Statt in einem Hotel wollen viele Urlauber in der Corona-Krise lieber im eigenen Wohnwagen oder Zelt übernachten. Deshalb gibt es derzeit einen regelrechten Camping-Boom, wodurch viele Campingplätze bereits ausgebucht sind. Doch einfach abseits der offiziellen Stellplätze solltest du dein Nachtlager nicht aufschlagen.

Wildcamping in Deutschland: In diesen Bundesländern ist es verboten

Auch wenn es sehr verlockend klingt, am Strand zu zelten oder im Wohnwagen eine romantische Nacht im Wald zu verbringen – in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen ist Wildcamping generell verboten. Wer bei dem illegalen Abenteuer erwischt wird, zahlt je nach Bundesland eine Strafe in Höhe von 100 bis 5.000 Euro.

Deutschlandweit generell verboten ist das Wildcampen in Naturschutzgebieten, auf Privatgrund braucht es die Zustimmung des Eigentümers. Jedes Bundesland hat seine eigenen Naturschutz- und Waldgesetze. Einige erlauben Wildcamping nur mit einer Genehmigung, andere haben keine Gesetze dafür oder erlauben es ohne Einschränkungen. In welchen Bundesländern was erlaubt ist, findest du im Folgenden.

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Bayern: Wildcamping fast überall verboten

In Bayern ist das Aufstellen und Bewohnen von Zelten oder Wohnwagen in der freien Natur außerhalb behördlich genehmigter Zelt- oder Campingplätze nur mit der Zustimmung des Grundstücksberechtigten möglich. Das schreibt das Bayrische Staatsministerium für Umwelt

Je nachdem, wo und wie du campen willst, musst du dir also die Genehmigung der zuständigen Gemeinde oder des Besitzers eines Waldes vor dem Abenteuer einholen. Fürs Zelten ist in der Regel eine Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde erforderlich.

Vorsicht beim Wildcamping in Bayern. (Symbolbild)

Auf den bundeseigenen Ufergrundstücken an den Bundeswasserstraßen Main, Main-Donau-Kanal und Donau sei das Zelten und Entzünden von Feuer aber generell verboten. Ebenso in:

  • Nationalparken
  • Naturschutzgebieten
  • als Naturdenkmal geschützten Flächen
  • geschützten Landschaftsbestandteilen
  • gesetzlich geschützten Biotopen
  • Wildschutzgebieten
  • geschützten Wildbiotopen
  • Wasserschutzgebieten

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Wanderer dürfen in Brandenburg für eine Nacht zelten

In Brandenburg dürfen Zelte und Wohnwagen oder Wohnmobile nur auf dafür zugelassenen Plätzen aufgestellt und benutzt werden, heißt es im Paragraf 22 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes. Wer in einem Landschaftsschutz- oder Wasserschutzgebiet wild campe, muss laut einem Bericht der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ mit einer Strafe von bis zu 500 Euro rechnen.

Es gibt eine Ausnahme: Wanderer (ob zu Fuß, Fahrrad, Pferd oder auf dem Wasser) dürfen außerhalb der Nutzzeit „in der freien Landschaft für eine Nacht Zelte aufstellen“, so seht es im Gesetz. Ausgenommen davon sind Nationalparks, nationale Naturmonumente und Naturschutzgebiete sowie private Gelände.

Wildcamping: Rechtliche Grauzone in Bremen

Da Bremen kein eigenes Waldgesetz hat, gilt dort das Bundeswaldgesetz und da heißt es in Paragraf 13: „Die Belange des Naturschutzes, der anderen Erholungssuchenden und die Rechte der Eigentümer dürfen nicht unzumutbar beeinträchtigt werden.“

Damit unterliegt das Wildcamping in Bremen einer rechtlichen Grauzone – die Zeltmöglichkeiten wären aber ohnehin wegen der wenigen unbebauten Flächen begrenzt.

Hamburg: Waldeigentümer muss Camping zustimmen

Die Wälder Hamburgs dürfen zum Zweck der Erholung betreten werden, reiten und Fahrrad fahren (ohne Motorantrieb) ist nur auf den Wegen erlaubt. Das Zelten und Abstellen von Fahrzeugen samt Anhängern ist erlaubt, aber nur unter der Voraussetzung, dass der Waldbesitzer seine Erlaubnis gegeben hat. So steht es im Landeswaldgesetz (Paragraf 9).

Tent in the woods, with a person sleeping inside in a sleeping bag model released Symbolfoto GUSF03689 imago images/Westend61

Hessen: Camper brauchen Erlaubnis von Waldeigentümer

Auch in Hessen brauchst du die Erlaubnis des Waldeigentümers, um dort eine Nacht in der Natur abseits offizieller Campingplätze zu verbringen. Im hessischen Waldgesetz ist unter Paragraf 15 festgehalten, dass das Zelten und Abstellen von Wohnwagen und anderen fahrbaren Unterkünften der Zustimmung des Waldbesitzers bedarf.

Wanderer dürfen eine Nacht in Mecklenburg-Vorpommern zelten

Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen Zelte, Wohnwagen oder Wohnmobile grundsätzlich nur auf dafür zugelassenen Plätzen aufgestellt und benutzt werden. Das hält Paragraf 28 im Landesrecht des Bundesnaturschutzgesetzes fest.

Allerdings dürfen nicht motorisierte Wanderer abseits von Zelt- und Campingplätzen in der freien Landschaft zelten, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine anderen Rechtsvorschriften entgegenstehen“. Das gilt aber nur für eine Nacht und nur außerhalb von Nationalparks, nationalen Naturmonumenten und Naturschutzgebieten.

In einem Wald gelten wiederum andere Regeln. Im Landeswaldgesetz heißt es: „Das Zelten sowie das Abstellen von Wohnwagen, Wohnmobilen und Verkaufsständen sind unzulässig. Ausnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Forstbehörde und der Zustimmung des Waldbesitzers.“

Wildcamper brauchen in Rheinland-Pfalz eine Genehmigung

Ohne eine Genehmigung des Waldbesitzers vorweisen zu können, solltest du in Rheinland-Pfalz nicht einfach dein Zelt aufschlagen und wild campen. Denn: Laut Paragraf 22 des Landeswaldgesetzes ist dafür unbedingt die Zustimmung des Waldbesitzers notwendig. Ansonsten drohen laut Bußgeldkatalog bei bis zu zehntägigem Wildcamping Strafen von 16 bis 512 Euro.

Sachsen-Anhalt: Wildcamping erfordert eine Genehmigung

In Sachsen-Anhalt kannst du in der freien Landschaft mit deinem Wohnwagen oder Zelt übernachten, wenn du vorher die ausdrückliche Erlaubnis des Nutzungsberechtigten beziehungsweise Waldbesitzers hast, so regelt es der Paragraf 22 des Landeswaldgesetzes. Mit der Zustimmung könntest du auch eine Feuerstelle anlegen und es dir so richtig gemütlich machen.

In Sachsen-Anhalt brauchst du fürs Wildcamping die ausdrückliche Erlaubnis des Nutzungsberechtigten. (Symbolbild)

Schleswig-Holstein hat extra Plätze für Wildcamper

Das Bundesland Schleswig-Holstein hat extra etwa 20 Trekkingplätze für Wildcamper geschaffen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Gegend erkunden wollen und dann für eine Nacht im Zelt übernachten wollen.

Das Angebot unter dem Namen „Wildes Schleswig-Holstein“ ist nicht für Wohnmobile oder Dauercamper gedacht. Darauf weist das Land auf der Website ausdrücklich hin. 

Thüringen: Wildcamping erfordert Erlaubnis des Waldeigentümers

Solltest du dein Zelt in einem Wald in Thüringen aufstellen wollen, dann ist das unter einer bestimmten Auflage erlaubt: wenn der Waldeigentümer ausdrücklich die Genehmigung erteilt hat. Das regelt der Paragraf 10 des Thüringer Waldgesetzes.