Der Tuifly-Flug aus Düsseldorf setzte mit knapp 20 Minuten Verspätung auf Mallorca auf, an Bord 164 Touristen sowie gut 20 Journalisten. Sie sollen testen, wie sich der Urlaub auf der beliebtesten Insel der Deutschen unter Corona-Bedingungen anfühlt. Mit Mundschutz, viel Abstand und etlichen weiteren Hygiene-Regeln.

Pilotprogramm als Testlauf für Urlaub in Corona-Zeiten

Das Projekt gilt als erster Testlauf für den Massentourismus in Corona-Zeiten. Nachdem auch aus Frankfurt am Montag ein Flugzeug landete, werden in dieser Woche noch vier weitere von der spanischen Regierung genehmigte Maschinen ankommen. Eigentlich sollte das Pilotprojekt auch nächste Woche weiterlaufen, mit 21 weiteren Flugzeugen von Deutschland aus.

Doch am Sonntag kam die überraschende Nachricht: Spanien öffnet bereits am 21. Juni wieder komplett die Grenzen für Urlauber, und die generelle Quarantänepflicht fällt weg. Auch die Reisewarnung der Bundesregierung könnte dann aufgehoben werden.

Aber: Damit die Situation diesem Plan keinen Strich durch die Rechnung macht, muss das nun nur noch einwöchige Pilotprgramm gut gehen.

Tui-Flieger landet in Palma – die 165 ersten Test-Urlauber kommen an

Daher wird nicht nur in Deutschland mit Spannung auf dieses Pilotprojekt geschaut, sondern auch auf den Balearen und in ganz Spanien. Am Flughafen von Palma wurden die Urlauber sehnsüchtig erwartet, etwa 200 spanische Journalisten waren akkreditiert, warteten mit Kamerateams am Ausgang und bestürmten die Neuankömmlinge nach der Landung mit Fragen. Für die Touristen eine mehr als ungewohnte Situation. „Ich fühle mich wie ein Star“, raunten sich etliche zu.

Es war nicht die erste ungewöhnliche Situation des Tages für die Test-Urlauber. Denn dass der erste Flieger mit Verspätung abhob, lag daran, dass die Abläufe und Corona-Regeln sowohl für Passagiere als auch für das Personal neu waren – und daher dauerte alles etwas länger als gewöhnlich.

„Es ist nun mal ein erster Testlauf“, sagt Tui-Sprecher Aage Dünhaupt. „Der soll auch zeigen, ob alles so läuft, wie wir uns das vorgestellt und auferlegt haben.“ Gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft haben die Airports und die Airlines Regeln für das Fliegen in Corona-Zeiten festgelegt.

x

Beim Boarding der Tuifly-Maschine in Düsseldorf wiesen Schilder am Boden auf den Mindestabstand von 1,5 Metern hin. Maximal zehn Urlauber durften gleichzeitig einsteigen, damit kein Gedränge oder Stau im Gang entstand und der Abstand so gut es geht eingehalten werden konnte.

Fliegen in Corona-Zeiten: Kein Kaffee oder Tee

Im Flugzeug selbst war das dann aber nicht mehr möglich: Fast alle Sitzplätze, auch die meisten Mittelplätze, waren belegt. Um die Luftzirkulation bestmöglich umzusetzen, lief die Klimaanlage auf Hochtouren. Alle zwei Minuten wurde die Luft in der Kabine der Boeing komplett ausgetauscht.

Änderungen gab es auch beim Bordservice: Heißgetränke wie Kaffee und Tee durften nicht serviert werden, sondern nur Kaltgetränke und Flaschen sowie Sandwiches. Beim Verzehr durfte die Maske abgesetzt werden. Ansonsten galt: Maskenpflicht für Passagiere und Crew.

Am Flughafen von Mallorca werden Fieber-Checks durchgeführt

Auch am Flughafen von Palma war alles auf die Sicherheit ausgelegt: Die Gäste mussten zwei Formulare zum Gesundheitszustand und zur Erreichbarkeit vor Ort ausfüllen. Zudem wurde die Körpertemperatur jedes Einzelnen mit vergangene Woche in Betrieb genommenen Wärmebildkameras gemessen. Nach Auskunft der Nationalpolizei wurden bei keinem der Passagiere Anzeichen auf eine Covid-19-Erkrankung festgestellt.

Für die meisten Passagiere tat dieses Prozedere der Freude aber keinen Abbruch: „Wir freuen uns einfach, dass es wieder losgeht“, sagte Karina Wienandt aus der Nähe von Berlin. Sie rechne damit, dass es nach der anstrengenden Anreise nun sogar schöner werde als sonst. „Es wird angenehm leer sein – und am Strand und Pool müssen wir die Maske ja nicht tragen.“