Die Reisewarnung für die Türkei wurde bis einschließlich 31. August verlängert, auch gilt das Land seit Dienstag offiziell als Risikogebiet. Doch das heißt nicht unbedingt, dass der Türkei-Urlaub in diesem Sommer nicht stattfinden kann.

Eine Reisewarnung ist kein Reiseverbot, und die ersten Flieger sind nach der Corona-Zwangspause auch schon von Deutschland in die Türkei gestartet. Allerdings gilt es für Touristen einige Dinge zu beachten, denn eine Reisewarnung sowie die Einordnung als Risikogebiet bringen Konsequenzen mit sich. 

Das wichtigste zuerst: Einreisende Türkei-Urlauber müssen in Deutschland damit rechnen, dass sie 14 Tage in Quarantäne müssen. Die konkrete Umsetzung der Maßnahmen liegt in der Zuständigkeit der Bundesländer.

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Pauschalreise oder privat gebucht: So sieht es mit der Stornierung aus

Viele Reiseveranstalter sagen Trips in Gebiete mit Reisewarnung ab. Wer pauschal gebucht hat, kann hier also das Nachsehen haben. Wer jedoch Flug und Hotel privat oder via Online-Buchungs-Plattformen gebucht hat, kann selbst überlegen, ob er die Reise antreten möchte. 

Wenn du selbst den Urlaub allerdings nicht antreten möchtest, gelten ob der Reisewarnung andere Stornierungsmöglichkeiten. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du kostenlos deinen Flug absagen oder verschieben kanst, was ohne eine entsprechende Warnung nicht möglich ist.

Diese Regelungen gelten für Urlauber in der Türkei

Seit dem 11. Juni sind Einreisen für deutsche Touristen wieder möglich, alle Grenzen bis auf die zum Iran sind geöffnet. Es gibt allerdings Untersuchungen wie Fieber-Checks am Flughafen. Wer Symptome aufweist, muss einen Corona-Test machen, Quarantäne-Regelungen können die Folge sein. 

Wer innerhalb der Türkei fliegen oder Zug fahren möchte, braucht einen Genehmigungscode. Den gibt es bei der Reservierung, er wird mittels SMS oder einer App zugestellt. 

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Senioren, die den Sommer gern am Bosporus verbringen möchten, sollten die geltende Ausgangssperre bedenken: Von 20 Uhr bis 10 Uhr dürfen sich Menschen, die älter als 65 Jahre sind, nicht draußen aufhalten. Kinder und Jugendliche dürfen sich in dieser Zeitspanne nur in Anwesenheit ihrer Erziehungsberechtigten außer Haus bewegen. 

An Orten mit vielen Menschen oder in geschlossenen Räumen gilt ähnlich wie in Deutschland eine Maskenpflicht. Betroffen sind davon öffentliche Verkehrsmittel und Supermärkte, aber auch Marktplätze. In einigen Gegenden gilt die Maskenpflicht generell im öffentlichen Raum. Drei Schritte Abstand sind immer einzuhalten. .

Das sagt das Auswärtige Amt zum Sommer-Urlaub in der Türkei

Das Auswärtige Amt rät generell von Reisen in Länder, für die eine Reisewarnung vorliegt, ab. Allerdings ist wohl auch der Regierung klar, dass einige der Warnung nicht folgen werden. Deshalb empfiehlt die Behörde, sich in die Krisenvorsorgeliste Elefand eintragen zu lassen.

Zudem sollen Reisende die Einschätzungen der deutschen Vertretungen in der Türkei verfolgen, etwa auf deren Website oder auch in den sozialen Medien. Die deutsche Botschaft in Ankara nutzt beispielsweise ihren Facebook-Account, um Informationen zu teilen.

Sollte es außerdem aufgrund eines erneuten Ausbruchs wieder zu einem Lockdown kommen und sollten in der Folge Flughäfen schließen, wird es dieses Mal keine Rückholaktion geben – im Zweifel würden Urlauber also erst einmal festsitzen. Zwar gibt es diplomatische Unterstützung bei Vorfällen in Ländern, in denen keine Reisewarnungen gelten. Dennoch ist zunächst einmal jeder Reisende, auch in der aktuellen Situation, selbst für seine Rückreise verantwortlich

Diese Punkte solltest du bei deiner Versicherung checken

Wenn du trotz Reisewarnung in die Türkei reist, kann das Auswirkungen auf deinen Versicherungsschutz haben. Meistens gelten Auslandskrankenversicherungen nämlich nicht für Länder mit einer solchen Warnung. Du solltest also unbedingt im Kleingedruckten schauen, wie es sich bei deinem Anbieter verhält.

Zudem solltest du bedenken, dass Pandemien, und als solche ist das Coronavirus klassifiziert, häufig nicht versichert sind. Das heißt, die Versicherung käme zwar für Kosten nach einem Beinbruch auf, nicht aber für die künstliche Beatmung, wenn du an Corona im Urlaub erkrankst.

Die zweite Welle: Was, wenn die Reise plötzlich ganz anders verläuft?

Im Corona-Sommer kann es immer wieder, auch sehr kurzfristig, zu einer Änderung kommen. Ein Corona-Fall in einem Hotel kann zu einem Hotel-Wechsel führen, vielleicht muss auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit spontan schließen oder Ausflüge können nicht wie geplant durchgeführt werden.

In solchen Fällen gilt: Hast du pauschal gebucht, muss der Veranstalter das Geld zurückerstatten – auch wenn er nichts für die Änderungen kann. Kunden haben einen Anspruch auf das Programm, das sie gebucht haben.