Endlich wieder Mallorca: Am Montag sind die ersten deutschen Urlauber nach dem Corona-Lockdown auf die Balearen geflogen. Sie sind Teil eines Pilotprojekts, bei dem auch der Urlaub unter Corona-Bedingungen getestet werden soll. Insgesamt dürfen bis zur Grenzöffnung Spaniens am 21. Juni nur einige Tausend Deutsche auf die Balearen reisen, die meisten davon nach Mallorca. 

Tui-Reise nach Mallorca endet für vier Urlauber in Odyssee

Für vier von ihnen entwickelte sich die Reise allerdings zu einer Odyssee: Sie flogen aufgrund eines Fehlers im Buchungssystem über Zürich und wurden auf Mallorca abgewiesen. In einem Facebook-Post berichtet einer der Betroffenen von den Erlebnissen.

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Mit seiner Frau ist Kai-Jörg Krall am Montagmorgen von Frankfurt über Zürich nach Mallorca geflogen. Eine Verbindung, die ihnen so vom Tui-Buchungssystem zugewiesen wurde. 

Zunächst sei noch alles nach Plan gelaufen, so Kai-Jörg. Beide Maschinen seien pünktlich gestartet, um 15 Uhr landete das Paar auf Mallorca. Dort fuhren beide im Bus wie gewohnt zur Gepäckausgabe. Doch bevor sie ihr Gepäck abholen konnten, mussten sie die Kontrollstelle der spanischen Grenzpolizei passieren. Und dort sollte ihr Urlaub frühzeitig enden. 

Denn auf die Aussage, dass sie aus Zürich gekommen seien, lautete das Urteil der Beamten: Einreise verboten. Obwohl das Paar mit Buchungsunterlagen nachweisen konnte, dass sie über Tui gebucht hatten und als Teil des Pilotprojekts auf die Insel gereist seien, blieben die Beamten rigoros.

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Tui-Urlauber dürfen nicht auf Mallorca einreisen

Verzweifelt versuchten Kai-Jörg und seine Frau, Tui zu erreichen. Doch bei mehreren Versuchen erreichten sie entweder den Anrufbeantworter oder eine Warteschleife. Die Tui-Reiseleiterin vor Ort versprach zwar telefonisch, sich zu kümmern und das Flughafen-Management zu kontaktieren.

Der Rückruf erreichte die Urlauber aber erst, als sie nach 70 Minuten Aufenthalt am Airport mit einigen anderen abgewiesenen Passagieren schon wieder im Flieger zurück nach Zürich saßen. Darunter war auch ein Paar aus Berlin, das ebenfalls im Rahmen des Pilotprojekts die Reise gebucht hatte.

Die spanischen Grenzpolizisten machten die Urlaubsträume der vier Tui-Urlauber zunichte.

In Zürich angekommen, schlossen sich die vier zusammen. Da kein Zug oder Flug Richtung Deutschland mehr ging, teilten sie sich einen Mietwagen. Die Berliner stiegen in Stuttgart aus, um dort mit dem Zug weiterzufahren. Kai-Jörg und seine Frau beschlossen nach der Ankunft in Frankfurt – mittlerweile war es nach Mitternacht –, die letzten 200 Kilometer nach Hause am nächsten Tag zurückzulegen, sie übernachteten in einem Hotel.

Am Morgen brachten sie den Mietwagen zum Flughafen und stiegen dort wieder in ihr eigenes Auto. Nach mehr als 30 Stunden waren die beiden wieder zu Hause. Statt Entspannung auf Mallorca gab es für sie nur eine aufreibende Odysee durch Europa. „Für uns und einige andere ist das Experiment Mallorca-Urlaub definitiv nicht erfolgreich gewesen!“, schreibt Kai-Jörg in seinem Facebook-Post. 

Rund 2.600 Euro habe die Odysee das Paar gekostet, berichtet „RTL“, enthalten sind die Kosten für die eigentliche Reise, die Mietwagen-Gebühr, Spritkosten und die Hotelübernachtung in Frankfurt.

Tui räumt Fehler im Buchungssystem ein und verspricht Entschädigung

Diesen finanziellen Schaden will Tui den Kunden ersetzen „und noch für die entgangenen Urlaubsfreuden etwas drauflegen“, schreibt Kai-Jörg am Freitag. Der Reiseveranstalter habe sich mittlerweile schriftlich für den Vorfall entschuldigt. Die Flugkombination sei durch einen Fehler im Buchungssystem entstanden, das automatisch die günstigste Variante suche.

„Leider ist dabei eine fehlerhafte Flug-Kombination über Zürich erfolgt, die so nicht möglich war. In der Regel reisen deutsche Urlauber nicht mit Umsteigeverbindung nach Mallorca, sondern über Direktflüge“, erklärt Tui-Sprecher Aage Dünhaupt auf reisereporter-Nachfrage. „Wir bedauern den Fehler des elektronischen Buchungssystems, der für künftige Buchungen nicht mehr vorkommen wird.“ Man habe die Kunden kontaktiert und eine „kulante Regelung“ in die Wege geleitet. 

Polizei auf Mallorca hat mehrere Flugpassagiere am Montag zurückgeschickt

Wie das „Mallorca Magazin“ berichtet, wurden am Montag noch andere Reisende abgewiesen: Insgesamt 25 Flugpassagiere mussten Mallorca kurz nach der Landung wieder verlassen. Sie waren mit zwei Flügen aus München und Zürich auf die Insel gekommen. Die Polizei schickt Reisende zurück, die in nicht autorisierten Flügen landen und keinen Erstwohnsitz auf Mallorca haben.

Die meisten der Zurückgewiesenen hätten geglaubt, dass Urlaub auf Mallorca – auch außerhalb des Pilotprojekts – wieder möglich sei. Allerdings öffnet Spanien die Grenzen erst am kommenden Montag, 22. Juni, wieder für alle Urlauber.