Rückflüge wurden plötzlich gestrichen, Grenzen geschlossen und sie waren plötzlich am Urlaubsziel gestrandet: Etwa eine viertel Million Urlauber aus Deutschland wurden in einer beispiellosen Rückholaktion der Bundesregierung und der Reiseveranstalter heimgeholt.

Mehr als 240 Sonderflüge aus insgesamt 62 Ländern hat das Auswärtige Amt in der Corona-Krise organisiert, mit diesen Charterflügen wurden etwa 66.000 Urlauber nach Deutschland gebracht.

Gratis war das aber nicht: Bevor die Passagiere ins Flugzeug steigen durften, mussten sie ein Formular ausfüllen, ihre Daten angeben und unterschreiben, dass sie einen Teil der Kosten übernehmen werden.

Wie viel müssen die Urlauber für die Rückholaktion bezahlen?

Eine Summe war nicht angegeben – und auch zwei Monate nach dem Ende der Rückholaktion ist nach wie vor unklar, wie viel Geld die Betroffenen zahlen müssen. Doch das könnte sich nun schnell ändern: „In den nächsten Tagen und Wochen“ würden die Urlauber informiert werden, hat das Auswärtige Amt dem ARD-Hauptstadtstudio mitgeteilt.

Dass die Rechnungen nun verschickt werden, sei nach Angaben von Außenminister Heiko Maas nötig – „aus Gleichbehandlungsgrundsätzen, weil wir bei der Rückholaktion auch mit privaten Anbietern zusammengearbeitet haben“. Diejenigen Urlauber, die mit kommerziellen Fluggesellschaften geflogen sind, hätten ihre Tickets ja auch bezahlen müssen.

Die Passagiere der Charterflüge des Auswärtigen Amtes müssen mit einer Pauschale rechnen, die sich nach mehreren Faktoren richtet: Entfernung, vergleichbare Durchschnittspreise für ein Economy-Ticket und Kosten ähnlicher Rückholaktionen anderer EU-Länder. Gerechnet werden muss wohl mit einem dreistelligen Betrag.

Außenminister Maas: Wird keine zweite Rückholaktion geben

Währenddessen läuft der Reiseverkehr in Europa langsam wieder an – die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wird am Montag, 15. Juni, für viele Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union wird die Warnung jedoch verlängert, und zwar generell bis zum 31. August. Eventuell könnte es Ausnahmefälle geben, in denen die Reisewarnung bereits vorher wieder aufgehoben wird, im Gespräch dafür ist beispielsweise die Türkei.

Fest steht aber: Wer im Sommer verreist, tut dies auf eigenes Risiko. Außenminister Heiko Maas hat aber mehrfach betont: „Eine zweite Rückholaktion wird es nicht geben.“ Wer sich im Urlaub mit Corona infiziert, könne nicht davon ausgehen, dass die Bundesregierung ihn nach Deutschland zurückbringe.