Reisen war durch die Corona-Pandemie monatelang nahezu unmöglich. Mittlerweile sind beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Griechenland und Kroatien zwar wieder für Touristen erreichbar, aber viele Reisefans zögern noch mit der Buchung ihres Sommerurlaubs 2020.

Denn die Krise und die damit verbundenen Folgen für Urlauber, wie etwa die beispiellose Rückholaktion von Hunderttausenden gestrandeten Urlaubern, die Reisewarnung und die Einschränkungen in den Ländern selbst, führen nach wie vor zu Verunsicherung.

Angesichts der sich ständig ändernden Lage in Deutschland, Europa und der Welt wollen die Menschen über alle Eventualitäten informiert sein, bevor sie einen Urlaub buchen. Der reisereporter beantwortet dir die wichtigsten Fragen rund um die Buchung deines Sommerurlaubes im Überblick.

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Urlaub trotz Corona: Kann ich in Länder mit Reisewarnung reisen?

Während die Bundesregierung die internationale Reisewarnung für die meisten Länder Europas bereits wieder aufgehoben hat, wurde die Reisewarnung vom Auswärtigen Amt für insgesamt 160 Länder weltweit bis zum 31. August verlängert. Zu diesen Ländern zählen auch beliebte Reiseziele wie Ägypten, Tunesien und die Türkei. 

Allerdings handelt es sich bei einer Reisewarnung nicht um ein striktes Reiseverbot, sondern vielmehr um einen Appell. Wer sich also trotz Warnung für einen Urlaub etwa in der Türkei entscheidet, der kann auch theoretisch dorthin reisen. In diesem Fall musst du aber mit Einschränkungen rechnen, sowohl bei der Hinreise, vor Ort als auch bei deiner Rückkehr nach Deutschland. 

So bieten die meisten Reiseveranstalter keine Pauschalreisen in Länder an, für die eine Reisewarnung ausgesprochen wurde. Die logische Alternative ist in diesem Fall die Individualreise, die aber nur selten kostenfrei storniert werden kann. Auch wenn du vor Ort krank wirst, stehst du oftmals vor einem Problem, denn oft greift die Auslandskrankenversicherung bei einer aktiven Reisewarnung nicht mehr. Und zurück in Deutschland erwartet alle Menschen, die aus einem Risikogebiet zurückkommen, eine 14-tägigen Quarantäne.

Wer auf Nummer sicher gehen und unbedingt Urlaub in einem Land machen möchte, für das aktuell noch eine Reisewarnung gilt, der kann sich für einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr entscheiden und etwa für Oktober eine Pauschalreise nach Äypten buchen. 

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Was muss ich bei der Buchung für andere Länder beachten?

Ein Urlaub im europäischen Ausland ist in den meisten Ländern wieder möglich, und das sogar ohne Reisewarnung. Um in der unsicheren Corona-Zeit die Urlaubslust bei möglichst vielen Menschen zu wecken, lockt die Tourismusbranche aktuell an vielen Stellen mit günstigen Pauschalreisen nach Österreich, Dänemark, Griechenland oder auf die Balearen.

Aber solltest du eine Buchung wagen? Diese Entscheidung muss jeder Reisende für sich treffen. Aber ein Blick auf die Situation in den Urlaubsländern zeigt, dass die Corona-Maßnahmen vor Ort ähnlich gestaltet sind wie die Regeln in Deutschland: Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Wenn du dich damit anfreunden kannst, dann steht einer Buchung grundsätzlich nichts im Wege. 

Allerdings solltest du ein paar Punkte checken, bevor du deine nächste Reise buchst: Wie ist die Infektionsrate derzeit vor Ort? Kommst du im Notfall auch auf dem Landweg von deinem Reiseziel wieder nach Hause? Und am wichtigsten: Deckt deine Auslandskrankenversicherung auch eine Infektion mit dem Coronavirus im Urlaub ab? Viele Policen schließen nämlich den Pandemie-Fall kategorisch aus, was am Ende im Fall der Fälle teuer werden könnte.

Was passiert bei einem positiven Corona-Test vor Abflug?

Einige Urlaubsländer verlangen für die Einreise im Sommer einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein sollte. Und es ist nicht auszuschließen, dass der nicht kurz vor Abfug positiv ausfallen kann. Die Reise ist damit gestrichen, so viel ist klar. Aber: Wer zahlt dann eigentlich den ausgefallenen Urlaub?

Im besten Fall hast du für einen solchen Fall eine gute Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Denn die übernimmt im Krankheitsfall des Reisenden die Stornierungskosten. Allerdings gilt auch hier: Lies das Kleingedruckte komplett durch. Sonst könnte dich eine böse Überraschung erwarten, denn viele Policen schließen den Pandemie-Fall in den AGB aus. 

Solltest du hingegen mehr der Risiko-Freund sein und auf eine Rücktrittsversicherung verzichtet haben, dann musst du alle Hoffnung auf die Kulanz deines Reiseveranstalters setzen. Die meisten allerdings bieten derzeit angesichts der Pandemie nur kostenlose Stornierungen bis 14 Tage vor Abreise an.

Was passiert, wenn ich im Ausland am Coronavirus erkranke?

Das hängt davon ab, ob für dein Reiseziel eine Reisewarnung besteht oder nicht. Denn solltest du in einem von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuften Land Urlaub machen und am Coronavirus erkranken, kannst du damit rechnen, auf allen Kosten sitzen zu bleiben. Das betrifft sowohl die Behandlung als auch die Unterbringung und den Rückflug, sollte die Quarantäne länger dauern als deine eigentliche Reise. 

Solltest du hingegen als Tourist in einem Land ohne Reisewarnung unterwegs sein, dann sieht die Sache schon etwas komplexer aus. Bei einer Covid-19-Erkrankung schließen auch dann noch einige Auslandskrankenversicherungen eine Kostenübernahme aus. Zwar ist auch dann meist der notwendige medizinische Rücktransport versichert, alle anderen Behandlungskosten vor Ort müssen aber selbst getragen werden.

Im Quarantäne-Fall aber haben Urlauber hier die deutlich besseren Karten, zumindest wenn sie eine Pauschalreise gebucht haben. Denn dann sorgt die Reiseleitung für eine sichere Unterkunft in der Urlaubszeit und eine sichere Heimreise nach der Quarantäne.

Welche Corona-Maßnahmen gelten in den Urlaubsländern?

Die Grenzöffnungen innerhalb Europas bedeuten nicht automatisch auch, dass die jeweiligen Länder den Kampf gegen das Coronavirus auch gewonnen haben.

Deshalb musst du auch im Urlaub mit Einschränkungen durch die Corona-Krise rechnen. So gilt an vielen Orten die Maskenpflicht, am Strand wird aber meistens auf Abstandsregeln gesetzt.

Sommerurlaub: Was passiert, wenn die Reisewarnung wiederkommt?

Sollte sich die Pandemie in Deutschland oder in betroffenen Ländern wieder schneller ausbreiten, dann ist es möglich, dass erneut eine Reisewarnung ausgesprochen wird oder die Grenzen des Landes geschlossen werden. 

In diesem Fall werden alle für den entsprechenden Zeitraum gebuchten Pauschalreisen in der Regel vom Veranstalter storniert – und zwar kostenfrei für die Kunden. Urlauber, die bereits vor Ort sind, werden außerdem vom Reiseveranstalter sicher in die Heimat gebracht. 

Anders sieht das bei Individualreisenden aus: Die müssen sich im Zweifel selbst um die Rückreise kümmern und auch die Kosten dafür tragen, denn auch eine Reiserücktrittsversicherung greift bei einer Reisewarnung nicht mehr.