Noch immer gilt in Deutschland für viele Länder außerhalb Europas die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Aber: Eine Warnung ist kein Verbot. Diejenigen, die individuell reisen und sich des mangelnden Versicherungsschutzes sowie der eingeschränkten diplomatischen Hilfe bewusst sind, haben also die Möglichkeit, sich auf eine Fernreise zu begeben. 

Dass diese Option Chancen birgt, ist auch den beliebten Urlaubsorten dieser Welt bewusst. Ein Großteil von ihnen erlaubt trotz zweiter Coronavirus-Welle weiterhin deutsche Touristen – und das ohne 14-tägige Quarantäne. Welche Länder dazugehören, zeigt der reisereporter.

Konsequenz einer Reise ins Risikogebiet: Coronatest und Quarantäne

Wichtig: Auch wenn die Länder die Grenzen öffnen, sollten sich Reisende über die Konsequenzen bewusst sein. Bei der Rückreise nach Deutschland müssen sie, wenn das betreffende Fernreiseziel als Risikogebiet gilt und auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) steht, dann müssen sie verpflichtend einen Coronatest machen und bis zum Ergebnis in Quarantäne.

Karibik

Wie wäre es mit einem Corona-Urlaub in der Karibik? Möglich ist das in jedem Fall – trotz der Reisewarnung, die für die meisten Inseln weiterhin gilt.

Allerdings musst du mit einigen Corona-Regeln rechnen. Zum Beispiel musst du bei vielen Destinationen vor der Einreise einen negativen Corvid-19-Test vorweisen oder mit einer Maskenpflicht an öffentlichen Orten rechnen. 

  • Antigua und Barbuda (negativer Coronatest erforderlich)
  • Aruba (Anmeldung und negativer Coronatest erforderlich)
  • Barbabos (Einreiseformular und negativer Covid-19-Test nötig)
  • Jamaika (Einreiseerlaubnis nötig)
  • St. Lucia (negativer Coronatest nötig, Aufenthalt nur in zertifiziertem Hotel erlaubt)
  • Bahamas (negativer Coronatest für EInreiseerlaubnis nötig)
  • Bermuda (Reisegenehmigung erforderlich)
  • Dominikanische Republik (Coronatest bei Einreise oder Coronatest vor Abflug nötig)
  • St Maarten (Einreiseformular und negativer Coronatest erforderlich)

Afrika

Experten wie Infektiologen und Virologen gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie in Afrika weiterhin stark grassiert. Dennoch gibt es Länder, die Urlauber aus Deutschland empfangen, hier kommen ein paar:

Tansania

Tansania erlaubt die Einreise seit längerer Zeit wieder. Allerdings ist auf die offiziellen Infektionszahlen vor Ort kein Verlass. Das Risiko, sich mit Covid-19 anzustecken, ist daher nicht überschaubar. 

Namibia

Namibia hat am 1. September die Öffnung des Hauptstadtflughafens Hosea Kutako International Airport in Windhuk bekannt gegeben, erste kommerzielle Flüge werden ab dem 11. September erwartet. Deutschlands größte Airline Lufthansa will ab dem 19. September wieder Flüge anbieten.

Allerdings ist die Einreise mit einigen Beschränkungen verbunden: Es braucht einen negativen Corona-Test, zudem muss am Flughafen sowohl ein Gesundheitsfragebogen als auch ein Einreiseformular abgegeben werden. Die sieben Tage lange Aufenthaltspflicht für Touristen wurde aufgehoben, berichtet die „Allgemeine Zeitung Namibia“. Reisende dürfen seit dem 8. September wieder sofort nach der Einreise das Land erkunden. Sie müssen aber erreichbar bleiben und werden am fünften Tag auf Corona getestet.

Ruanda

Ruanda lässt als eines der ersten Länder Afrikas seit dem 17. Juni wieder Reisende ins Land – seit dem 1. August ist auch die Einreise über den Flughafen Kigali wieder möglich. Ankommende Personen sind laut der örtlichen Tourismusorganisation dazu verpflichtet, einen negativen Covid-19-Test vorzuweisen. Das Ergebnis darf nicht älter als fünf Tage sein. Doch damit nicht genug: Nach der Einreise ist ein weiterer Corona-Test erforderlich. Bis das Ergebnis ausgewertet ist, müssen die Reisenden in einem Transferhotel in Quarantäne.

Ägypten

Exotische Tiere, eine weite Wüste und das Rote Meer: Ägypten ist eines der beliebtesten Reiseziele weltweit. Kein Wunder also, dass auch viele Deutsche auf die Wiederöffnung der Grenzen am 1. Juli gewartet haben. Allerdings gilt nach wie vor die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Denn das Land ist weiterhin stark vom Coronavirus betroffen. Außerdem ist seit dem 15. August für die Einreise nach Ägypten ein negativer PCR-Test erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Kenia

Obwohl die Zahl der Corona-Infektionen in Kenia nach wie vor ansteigt, sind die Flughäfen seit dem 1. August wieder für internationale Verbindungen geöffnet. Passagiere müssen bei ihrer Einreise zwingend ein negativen Covid-19-Test verweisen, der nicht älter als 96 Stunden ist. 

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Asien

In Asien nahm das Coronavirus seinen Anfang. Nachdem man in einigen Staaten wie beispielsweise China das Schlimmste als überstanden ansieht, können internationale Touristen unter Einhaltung von corona-Regeln wieder einreisen.

Malediven

Die Malediven gelten als das Ziel für die Flitterwochen. Wer seinen Honeymoon in diesem Jahr auf den Inseln plant, hat Glück: Seit dem 15. Juli ist eine Einreise auch für internationale Touristen möglich – ganz ohne Quarantänemaßnahmen oder Covid-19-Testverfahren. Stattdessen gibt es bei der Ankunft positive Überraschungen, und zwar ein 30-tägiges kostenfreies Visum. 

Dubai

Sieben-Sterne-Hotels, Mega-Projekte und Riesen-Wolkentürme: Es gibt zahlreiche Gründe für einen Urlaub in Dubai. Nach langer Coronavirus-Zwangspause ist er wieder möglich. Denn das Emirat öffnete seine Grenzen am 7. Juli für Urlauber.

Allerdings ist die Einreise an Bedingungen geknüpft. Dazu zählen das Ausfüllen einer Gesundheitserklärung, das Herunterladen einer Smartphone-App und das Vorweisen einer gültigen Krankenversicherung sowie eines negativen Covid-19-Tests.

Nordamerika

Während sich das Coronavirus weiterhin in weiten Teilen von Nord- und Mittel- und Südamerika wütet, kehren einige Länder langsam zur Normalität zurück. In Amerika haben insgesamt 28 Länder und Inseln die Grenzen geöffnet, in Nordamerika machten zwei Länder einen Vorstoß: 

Mexiko

Mexiko hatte seine Grenzen für deutsche Staatsbürger nicht geschlossen. Das Problem waren eher die vielen gestrichenen Flüge. Inzwischen gibt es wieder regelmäßige Flugverbindungen. Eine Weiterreise in die USA ist allerdings nicht möglich.

Costa Rica

Costa Rica mit seiner faszinierenden Tierwelt und den wunderschönen Stränden ist bei Reisenden enorm beliebt.Seit dem 1. August ist eine Einreise auch wieder möglich. Allerdings müssen Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Und sie benötigen eine Krankenversicherung, die auch im Falle einer Covid-19-Erkrankung greift.

Südsee

Auch ein Südsee-Urlaub ist für Deutsche seit dem 15. Juli wieder möglich, zu diesem Zeitpunkt entfiel in Französisch-Polynesien, also auf Tahiti und den Nachbarinseln, die Quarantänepflicht für Einreisende. 

Die Einschränkung: Urlauber sind nach der Öffnung der Grenzen dazu verpflichtet, sich vor dem Abflug einem Corona-Test zu unterziehen. Das negative Ergebnis darf nicht mehr als 72 Stunden zurückliegen.

Europa außerhalb der EU

Auch außerhalb der EU gibt es zahlreiche europäische Länder, die für deutsche Touristen ihre Pforten geöffnet haben. Allerdings gilt für einige die Reisewarnung des Auswärtigen Amts, die im Zweifelsfall Einschränkungen im Versicherungsschutz mit sich bringt. 

  • Albanien (Reisewarnung)
  • Andorra
  • Großbritannien
  • Kosovo (Reisewarung)
  • Liechtenstein
  • Monaco
  • Montenegro (Reisewarnung)
  • San Marino
  • Schweiz
  • Serbien (Reisewarnung)
  • Türkei (Reisewarung – ausgenommen  Aydin, Izmir, Muğla und Antalya)
  • Ukraine (Reisewarung)
  • Vatikanstadt
  • Belarus (Reisewarung)

Spezielle Regeln gibt es hier auch in einigen Ländern. 

Färöer

Deutsche Touristen dürfen derzeit ebenso wie Norweger, Dänen und Isländer wieder einreisen. Bei der Einreise wird ein Corona-Test gemacht. Bis das Testergebniss vorliegt, sind Reisende verpflichtet, sich  in häusliche Quarantäne zu begeben. Ein zweiter Test erfolgt nach sechs Tagen. 

Grönland

Grönland ist generell wieder geöffnet, allerdings wird vor der Einreise ein negativer Corona-Test benötigt, der in einem nordischen Land wie zum Beispiel Dänemark oder Island durchgeführt wurde. Je nach Reiseziel ist eine fünftägige Quarantäne Pflicht.

Reisefreiheit innerhalb der EU

Generell gilt die von Deutschland ausgesprochene Reisewarnung nicht mehr für die Europäische Union, allerdings haben einige Länder eigene Regelungen. Weil Deutschland den Grenzwert für Neuinfektionen in einigen nordeuropäischen Ländern übersteigt, müssen Deutsche in Finnland, Estland, Lettland und Litauen zunächst in Quarantäne. 

Umgekehrt warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Spanien sowie in mehrere Regionen in Kroatien, Bulgarien und Belgien Eine Einreise ist hier möglich: 

(Stand: 7. September 2020)