Erst kürzlich haben die Seychellen mitgeteilt: Vor 2021 soll hier kein Kreuzfahrtschiff mehr anlegen. Andernorts sieht man das anders. Viele der karibischen Inseln – bei Kreuzfahrern besonders beliebt – lassen trotz Corona-Pandemie wieder Touristen einreisen. Damit startet auch die Kreuzfahrt-Saison. Einige Reedereien planen, bereits ab August erste Strecken in Nordamerika wieder zu bedienen.

MSC Cruises

Ursprünglich plante MSC Cruises, den Betrieb ab August gänzlich hochzufahren. Doch wegen der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie startet das Unternehmen vorerst mit Zielen im östlichen und westlichen Mittelmeer. Und ob die Wiederaufnahme dieser Routen glückt, hängt von der Genehmigung einzelner Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ab.

Heißt im Umkehrschluss: Alle Nordeuropa-Kreuzfahrten des Unternehmens fallen bis zum Ende der Saison, also bis zum 18. Oktober, aus. Wann und wie es dann weitergeht, teilt MSC den Kunden nach eigenen Angaben mit, sobald hinsichtlich der Reiseziele und ihren Corona-Maßnahmen Klarheit herrscht.

Aida

Die deutsche Reederei Aida pausiert weiterhin: Beinahe alle Fahrten bis Ende August fallen aus. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Rostock mit. Schuld seien die schlechten Konditionen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. 

Ausgenommen von der Verlängerung der Saisonunterbrechung sind laut Aida Cruises einzelne Abfahrten von „Aida Perla“, „Aida Prima“ und „Aida Diva“ ab dem 15. August. Dazu kämen Reisen von „Aida Sol“ ab dem 25. August. Fahrten von „Aida Bella“ seien ab dem 30. August teilweise möglich. „Wir sind zuversichtlich, dass die Reisen stattfinden können“, heißt es hierzu auf der Webseite des Anbieters. 

Im März hatte die Reederei bereits alle Fahrten bis April abgesagt. Anschließend strich sie alle Bewegungen bis Juli. Routen, die auch Häfen in Kanada oder den USA ansteuern, fallen sogar bis zum Ende des Jahres aus. Das hat auch damit zu tun, dass Kanada derzeit plant, vor dem 31. Oktober keine Kreuzfahrtschiffe mehr anlegen zu lassen. 

Tui Cruises

Das Unternehmen Tui Cruises, das normalerweise Touren mit der „Mein Schiff“-Flotte anbietet, hat für den gesamten Juli alle Fahrten abgesagt. Das verkündete der Anbieter auf seiner Webseite. Außerdem sind alle Mittelmeer-Routen sowie Touren der „Mein Schiff 3“ bis Ende August ausgesetzt. Ähnlich wie Aida wird die Reederei Nordamerika im Jahr 2020 nicht mehr anfahren. 

Die Touren mit „Mein Schiff 1“, „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 6“ Richtung Skandinavien und Baltikum sollen im August hingegen stattfinden. „Die Signale, die wir aus den Ländern und Häfen der Region erhalten, stimmen uns positiv“, heißt es in der Mitteilung.

Dennoch können Gäste mit einem Abreisetermin bis zum 31. Oktober bis zu fünf Tage vor Reisebeginn gebührenfrei umbuchen. 

Norwegian Cruise Line

Norwegian Cruise Line hat alle Kreuzfahrten bis einschließlich 31. August abgesagt. Ebenfalls wird es im September wohl nur eine Route geben: die Alaska-Kreuzfahrten ab der US-Stadt Seattle. 

Selbst im Oktober wird es noch zu Einschränkungen kommen. Die beiden Alaska-Fahrten mit der „Norwegian Bliss“ und der „Norwegian Joy“ am 4. und 12. Oktober werden ausfallen, ebenfalls die Touren mit der „Norwegian Breakaway“ und der „Norwegian Gem“, die am 2. beziehungsweise 4. Oktober in Kanada und Neuengland starten sollten.

Dafür gibt es aber jede Menge andere Angebote ab Oktober im Verzeichnis: Insgesamt 69 Fahrten sind aktuell für Oktober 2020 dort gelistet. Ob nach Alaska oder Hawaii, in die Karibik, durch Panama oder in den USA, ob Russland oder Skandinavien, sogar Touren durch den Mittelmeerraum und entlang der europäischen Atlantikküste sind vorgesehen. Auch Transatlantik-Überfahrten stehen im Programm. 

Royal Caribbean

Die Reederei Royal Caribbean hat sich das vielleicht ambitionierte Ziel 1. August gesetzt. Allerdings sind davon Routen ausgenommen, da einige Länder ihre Häfen noch nicht freigegeben haben. Routen, die Kanada beinhalten, sind bis zum 31. Oktober gestrichen. Ebenso die Fahrten der „Jewel of the Seas“ am 8., 16. und 23. August – da Kopenhagen sein Kreuzfahrt-Terminal noch nicht geöffnet hat. 

Zudem sind die Touren der „Explorer of the Seas“ im August aufgrund von Wartungsarbeiten annulliert. Die „Voyager of the Seas“ wird sogar bis zum 30. September ruhen, auch einzelne Fahrten der „Spectrum of the Seas“ und der „Quantum of the Seas“ sind abgesagt. 

Carnival Cruises

Carnival Cruises will nach aktuellem Stand ebenfalls am 1. August in die Saison einsteigen, allerdings erst einmal nur mit ausgewählten Strecken.

Ab dem 1. August sollen die „Carnival Horizon“, die „Carnival Magic“ und die „Carnival Sensation“ ab Miami fahren. Ebenso die „Carnival Breeze“ und die „Carnival Elation“ ab Port Canaveral. Geplant sind auch Touren der „Carnival Dream“, der „Carnival Freedom“ und der „Carnival Vista“ ab Galveston. 

Alle anderen Strecken an nordamerikanischen Häfen werden bis einschließlich 31. August abgesagt. Routen mit der „Carnival Spirit“ sind Stand jetzt bis zum 6. Oktober 2020 ausgesetzt. 

Princess Cruises

Bereits im Mai hat Princess Cruises angekündigt, die Sommersaison komplett zu streichen. Erst im Herbst – ein genauer Termin wurde nicht genannt – sollen die Schiffe wieder auslaufen. Allerdings ist damit längst nicht Schluss: Die Abfahrten der „Diamond Princess“ ab Japan sind auch im Herbst 2020 ausgesetzt, ebenso bis einschließlich November die Routen nach Hawaii und Französisch-Polynesien mit der „Pacific Princess“. 

Da Australien und Neuseeland Kreuzfahrtschiffe noch nicht anlegen lassen, sind auch rund 20 Verbindungen bis zum Abfahrtstag 21. September annulliert. Aufgrund der in Kanada geltenden Regelungen sind Kreuzfahrten mit Stopps in dem nordamerikanischen Land bis einschließlich 31. Oktober abgesagt.