das für deinen Türkei-Urlaub bedeutet, erklären wir in dieser Übersicht.

Ohne Maske in Spanien: bis zu 100 Euro Strafe

Lange galt in Spanien eine Maskenpflicht an öffentlichen Orten, an denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mittlerweile wurden diese Regeln auf den Balearen und den Kanaren verschärft.

So müssen Urlauber nicht nur im Hotel, am Flughafen, im Restaurant oder in Bussen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sondern überall im öffentlichen Raum, also auch auf der Straße. Wer dagegen verstößt, riskiert eine Strafe in Höhe von 100 Euro. 

Die gute Nachrich für die Balearen: Für den Strandbesuch, am Pool sowie beim Sport gibt es Ausnahmen. Dort kannst du weiterhin ohne Maske die Sonne genießen. Die schlechte Nachricht: Die Inselgruppe sowie das spanische Festland gelten derzeit als Corona-Risikogebiet. Es besteht ebenso eine Reisewarnung. Ausgenommen sind davon die Kanaren, dort gilt die Maskenpflicht aber auch am Strand.

Schon vor der Reisewarnung haben bereits mehrere Regionen in Spanien, darunter die Costa del Sol und die Costa Blanca, die Maskenpflicht verschärft.

Holland: Maske auf in Zügen und Co.

Seit dem 1. Juni musst du eine Maske tragen, wenn du in den Niederlanden mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fähren unterwegs bist. Hier kontrollieren Schaffner und lokale Behörden, ob die Maskenpflicht eingehalten wird. Wer keine Maske trägt, kann „Dutch News“ zufolge ein Bußgeld von 95 Euro auferlegt bekommen.

Ohne Maske in Österreich: 25 Euro Strafe

Noch günstiger kommst du in Österreich weg: Dort werden Verstöße gegen die Maskenpflicht vergleichsweise mild bestraft. Der Zeitung „Die Presse“ zufolge wird lediglich eine Geldbuße in Höhe von 25 Euro fällig. Verstöße gegen andere Corona-Maßnahmen schlagen mit 50 Euro zu Buche.

Seit dem 15. Juni gelten in Österreich neue Bestimmungen zum Tragen von Masken. Seitdem besteht die Pflicht dazu in öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, bei denen es keine zugewiesenen Sitzplätze gibt, in Seil- und Zahnradbahnen, in Reisebussen, im Innenbereich von Ausflugsschiffen, in Apotheken und bei Dienstleistungen, wenn der Ein-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann oder keine anderen Schutzmaßnahmen (zum Beispiel eine Plexiglasscheibe) vorhanden sind. Am 24. Juli wurde die Pflicht erweitert: Seither besteht die Maskenpflicht zusätzlich im Lebensmitteleinzelhandel, in Supermärkten sowie in Bank- und Post-Filialen.

In Oberösterreich gilt zudem seit dem 9. Juli wieder die Maskenpflicht in Einkaufszentren, Markthallen, Gaststätten und beim Betreten anderer öffentlicher Orte in geschlossenen Räumen.

Dänemark: Maskenpflicht nur am Flughafen

Dänemark bildete in der EU eine Ausnahme: Dort wurde die Bevölkerung lange nicht dazu aufgefordert, im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen. Der Grund: Es sei unsicher, ob Masken einen Einfluss auf die Übertragung des Virus hätten.

Doch ab dem 22. August gilt zumindest in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Zug und U-Bahn eine Maskenpflicht. Seit dem 15. Juni war nur das Tragen einer Maske an Flughäfen notwendig. Allerdings ist nicht bekannt, ob und wie ein Verstoß dagegen geahndet wird.