Sie fliegen wieder, aber nur mit Auflagen: Bei nahezu allen Airlines musst du derzeit noch einen Mund-und-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus tragen. Aber was passiert eigentlich, wenn sich ein Passagier dem ohne medizinischen Nachweis verweigert? 

Ryanair hat erst kürzlich einen Gast am Boden gelassen, weil er keinen Mundschutz dabeihatte. Der Mann war der Ansicht, die Airline hätte solche Produkte stellen müssen – das war aber nicht der Fall. Wer sich also schon am Flughafen oder vor dem Betreten der Maschine weigert, bleibt an Ort und Stelle und wird nicht befördert. 

Maskenpflicht gilt auch auf Langstreckenflügen – außer zum Essen und Trinken

Auch im Flugzeug muss die Maske – außer zum Essen und Trinken – permanent getragen werden. Auf Kurzstreckenflügen mag das nicht so schlimm sein, aber Airlines fliegen beispielsweise auch schon wieder nach Mexiko – Flugzeit: knapp zwölf Stunden. Und da auch an den meisten Flughäfen Mundschutz-Pflicht gilt, kommt man so schnell auf bis zu 15 Stunden am Stück mit der Maske.

Doch abnehmen ist nicht erlaubt. Einige Airlines drohen sogar, Verweigerer auf die schwarze Liste zu setzen. So hat United bereits angekündigt, dass der Verweigerer mit einem vorübergehenden Flugverbot rechnen muss – für wie lange, ist noch unklar.

Anders als Ryanair: Airlines wie United und SAS haben Ersatzmasken dabei

„Jede seriöse Gesundheitsinstitution sagt, dass das Tragen einer Maske eine der effektivsten Maßnahmen ist, um andere vor der Ansteckung mit Covid-19 zu schützen“, wird Toby Enquist, Chief Customer Officer von United, von „Travel and Leisure“ zitiert. Allerdings will United im Gegensatz etwa zu Ryanair jenen, die ihre eigene Maske vergessen haben, auch welche anbieten.

Auch die anderen amerikanischen Airlines wie American Airlines, Delta Air Lines und Jetblue Airways haben mit harten Strafen gedroht, allerdings noch keine Richtlinien verabschiedet. Laut der Reiseplattform „Flysmart24.no“ haben sich zuletzt vermehrt Passagiere der Anweisung widersetzt und bestanden darauf, keine Maske zu tragen.

Reisen in Corona-Zeiten: Keine Masken-Verweigerer bei SAS

In Skandinavien gebe es dieses Problem nicht, heißt es in dem Bericht. SAS hat die Mundschutzpflicht bereits am 18. Mai eingeführt und berichtet von guten Erfahrungen. Es habe einzelne Fälle gegeben, in denen Passagiere ihre Maske vergessen hatten. Dafür gäbe es seitens der Airline aber einige Extra-Exemplare. 

SAS-Pressesprecher John Eckhoff sagte: „Wir haben aber auch schon erlebt, dass Mitflieger eigene Ersatzmasken herausgegeben haben – für einen reibungslosen Ablauf.“ Geweigert habe sich bei SAS bisher noch kein Passagier.