Knapp drei Monate lang hat die internationale Reisewarnung Tausende Deutsche vom Reisen abgehalten. Nun hat die Bundesregierung sie wieder außer Kraft gesetzt – und Urlaubswilligen damit wieder mehr Freiheit gegeben. Allerdings bleibt der große Ansturm insbesondere auf internationale Flugreisen zunächst aus. 

Der Grund: Viele Reisefans sind angesichts der vielen Probleme, die im Laufe der Corona-Krise auftraten, verunsichert und verzichten in diesem Jahr lieber auf das Fliegen. Dabei gibt es auch für das Fliegen in Zeiten der Pandemie durchaus gute Gründe.

Aber auch wer sich für eine Flugreise entscheidet, steht oft vor vielen offenen Fragen: Was, wenn der Flug ausfällt oder mir die Einreise am Urlaubsort verwehrt wird? Der reisereporter erklärt mithilfe der Experten von „Flighright“ die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Welche Corona-Regeln gelten jetzt am Airport?

Grundsätzlich kann jeder Flughafenbetreiber selbst entscheiden, welche Corona-Maßnahmen er wie umsetzen möchte. In Europas wichtigstem Airport, dem Frankfurter Flughafen, wurden etwa die Wartebereiche beim Check-in und bei der Bordkarten- und Sicherheitskontrolle so weit ausgebaut, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

An den Schaltern wiederum wurden Plexiglasscheiben angebracht. Dort, in Flughafen-Bussen und in allen Airport-Shops gilt zudem eine Maskenpflicht für Passagiere und Mitarbeiter. In allen anderen Aufenthaltsbereichen ist jeder zweite Sitzplatz gesperrt. Alle Maßnahmen und Regeln werden zur Erinnerung regelmäßig per Lautsprecher durchgesagt.

Durch zusätzliche Gesundheitskontrollen und Fieberchecks der Passagiere soll sich die Wartezeit am Airport außerdem auf etwa vier Stunden (inklusive Gepäckaufgabe) verlängern. 

Was verändert sich durch Corona an Bord?

An Bord der meisten Airlines gilt mittlerweile eine strikte Maskenpflicht für Bordpersonal und Passagiere. Ob und wie Speisen und Getränke an Bord serviert werden können, ist wiederum individuell geregelt. 

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Es könnte sich allerdings insbesondere auf Langstreckenflügen schwierig gestalten, komplett auf Mahlzeiten zu verzichten. Ein Lösungsansatz etwa sieht vor, nur noch komplett verpackte Mahlzeiten im Vorfeld zu verteilen, um das Ansteckungsrisiko bei der Essensausgabe zu minimieren. Außerdem fordert der internationale Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) eine allgemeingültige Maskenpflicht für alle Airlines, Fieberchecks und Gesundheitsformulare.

Welche Länder kann ich eigentlich wieder bereisen?

Deutsche Urlauber haben mit der Aufhebung der Reisewarnung grundsätzlich überall dort Reisefreiheit, wo die Landesregierung entsprechende Einreisen zulässt. In Europa sind das mittlerweile fast alle Länder, ausgenommen Norwegen. Das skandinavische Land hat den Einreisestopp zunächst bis zum 20. August verlängert. 

Außerhalb Europas sieht das Ganze schon etwas anders aus: Hier halten die meisten Länder nach wie vor an der Grenzschließung fest. Darunter sind etwa beliebte Reiseziele wie Thailand, Vietnam, Australien, Neuseeland, die USA und Südafrika. In anderen Ländern wie Großbritannien, Tunesien oder der portugiesischen Inselgruppe Azoren ist die Einreise zwar möglich, allerdings nur mit anschließender 14-tägiger Quarantäne. 

Was passiert, wenn der Corona-Test am Airport positiv ist?

Zahlreiche Länder setzen für die Einreise einen negativen Corona-Test voraus, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Eine sinnvolle Regelung, bei der allerdings auch immer ein Risiko mitspielt: Denn was ist, wenn der Corona-Test positiv ausfällt? Zunächst einmal das Offensichtliche: Die Reise ist damit dann gestrichen. Allerdings sind es nicht außergewöhnliche Umstände, die zum Urlaubs-Ausfall führen, sondern letztendlich die eigene Gesundheit. 

Konkret sollten Reisende dabei nicht auf die Kulanz der Airline oder des Reiseveranstalters hoffen, sondern sich auf ihre Reiserücktrittsversicherung verlassen. Denn die springt ein, wenn Urlauber aus gesundheitlichen Gründen ihre Reise nicht antreten können. Und eine Infektion mit dem Coronavirus sollte wohl einen Sachverhalt darstellen, der deutlich gegen den Reiseantritt spricht.

Was passiert, wenn mir die Einreise am Ziel verweigert wird?

Erhöhte Temperatur, fehlende Gesundheitschecks oder Unterlagen, in Zeiten der Pandemie gibt es wahrlich viele Gründe, die am Ende gegen die Einreise in das Zielland sprechen könnten. Damit Urlauber dann aber nicht am Airport des Reiseziels festsitzen, prüfen viele Airlines bereits vor dem Abflug, ob die notwendigen Unterlagen und Sachverhalte für die Einreise in das Urlaubsland vorliegen.

Sollte dies nicht der Fall sein, verweigert die Fluggesellschaft in der Regel die Mitnahme des entsprechenden Passagiers. Wenn doch mal ein Tourist an der Einreise am Ziel scheitert, wird er von der Airline wieder mit nach Hause genommen. Auf die Rückerstattung der Flugkosten können Urlauber in einem solchen Fall allerdings lange warten, zumindest, wenn sie den Flug als Einzelleistung gebucht haben. 

Welche Rechte habe ich, wenn mein Flug doch ausfällt?

Wenn der Flug aufgrund von Grenzschließungen oder Einreisestopps entfällt, haben Passagiere keinen Anspruch auf eine Entschädigung, da es sich um außergewöhnliche Umstände handelt. Die Ticketkosten werden in einem solchen Fall aber innerhalb von zwei Wochen erstattet. Sollte der Flieger aber aus technischen Gründen am Boden bleiben, können Fluggäste sogar auf eine Entschädigung hoffen.