Für Reisen durch Deutschland, Europa oder um die ganze Welt ist der Wohnwagen für viele Menschen ein treuer Begleiter auf der Straße und die optimale Kombination aus flexibler Mobilität und gemütlichem Zuhause. Doch die Verkehrs- und Verhaltensregeln mit dem sperrigen Wohnmobil, Camper oder Caravan variieren zwischen den verschiedenen Ländern und sind selbst in Deutschland nicht immer übersichtlich. Wir erklären dir, was du vor deinem Camping-Trip im Sommer unbedingt wissen solltest.

Welche Parkplätze darf ich mit meinem Wohnmobil nutzen?

In Deutschland dürfen Wohnmobile und Caravans prinzipiell überall geparkt werden, wo es nicht ausdrücklich durch Verkehrszeichen oder die allgemeinen Regelungen der Straßenverkehrsordnung untersagt ist. Das Fahrzeug muss außerdem so abgestellt werden, dass es andere weder behindert noch gefährdet. Der Straßenrand ist für die sperrigen Fahrzeuge deshalb nicht immer eine Option.

Das Ausweichen auf einen Bürgersteig ist allerdings nur unter 2,8 Tonnen erlaubt und dementsprechend zahlreichen Wohnmobilen ebenfalls nicht gestattet. Auf einem Privatgelände ist das Parken natürlich nur mit der Genehmigung des Eigentümers möglich.

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Darf ich in meinem Wohnmobil auf einem Parkplatz übernachten?

Nein, ein langfristiger Aufenthalt ist nicht automatisch gestattet. Allerdings dürfen Parkplätze zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ genutzt werden. Entsprechend kann im Wohnwagen für eine Nacht beziehungsweise einen Zeitraum von bis zu zehn Stunden, eine Pause eingelegt werden.

Dennoch sollte man vorsichtig sein: Es wird hier zwischen Parken und Campen unterschieden. Fahrer sollten sich also nicht zu häuslich einrichten und lieber keinen Campingstuhl vor den Caravan stellen, sonst drohen schnell Strafen. Eine Nutzung des öffentlichen Parkraums für eine Pause, die länger als die genannten zehn Stunden andauert, bedarf einer Sondergenehmigung der zuständigen Kommune oder Gemeinde.

Aus dem Bus oder dem Wohnwagen den Ausblick in die Natur genießen.

Zusammengefasst gilt in Deutschland: Eine Pause von einer Nacht ist auf jedem Parkplatz möglich. Ein langfristiger Aufenthalt ist nur auf Stellplätzen und Campingplätzen erlaubt.

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Kann ich im Ausland auf einem Parkplatz übernachten?

Nicht alle Länder innerhalb Europas haben dieselben Regeln. Vorsicht ist vor allem in Frankreich angebracht. Hier ist das Übernachten im Wohnmobil außerhalb von dafür ausgeschilderten Plätzen prinzipiell verboten. Ein ebenfalls gängiger Irrtum: Das Jedermannsrecht ermögliche es, in den skandinavischen Ländern überall zu campen. Das stimmt so nicht.

Die Sonderregelung ist ausschließlich Wanderern und Radfahrern vorbehalten, die ihr Zelt in der Natur so fast überall aufschlagen dürfen – für Wohnmobile gilt das nicht. Auf Parkplätzen darf auch hier nur eine Pause von einer Nacht eingelegt werden.

Wo liegt der Unterschied zwischen Campingplätzen und Stellplätzen?

Der Campingplatz: Typischerweise ein angelegter Platz mit eigenen Sanitäranlagen und bestimmten Arealen für Gäste mit Zelt, Wohnwagen, Bussen oder Wohnmobilen. In allen europäischen Ländern sind Campingplätze für längere Aufenthalte geeignet, können aber auch für eine einzige Nacht aufgesucht werden. Strom- und Wasserversorgung sind üblicherweise garantiert, und eine Abwasserentsorgung wird ermöglicht. Campingplätze sind in der Regel kostenpflichtig und liegen in den meisten Regionen preislich zwischen 10 und 20 Euro pro Nacht.

Der Stellplatz: Typischerweise ein einfacher Übernachtungsplatz am Rande eines offiziellen, teilweise auch kostenpflichtigen Parkplatzes. Auf den meisten Stellplätzen sind nur Wohnmobile und Campingbusse erlaubt, Caravans häufig nicht. Außerdem ist ein langfristiger Aufenthalt über mehrere Tage oft nicht erlaubt – ebenso ist das Aufstellen von Campingmöbeln teilweise verboten. Strom- und Wasseranschlüsse sind oftmals vorhanden.

Zuhause im Urlaub: Mit Gartenmöbeln und Deko einrichten ist aber nicht überall erlaubt.

Welches Tempolimit gilt für mein Wohnmobil?

In Deutschland gilt für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen kein Tempolimit. Entsprechend können sich Wohnmobile, die dieses Gewicht nicht überschreiten, an die allgemeinen Tempolimits halten: Innerorts gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, außerorts 100 km/h und auf Autobahnen eine empfohlene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wohnmobile und Caravans, die zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen wiegen, dürfen außerorts maximal 80 km/h fahren, auf Autobahnen gilt ein Tempolimit von 100 km/h.

In allen weiteren europäischen Ländern gelten unterschiedliche Vorschriften. Außerorts variiert das erlaubte Tempo zwischen 70 und 100 km/h – auf Autobahnen zwischen 80 und 110 km/h. Vorab sollten sich Urlauber dringend über das jeweilige Reiseland genau informieren. In bestimmten Nationen dürfen Wohnmobile zusätzlich nur tagsüber gefahren werden.

Wie hoch ist die Promillegrenze im Ausland?

Natürlich gilt bei dieser Frage immer: Don’t drink and drive. Sollte eine Fahrt nach einem Glas Wein oder dem Feierabendbier aber unumgänglich sein, gelten für Wohnmobile, Caravans und Lkw in Europa grundsätzlich dieselben Regeln wie auch für Pkw. In Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern beträgt die Grenze 0,5 Promille.

Besondere Vorsicht gilt in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Estland: Hier herrscht ein absolutes Alkoholverbot hinterm Steuer. In Großbritannien (Schottland mit 0,5 Promille ausgenommen) sind sogar 0,8 Promille erlaubt – aber nur, wenn das Fahrverhalten nicht auffällig eingeschränkt ist.