Nach langem Bangen um den Sommerurlaub in der Türkei gab es in dieser Woche nun die Ernüchterung für alle hoffnungsvollen Reisefans: Die Bundesregierung stuft das beliebte Urlaubsland wegen der Corona-Lage vor Ort weiterhin als Risikogebiet ein und verlängert deshalb auch die Reisewarnung für die Türkei. 

Nun ist eine Reisewarnung zwar kein Reiseverbot, aber: Wer in einem Land Urlaub machen will, für das eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts besteht, muss einige Hürden beziehungsweise Nachteile im Vergleich zu Urlaubsländern, für die keine Warnung ausgesprochen wurde, in Kauf nehmen. 

Türkei-Urlauber müssen in Deutschland 14 Tage in Quarantäne

Reisen oder nicht reisen? Urlaub buchen oder abwarten? Das fragen sich deshalb nun zahlreiche Türkei-Urlauber. Und die Antwort dürfte nicht allzu leichtfallen. Denn es steht Risiko gegen Strandurlaub, Quarantäne gegen Entspannung.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes müssen Rückkehrer aus Risikogebieten aktuell damit rechnen, in Deutschland zunächst 14 Tage in Quarantäne zu müssen.

Das ist aber nicht die einzige Folge der Reisewarnung für die Türkei. Urlauber, die trotzdem in das Land reisen, sollen sich außerdem in eine Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen lassen, damit sie im Notfall Hilfe bekommen können. Das gilt aber nicht für den Fall eines neuen Lockdowns inklusive geschlossener Airports am Reiseziel. Denn die Bundesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass es keine zweite Rückholaktion geben wird.

Kostenlose Stornierung von Pauschalreise durch Reisewarnung wieder möglich

Viele Pauschalreisen werden als Folge der Reisewarnung ohnehin vom Veranstalter selbst storniert, bei Tui beispielsweise bis zum 30. Juni, bei Alltours bis zum 14. Juli (Stand: 19. Juni).

Entscheidende Voraussetzung für eine kostenlose Stornierung durch den Urlauber ist nach den gesetzlichen Regelungen, dass am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, welche die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Menschen an den Zielort erheblich beeinträchtigen. Das bedeutet: Eine Reisewarnung der Bundesregierung ist zwar ein starkes Indiz für die Möglichkeit der kostenfreien Stornierung, aber nicht zwingend notwendig. Auch ohne Reisewarnung können die Voraussetzungen gegeben sein.

Hotel oder Flug nicht so einfach stornierbar

Individualreisende, die alle Leistungen (Flug, Hotel, eventuell Mietwagen) einzeln gebucht haben, könnten größere Probleme bei der Stornierung bekommen. Denn: „Bei einem gebuchten Flug trägt immer der Passagier das Verwendungsrisiko“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott. Wenn Urlauber am Reiseziel also grundsätzlich einreisen dürfen, wird eine kostenfreie Stornierung sehr schwierig, da keine Argumentationsgrundlage gegeben ist.

In einem Fall aber ist eine kostenfreie Stornierung möglich: „Sollte ein Einreiseverbot herrschen oder Quarantäne-Pflicht, dann kann das ein Stornierungsgrund sein.“ Außerdem bieten viele Airlines derzeit aus Kulanz kostenlose Umbuchungen an.

Die Türkei ist eines von mehr als 160 Ländern, für das angesichts der Corona-Pandemie noch eine aktive Reisewarnung besteht. Auf der entsprechenden Liste sind auch Länder wie Ägypten, Schweden und Thailand zu finden.