Fernreisen werden noch für längere Zeit nicht möglich sein. Denn für Länder außerhalb der EU soll die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes erneut verlängert werden, und zwar bis zum 31. August. Das berichtete zuerst der „Spiegel“.

Corona-Reisewarnung wird verlängert – gibt es Ausnahmen für einige Länder?

Ausnahmen könnte es jedoch für einzelne Länder geben – unter der Voraussetzung, dass sie bestimmte Kriterien erfüllen. Bewertet werden könnten hier die Entwicklung der Infektionszahlen, das Gesundheitssystem und Einreisebeschränkungen.

Besonders hart dürfte die Entscheidung der pauschalen Verlängerung der Reisewarnung beliebte Reiseländer wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien treffen. Ob ein Sommerurlaub dort eventuell doch noch möglich werden könnte, steht also weiter in den Sternen.

Reisewarnung für knapp 30 Länder in Europa wird am 15. Juni aufgehoben

Die Reisewarnung der Bundesregierung gilt derzeit weltweit, für mehr als 200 Länder und Gebiete. Sie würde eigentlich am 15. Juni auslaufen. Für 29 Länder in Europa wird sie danach auch aufgehoben, wenn sich die Corona-Pandemie weiter so entwickelt wie derzeit. 

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Es handelt sich dabei um die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das aus der EU ausgetretene Großbritannien sowie die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein. Für Spanien und Norwegen wird die Reisewarnung erst später aufgehoben, weil dort noch länger Einreisebeschränkungen gelten. 

Werden wegen der Verlängerung der Reisewarnung nun alle Reisen storniert?

Solange die weltweite Reisewarnung galt, haben die Reiseveranstalter alle Buchungen storniert. Grundsätzlich können Reisen von Kunden meist dann kostenlos storniert werden, wenn am Reiseziel in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, die die Durchführung der Reise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen oder unmöglich machen.

Dazu gehören in der aktuellen Corona-Krise zum Beispiel Ausgangssperren, geschlossene Kultureinrichtungen sowie das Einreiseverbot beziehungsweise die geschlossenen Grenzen vieler Länder. Die Reisewarnung ist für Reiseveranstalter zumindest ein starkes Indiz hierfür, sodass die Reise kostenlos storniert werden kann.

Aber, so heißt es auch auf der Website des Auswärtigen Amtes: „Unmittelbare Rechtsfolgen hat auch eine Reisewarnung nicht. Entscheidend für die Möglichkeit eines kostenlosen Reiserücktritts sind nicht Reisewarnungen, sondern die rechtliche Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen (§ 651 BGB).“ Dies sei in jedem Einzelfall zu prüfen.