Deutschland-Urlaub ist angesichts der Corona-Krise ohne Frage der Verkaufsschlager in diesem Jahr, wenn es um den Sommer-Urlaub geht. Dabei zieht es Reisehungrige vor allem an die deutsche Küste. Luxusliebhaber entscheiden sich nicht selten für einen Strandurlaub auf der nördlichsten deutschen Insel: Sylt. 

Wer allerdings jetzt noch schnell ein Ferienhaus auf der Insel buchen möchte, der sollte bei dem Angebot lieber genau hinschauen. Denn laut einem Bericht der „SHZ“ haben sich Betrüger unter die Ferienhaus-Vermieter gemischt. Demnach landen Menschen, die bei Google nach Keywords wie  „Luxus“,  „Haus“ und  „Sylt“ suchen, auf der Website www.luxus-haus-sylt.de. Und auf den ersten Blick sieht das angebotene „Mole Hüs“ verlockend aus: Gemütliche Einrichtung, viele Platz und eine ausgezeichnete Lage auf der Urlaubsinsel: Es gibt vier Schlafzimmer, drei Bäder, und der Strand ist direkt um die Ecke. 

Betrüger haben Texte und Fotos einfach kopiert

Klingt traumhaft, ist es auch. Und während die Beschreibung und die Fotos des Hauses auf Fakten beruhen, ist der augenscheinliche Anbieter in diesem Fall nicht der wahre Eigentümer und Vermieter des Hauses. Denn eigentlich vermietet Mark Wenzel von der Kampener Apartmentvermietung „Apartments und mehr“ diese Unterkunft. Der Hausmeister war es auch, der das falsche Inserat auf Facebook und Google sofort entdeckt hat. „Das sind meine Texte und Bilder, einfach eins zu eins kopiert“, sagte er dem lokalen Blatt. 

Einen entscheidenden Unterschied zum Original weist das betrügerische Inserat allerdings auf: Es ist deutlich günstiger. Für 950 Euro pro Tag können Urlauber das Fake-Luxus-Haus mieten, das Original kostet rund 400 Euro mehr. Und wer den Betrag im Voraus zahlt, der kann augenscheinlich noch einmal ordentlich sparen.

Wenzel hat mittlerweile gemeinsam mit dem Eigentümer Anzeige bei der Polizei erstattet. Den Betrüger zu stellen gestaltet sich allerdings schwierig, denn nach ersten Nachforschungen hat sich selbst das spanische Impressum als Fälschung entpuppt, Telefonnummer und E-Mail-Adresse sind nicht angegeben. Und obwohl genau das der erste Punkt ist, der einen potenziellen Kunden stutzig machen müsste, sind wahrscheinlich bereits einige Reisefans auf das Fake-Angebot hereingefallen. „Das ist natürlich hart, in vier Wochen stehen sie dann alle hier“, sagt Wenzel.

So deckst du Betrugsmaschen rechtzeitig auf

Ein Einzelfall ist diese Betrugsmasche bei Weitem nicht, bereits im Sommer 2018 gab es eine Reihe von Betrugsfällen auf Sylt. Aber auch andere Reiseziele sind von Internetkriminalität betroffen, so gibt es etwa auf Airbnb immer wieder Betrugsversuche oder falsche Inserate auf bekannten Buchungsplattformen. Mit ein paar Merkmalen können Urlauber Betrugsmaschen erkennen. Wir zeigen dir die wichtigsten im Überblick: 

  1. Der Blick auf das Impressum: Normalerweise sollte dort eine direkte Kontaktmöglichkeit angegeben sein, etwa eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer, und die Anschrift des Unternehmens. Sollte eines von beidem fehlen, ist das ein erstes Indiz dafür, das Angebot zumindest genauer unter die Lupe zu nehmen.
  2. Die unseriöse Vorauszahlung: Eine Anzahlung bei der Buchung von Urlaub und Unterkunft ist ganz normal. Wenn der Anbieter aber den Gesamtbetrag sofort haben möchte und das Zielkonto im Ausland liegt, sollten Kunden hellhörig werden. 
  3. Angebote vergleichen: Ein echtes Schnäppchen ist nicht immer das, was es zu sein scheint. Denn wenn der Mietpreis fast lächerlich günstig im Vergleich zu anderen Angeboten in der Gegend ist, dann ist meistens etwas faul. Das gilt erst recht, wenn die Adresse des Objektes nicht ausgeschrieben wird. 
  4. Auf alle Details achten: Seriöse Anbieter beschreiben ihr Angebot mit allen Details: Ausstattung, Lage, Größe und Besonderheiten. Sollte dabei etwas Wesentliches fehlen oder sollten sich Wiedersprüche abzeichnen, dann ist eine gesunde Skepsis angesagt. Es lohnt mindestens ein Anruf beim Anbieter, um offene Fragen zu klären. 
  5. Die Bewertungen prüfen: Nicht zuletzt gewinnen auch die Bewertungen ehemaliger Gäste immer mehr an Bedeutung. Lies also am besten genau nach, was gut war und was nicht. Aber Vorsicht: Auch nur Bewertungen mit voller Punktzahl können darauf hinweisen, dass etwas nicht stimmt, während null Bewertungen nicht zwangsläufig auf einen Betrug hinweisen müssen. Auch hier kommt es am Ende auf ein schlüssiges Gesamtbild an.