Es war eine lang ersehnte Nachricht in der Corona-Krise: Urlaub an der Ostsee in Deutschland ist wieder erlaubt. Doch um nach Mecklenburg-Vorpommern reisen zu dürfen, müssen Touristen mehrere Tage bleiben und dies durch eine Buchungsbestätigung nachweisen können. Tagestouristen aus anderen Bundesländern sind hingegen nach wie vor verboten – weil im Fall der Fälle Infektionsketten nur sehr schwer nachzuvollziehen wären.

Für Tagesausflug: Touristen reservieren Hotels und stornieren sofort wieder

An dieses Verbot halten sich aber nicht alle Menschen. Tatsächlich nutzen einige einen Trick, um dennoch für einen Tagesausflug nach Rügen, Usedom, an die Ostsee-Küste oder die Mecklenburgische Seenplatte zu reisen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“. Sie buchen über eine Online-Plattform ein Hotel oder eine andere Unterkunft. Dann drucken sie die Buchungsbestätigung aus, die sie bei einer Kontrolle vorzeigen könnten, und stornieren die Buchung wieder.

Dieser Trick falle seit Pfingsten auf. Allein bei den Hotels der Casilino-Gruppe MV in Dorf Mecklenburg, Sievershagen und Pampow wurden vor dem langen Wochenende mehr als 50 Buchungen kurze Zeit später wieder storniert.

Von ähnlichen Stornowellen berichteten auch andere Hotels. Auffällig sei, so berichtet der Radiosender „Ostseewelle“, dass es sich bei den Online-Buchern zumeist um Gäste aus nahe gelegenen Regionen wie Brandenburg, Berlin oder Hamburg handele.

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Tagestouristen an Ostsee müssen bis zu 2.000 Euro Strafe zahlen

Als eine „Riesensauerei“ bezeichnete Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mecklenburg-Vorpommern, das Verhalten gegenüber der „Ostsee-Zeitung“. Die Tagesurlauber nutzen für diesen Trick Online-Portale wie Hotel-Reservierungs-Butler (HRB) oder booking.com. Während sie bei booking.com eine Buchung stornieren müssen, um nicht zahlen zu müssen, funktioniere das bei HRB sogar ohne Stornierung. Urlauber, die am Buchungstag nicht anreisen, würden ohne Konsequenzen aus der Reservierung genommen. 

Das heißt folglich nicht nur, dass die Urlauber so illegal für einen Tag nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Die Masche habe auch negative Folgen für die ohnehin schon gebeutelte Tourismusbranche, so Schwarz zur „Ostsee-Zeitung“. Denn so blieben Zimmer geblockt, und die Hoteliers würden in der Corona-Krise auch noch auf leeren Zimmern sitzen bleiben.

Die Polizei will gegen diese Urlauber vorgehen. Tagestouristen müssen mit einem Bußgeld von 150 bis 2.000 Euro rechnen.