Kurz vor dem Start der Sommerferien rutscht eine Region in Deutschland zurück in den Corona-Lockdown: Es trifft den Kreis Gütersloh und den Kreis Warendorf. Das bedeutet für die Bewohner nicht nur die Rückkehr zu Einschränkungen im Alltag, sondern auch Probleme auf Reisen.

Ein Reiseverbot gibt es zwar weder in der betroffenen Region noch in Nordrhein-Westfalen, aber immer mehr Bundesländer und Urlaubsregionen in Deutschland sprechen sich gegen eine Anreise von Touristen aus den Kreisen aus.

In diesen Bundesländern gibt es Regeln für Urlauber aus Risikogebieten:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

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Beherbergungsverbot in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Baden-Württemberg

Hotels und Ferienunterkünfte in Niedersachsen dürfen keine Gäste aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf mehr empfangen, weil die Zahl der Coronavirus-Fälle dort infolge des Massenausbruchs im Schlachtbetrieb Tönnies zu hoch ist. Die Verordnung gilt zunächst bis zum 5. Juli.

Es gilt die Regel: Menschen aus einer Region mit mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner dürfen nicht beherbergt werden. Es gibt aber Ausnahmen: So dürfen Urlauber aus den Hotspots ihren Urlaub in Niedersachsen antreten, wenn sie ein ärztliches Attest vorlegen können, das ihnen einen negativen Corona-Test bescheinigt.

Außerdem können Urlauber aus den betroffenen Kreisen, die sich bereits in Niedersachsen befinden, zur Abreise gezwungen werden, wenn sie ihren Urlaub ab dem 11. Juni oder später begonnen haben.

Auch Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern verbieten die Beherbergung von Urlaubern aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Sie dürfen nur in die Bundesländer, wenn sie ein ärztliches Attest über einen negativen Corona-Test vorweisen können. In Bayern können Personen aus betroffenen Kreisen außerdem einreisen, wenn sie zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch anreisen müssen oder „einen sonstigen triftigen Reisegrund“ nachweisen können.

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Bereits am Montag waren auf der Insel Usedom vereinzelt Urlauber aus dem Kreis Gütersloh dazu aufgefordert worden, das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen. Wenn eine Region aber erst nach Anreise als Risikogebiet ausgewiesen werde, dürften Urlauber, die schon vor Ort sind, in Mecklenburg-Vorpommern bleiben, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe am Donnerstag.

Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz verordnen Quarantäne

Schleswig-Holstein informiert darüber, dass sich Reisende aus Risikogebieten in 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Alternativ können die Urlauber aber auch hier ein ärztliches Attest über einen negativen Corona-Test vorlegen, der maximal 48 Stunden vor Abreise gemacht worden ist.

In Rheinland-Pfalz gilt seit dem 26. Juni ebenfalls eine 14-tägige Quarantänepflicht für Reisende aus Risikogebieten. Wer dagegen verstoße, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Die Quarantänepflicht entfällt auch hier bei Vorlage eines Attests und gilt nicht für Menschen auf der Durchreise.

Das erwartet Urlauber aus Risikogebieten in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Hessen

Ebenfalls einen negativen Corona-Test müssen Reisende aus Risikogebieten in Berlin vorweisen, heißt es am Freitag. Ansonsten droht eine zweiwöchige Quarantäne. Brandenburg hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche beschlossen.

Ab dem 1. Juli dürfen in Hamburg nur Personen beherbergt werden, wenn sie einen negativen Corona-Test nachweisen können. Hamburger, die aus deutschen Corona-Hotspots nach Hause kommen, brauchen ebenfalls einen negativen Nachweis oder müssen zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

In Hessen gibt es ein Beherbergungsverbot bereits ab Samstag. Das kann mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als zwei Tage ist, umgangen werden. 

Darauf müssen Reisende aus Corona-Hotspots in Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt achten

Im Saarland dürfen keine Urlauber untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kommen – es sei denn, sie haben einen Corona-Nachweis, der nicht älter als zwei Tage ist. Besuche eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners bleiben aber weiterhin erlaubt.

In Sachsen-Anhalt dürfen Einreisende aus Corona-Risikogebieten vorerst nicht in Hotels oder auf Campingplätzen übernachten. Diese Regelung gilt ab Samstag. Mit einem negativen Test auf Covid-19 ist die Einreise erlaubt.

Auch das Gesundheitsministerium in Sachsen will ein Beherbergungsverbot umsetzen, falls die Reisenden keinen negativen Test vorweisen können. Ein endgültiger Beschluss lag am Freitag noch nicht vor.

Gesundheitsminister von NRW ruft Urlauber zu Corona-Tests auf

Um den Güterslohern und Warendorfern eine größtmögliche Reisefreiheit zu bieten, hat Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, in einer Pressemitteilung dazu aufgerufen, einen Corona-Test zu machen. Denn mit einem negativen Test stehe auch dem Sommerurlaub nichts im Wege.