In diesem Sommer sind viele Menschen auf der Suche nach einem ruhigen Plätzchen in der Natur, fernab der großen Menschenmassen an Badeorten und in den Metropolen. Wer wirklich Ruhe sucht, findet sie nicht im Hotel oder in der Ferienanlage. In diesem Jahr steigen viele Urlauber angesichts der Corona-Krise von dem gewohnten Sommerurlaub im Süden auf eine Alternative in Deutschland um: das Zelten.

Und viele von ihnen machen genau das zum ersten Mal. Wenn auch du ein absoluter Camping-Neuling bist, möchten wir dich mit unserem Überblick ein bisschen an die Hand nehmen und dich nicht mit deinem Zelt im Regen stehen lassen. Aber auch, wenn du schon mal zelten warst, kannst du vielleicht noch das ein oder andere aus unserer Checkliste fürs Zelten mitnehmen.

Die Grundausstattung für dein Zelt-Abenteuer

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Wenn du einen Zelturlaub planst, dann brauchst du natürlich zunächst ein Zelt. Dabei ist Zelt aber nicht gleich Zelt, denn es gibt viele verschiedene Formen und Größen. Ja nachdem, mit wie viel Gepäck du reist, empfiehlt es sich zum Beispiel, ein Zelt zu nehmen, das für eine Person mehr ist, als tatsächlich mitreist. So hast du genug Platz, um das Gepäck mit im Zelt verstauen zu können. 

Ins Zelt kommt ansonsten noch eine Isomatte oder eine Luftmatratze und je nach Temperatur eine Decke oder ein Schlafsack. Wer bequem liegen möchte, sollte außerdem ein kleines Kissen einpacken. Ein paar Klappstühle sind außerdem perfekt, wenn ihr euch zum Essen bequem hinsetzen wollt – das geht alternativ aber natürlich auch auf dem Boden. Was aber auf keinen Fall fehlen darf, ist ein Regenschutz für dein Zelt. Es gibt nichts Nervigeres, als am Morgen in einer Pfütze aufzuwachen, weil sich der Regen nachts den Weg ins Zelt gebahnt hat. 

Und zur Sicherheit hier auch noch mal die Dinge, die du am besten eh immer dabeihaben solltest: Handy, Schlüssel und Geld. Von Letzterem aber am besten nicht zu viel und nur die nötigsten Karten – zum Beispiel deine Versichertenkarte, falls in der Natur etwas passieren sollte. Im Gegensatz dazu brauchst du deine Kreditkarte im Zelt wohl eher weniger. 

Diese Gadgets erleichtern dir den Zelt-Alltag

Wenn du die Basics abgehakt hast, bist du schon auf einem guten Weg. Zu einem echten Zelt-Abenteuer fehlen dir allerdings noch einige hilfreiche Gadgets. Zum Beispiel die Taschenlampe. Denn wenn du im Dunkeln mal zur Toilette musst oder du etwa eine aufregende Nachtwanderung durch die Natur planst, brauchst du zumindest ein bisschen Licht, um dich nicht völlig in der Dunkelheit zu verlieren. Um auch tagsüber auf nahezu alles vorbereitet zu sein, solltest du auch ein Taschenmesser einpacken. Damit kannst du zum Beispiel das Wegbier öffnen oder die Dose mit deinem Abendessen. 

Auch ein Feuerzeug oder Streichhölzer erweisen sich bestimmt als hilfreich, wenn du etwa grillen oder dich abends gemütlich ans Lagerfeuer setzen möchtest – das natürlich nur an dafür vorgesehenen Plätzen. Überall sonst lohnt sich auch ein Windlicht, um es sich abends vor dem Zelt gemütlich zu machen.

Damit dir bei einem längeren Zelt-Urlaub nicht langweilig wird, solltest du außerdem ein Kartenspiel oder ein gutes Buch einpacken. Und für die musikalische Untermalung darf eine Bluetooth-Box nicht fehlen, mit der du Musik von deinem  Handy abspielen kannst. Damit das Handy unterwegs und ohne Strom nicht den Geist aufgibt, solltest du unbedingt an eine Power-Bank denken. 

So schön das Zelten in der Natur auch sein kann, es birgt eben auch Gefahren. Das größte reale Risiko dabei sind wohl Angriffe von Mücken und anderen Insekten. Dagegen kannst du dich ganz einfach mit einem Mückenspray wehren. Auch Pfefferspray kann nicht schaden, wenn du im Wald plötzlich von einem Wildschwein überrascht wirst – oder einfach, um dich sicherer zu fühlen.

Damit dein Hab und Gut auch geschützt ist, wenn du tagsüber unterwegs bist, kannstdu dein Zelt mit einem Vorhängeschloss absichern. 

Kochen in der Natur? Dafür brauchst du Folgendes

Zelten ist ja schön und gut, aber was isst man eigentlich, wenn man mitten in der Natur sitzt und weit und breit kein Supermarkt oder Restaurant zu finden ist? Zugegeben, die Mahlzeiten beim Zelten entsprechen nicht unbedingt immer einer Gourmet-Küche, aber sie müssen auch nicht nur aus kalten Dosen-Ravioli bestehen – es sei denn, du stehst drauf. Wenn nicht, dann solltest du unbedingt einen Campingkocher, einen Grill und eine Kühlbox mit auf Reisen nehmen. 

So ausgestattet, kannst du bei deinem Zelt-Abenteuer leckere Gerichte zubereiten. Auf Youtube findest du eine Vielzahl an Rezepten, die extra für den Campingkocher ausgelegt sind. Ein Beispiel: 

Solltest du lieber mit leichtem Gepäck reisen, dann ist auch die Auswahl deiner Lebensmittel für die Tour beschränkt. Wir zeigen dir, welche sich gut fürs Zelten eignen: 

Frühstück

  • Granola
  • Müsli
  • Haferflocken

Mittagessen

  • Nudeln mit Soße oder Pesto (in Gläsern)
  • Tütensuppe
  • Thunfisch in der Dose

Abendessen

  • Bagels
  • Knäckebrot
  • Butter und Marmelade

An Getränken kannst du fast alles einpacken, was nicht hitzeempfindlich ist. Milch zum Beispiel ist bei erwartbar hoher Temperatur nicht so eine gute Idee, während du mit Wasser und Kaffee nichts falsch machen kannst.

Mit diesen Hilfsmitteln bleibst du auch im Zelt frisch

Die Übernachtung im Zelt ist wohl die minimalistischste Art zu reisen: Die Dusche ist weit weg, genauso wie die Toilette und das Waschbecken. Unmöglich, da die alltägliche Hygiene beizubehalten? Nicht unbedingt. Mit ein paar Hilfsmitteln bleibst du auch im Zelt so frisch wie sonst.

Solltest du dein Zelt tatsächlich in der freien Natur aufschlagen, dann gehören natürliches Shampoo und Duschgel in deinen Rucksack. Denn alles andere würde die Natur durch dein Bad im nächstgelegenen See oder deiner Dusche unterm Wassereimer schädigen. Statt normaler Handtücher nimmst du am besten Mikrofaserhandtücher mit. Die nehmen weniger Platz weg und trocknen schneller.

Wenn du nicht unbedingt jeden Tag deine Haare waschen möchtest, pack einfach Trockenshampoo mit ein, du wirst es schnell zu schätzen wissen. Was du natürlich auch nicht vergessen solltest, ist deine Zahnbürste, Zahnpasta und einen Zahnputzbecher. Klopapier und Müllbeutel gehören auch zur Grundausstattung fürs Zelt, genauso wie Feuchttücher zur Desinfektion, zur Erfrischung oder für die Katzenwäsche. 

Kleidung fürs Zelten: Und was ziehe ich an?

Die Gardeobe ist natürlich vom konkreten Reiseziel abhängig. Grundsätzlich lohnt es sich aber, für die Übernachtung im Zelt an lange Schlafsachen zu denken, weil es nachts ordentlich kalt werden kann. Außerdem ist es ratsam, festes Schuhwerk mitzunehmen und eventuell sogar Gummistiefel, um auch unter matschigen Verhältnissen gut zu Fuß zu sein. Eine Regenjacke, Sonnenschutz und Sonnenbrille gehören außerdem ins Zelt-Gepäck. 

Und, auch wenn es dir ohnehin klar sein sollte: Bikini, Unterwäsche, Socken, Jacke, Oberteile, Hosen. Also alles, was du auch in einen anderen Urlaub mitnehmen würdest. 

Bevor es losgeht: Check dein Zelt!

So, der Rucksack ist gepackt und eigentlich stehst du schon in den Startlöchern für dein erstes Zelt-Abenteuer. Eine Sache solltest du allerdings noch erledigen, bevor du dich auf die Reise begibst: das Zelt auf Löcher und Beschädigungen prüfen. Dann kannst du dich noch um undichte Stellen oder fehlende Teile kümmern, die sonst das Aufbauen erschweren.

Apropos aufbauen: Wer noch nie ein Zelt aufgebaut hat, der tut sich beim ersten Mal unter Umständen schwer damit. Aber zum Glück gibt es erfahrene Zelter, die auf Youtube ihre Tricks teilen. 

Konkret solltest du darauf achten, dass die Heringe fest im Boden verankert sind, das Außenzelt faltenfrei aufgespannt ist und du es gerade bei einem längeren Trip regelmäßig nachspannst, damit es nicht morgens auf einmal verschwunden ist. 

Bevor du aber mit dem Aufbauen beginnst, solltest du dir Gedanken über den perfekten Platz für dein Nachtlager machen. Dafür gibt es einige Kriterien: 

  • Mulden vermeiden: Dort sammelt sich schnell Wasser. Besser ist eine gerade Fläche auf Wiese oder Sand.
  • Zelte in der Nähe eines Baumes: Er spendet Schatten oder zusätzlichen Regenschutz.
  • Meide die Durchgangswege und markiere deinen Stellplatz, das gilt vor allem für große und gut besuchte Zeltplätze.

Survival-Training für den Fall der Fälle

Von der Grundausstattung über die Kleidung bis hin zum optimalen Zeltplatz – eigentlich bist du jetzt bestens für den Start in dein Zelt-Abenteuer vorbereitet. Zumindest in der Theorie. Denn schiefgehen kann immer etwas. 

Damit du also auf wirklich (!) alles vorbereitet bist, wenn du dein Lager in der Natur aufschlägst, möchten wir dir noch ein Survival-Training mit auf den Weg geben. 

Denn wer weiß schon, was dich auf deinem Abenteuer alles erwartet? Aber irgendwie macht das ja auch den Reiz des Zeltens aus, oder?