In wenigen Tagen wird die internationale Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aufgehoben. Das heißt allerdings nicht automatisch auch, dass eine Reise in jedes Land der Welt wieder möglich ist, nicht einmal alle Länder innerhalb Europas öffnen ihre Grenzen wieder. Zumindest nicht ohne weitreichende Corona-Maßnahmen. 

Großbritannien schickt Einreisende in die Selbstisolation

Wer etwa nach Großbritannien reisen möchte, der muss seit dem 8. Juni in eine 14-tägige Quarantäne. Diese Regelung gilt sowohl für Geschäftsreisende als auch für Touristen. Nachbarland Irland hatte eine entsprechende Richtlinie bereits am 28. Mai eingeführt. Bereits bei der Einreise müssen die Menschen dann ein Formular ausfüllen, in dem sie den Ort ihrer Selbstisolation angeben. Verstöße könnten teuer werden: Wer sich trotz Quarantäne-Anordnung im Freien aufhält und erwischt wird, zahlt bis zu 2.500 Euro. 

Laut einem Bericht der „Deutschen Welle“ hofft die irländische Tourismus-Branche auf eine baldige Öffnung der Grenzen, und zwar ohne Quarantäne. Die Regelung soll demnach am 18. Juni durch die Regierung überprüft werden. Denn der Tourismus in Irland steht noch nahezu still, Hotels und Restaurants sind weitgehend geschlossen. Erst am 20. Juli soll sich das nach aktuellem Stand ändern. 

Airlines klagen gegen britische Quarantäne-Regelung

Besonders die strenge Quarantäne-Regelung in Großbritannien trifft auf viel Kritik. Denn selbst britische Staatsbürger sind von der Regelung betroffen. Konkret muss jeder Einreisende, unabhängig von dem Einreiseweg, in die Selbstisolation. Ausgenommen sind einige Lkw-Fahrer und Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Dagegen wollen nun einige Airlines vorgehen, wie das Portal „airliners.de“ berichtet. 

Demnach haben Easyjet, Ryanair und British Airways juristische Schritte gegen die Quarantäne-Anordnung eingeleitet. Sie halten die Maßnahme für „unverhältnismäßig und unfair“ und fürchten einen erheblichen Schaden für die Luftfahrtbranche. Und auch aus Deutschland kommt Kritik, etwa vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. 

Großbritannien neben USA am schwersten von Coronavirus betroffen

Gemessen an den Todesfällen ist Großbritannien nach den USA das am schlimmsten von dem Coronavirus betroffene Land der Welt. Die Pandemie hat dort bisher knapp 40.500 Todesopfer gefordert. Seit Anfang Juni lockert das Vereinigte Königreich aber schrittweise die strengen Corona-Regeln. Wann ein Urlaub ohne Maßnahmen in dem Land wieder möglich ist, ist allerdings noch gänzlich unklar.