Die internationale Reisewarnung ist aufgehoben, beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Kroatien und Griechenland öffnen ihre Grenzen für Touristen wieder, und die Temperaturen steigen: Der Sommerreise steht also trotz Corona-Pandemie grundsätzlich nichts mehr im Wege. Allerdings gibt es jetzt neue Risiken auf Reisen.

Zum Beispiel ist es in nahezu jedem Land der Welt aktuell möglich, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Was genau das allerdings für Folgen hätte, wissen noch die wenigsten Urlauber. Damit du im Fall der Fälle aber nicht im Regen stehst, beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema im Überblick. 

Wird meine Reise bei einem positiven Corona-Test storniert?

Zahlreiche Länder haben für die Einreise von Urlaubern strenge Auflagen eingeführt. So müssen etwa Einreisende in Portugal und anderen europäischen Urlaubsländern einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Allerdings besteht dabei immer auch die Möglichkeit, dass der Corona-Test positiv ausfällt. Dann heißt es für die Betroffenen: Quarantäne statt Strandurlaub. Aber was wird dann aus der Reise? Die fällt in jedem Fall zunächst einmal aus. 

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Und dann kommt es ganz darauf an, wie kulant der jeweilige Reiseveranstalter ist: Einige bieten ihren Kunden angesichts der aktuellen Lage unter Umständen eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt an, auf eine kostenlose Stornierung jedoch sollten Kunden nicht hoffen. Denn: Die Stornierung erfolgt in dem Fall nicht wegen außergewöhnlicher Umstände, sondern aus gesundheitlichen Gründen des Reisenden.

Damit ist das ein Fall für die Reiserücktrittsversicherung. Die sichert Urlauber für unvorhersehbare gesundheitliche Hinternisse ab. Einige Versicherungs-Policen schließen allerdings im Kleingedruckten Pandemie-Fälle aus – da lohnt sich also ein genauer Blick in die Papiere. 

Wer kommt bei einer Corona-Infektion für meine Kosten auf?

Der zweite Fall gestaltet sich da schon etwas komplexer: Wer nämlich erst im Urlaub an dem Coronavirus erkrankt, der muss dort zunächst in Quarantäne und im schlimmsten Fall auch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Wer am Ende die Kosten für all das trägt, das ist vor allem von der Reiseart abhängig. 

Pauschalreisende können zumindest schon einmal darauf setzen, dass sie nach Ende der Quarantäne sicher wieder zurück nach Hause kommen. Denn der Rreiseveranstalter muss sich am Ende um alternative Rückflüge kümmern, wenn der Urlauber seine Heimreise aufgrund außergewöhnlicher Umstände nicht antreten kann. Wenn die Quarantäne in die eigentliche Urlaubszeit fällt, dann können Touristen sogar direkt vor Ort über eine Minderung des Reisepreises verhandeln. Dabei kommt es allerdings auf die Kulanz der einzelnen Veranstalter und die genauen Reiseumstände vor Ort an.

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Etwas schwieriger gestalter sich das Ganze, wenn die Quarantäne über den Reisezeitraum hinausreicht. Denn nur weil der Urlauber wegen der staatlichen Anordnung weiterhin am Reiseziel festsitzt, muss der Veranstalter nicht automatisch haften. Der Reisende soll aber laut einer gängigen Auffassung der Rechtslage auch nicht dafür zahlen müssen. Demnach zahlt am Ende der, der die Quarantäne anordnet. Das ist in dem Fall der jeweilige Staat. 

Individualreisende zahlen für ihre Freiheit in einem entsprechenden Fall unter Umständen teuer. Die Unterkunft kann im Quarantäne-Fall zwar eine Entschädigung vom Staat einfordern, die Airline bittet allerdings in der Regel die Passagiere zur Kasse, wenn die den Flug verpassen. Aber: Mit viel Glück zeigt sich die Fluggesellschaft in der Krise kulant und man kann sich auf eine kostengünstige Umbuchung einigen. 

In welchen Fällen zahlt die Auslandskrankenversicherung?

Neben der Quarantäne und der Rückreise spielt auch die medizinische Versorgung vor Ort bei einer Coronavirus-Infektion im Urlaub eine wichtige Rolle. Wer also eine Auslandskrankenversicherung hat, kann sich durch die Aufhebung der Reisewarnung in den meisten Ländern Europas wieder auf diese verlassen. Zu den üblichen Leistungen gehören dann etwa der Rücktransport im Krankheitsfall oder die medizinische Versorgung am Reiseziel. 

Im Falle einer als Pandemie eingestuften Infektion, was auf das Coronavirus zutrifft, ist das allerdings noch keine Garantie für die Kostenübernahme durch die Versicherung. Denn viele Policen schließen ebendiese Krankheitsfälle aus. Sollte das der Fall sein, müssen Kosten für Medikamente und eine eventuelle Beatmung am Ende vom Urlauber selbst getragen werden. 

Wie ist die Regelung für Länder mit aktiver Reisewarnung?

Viele Länder dieser Erde sind wegen der andauernden Corona-Pandemie noch mit einer Reisewarnung bedacht. Solange für ein Land eine entsprechende Warnung des Auswärtigen Amtes besteht, greift die Auslandskrankenversicherung bei einer Reise in eines dieser Länder nicht. Und auch die Unterstützung im Quarantäne-Fall könnte sich schwierig gestalten.