Wasserratten in Europa haben immer mehr Auswahl, denn die Anzahl der Badegewässer steigt kontinuierlich. Und das Wasser ist an den allermeisten Orten sehr sauber. Das zeigt die aktuelle Analyse der Europäischen Umweltagentur (EUA), welche die Qualität von 22.295 Badegewässern in Europa untersucht hat.

Zwei Drittel der Badestellen befinden sich an den Küsten, bei dem Rest handelt es sich um Flüsse oder Seen. Gewinner sind fünf Länder, in denen 95 Prozent oder mehr der Gewässer eine ausgezeichnete Qualität haben: Zypern (99,1 Prozent), Österreich (98,5 Prozent), Malta (97,7 Prozent), Griechenland (95,7 Prozent) und Kroatien (95,6 Prozent).

Badeseen und Strände in Deutschland besonders sauber

Aber auch in Deutschland ist die Wasserqualität besser als im europäischen Durchschnitt, das Land belegt Platz sechs im EU-Vergleich. Dem Bericht zufolge erfüllen hier von den 2.277 untersuchten Seen, Flüssen und Küstenstellen etwa 98,2 Prozent mindestens die Mindeststandards, 92,5 Prozent haben sogar eine exzellente Wasserqualität. Nicht schwimmen hingegen sollten Besucher an acht Badestellen.

Diese Badestellen in Deutschland sind durchgefallen:

  • Elbstrand bei Brokdorf (Schleswig-Holstein)
  • Nordseestrand Wremen (Niedersachsen)
  • Weserstrand Sandstedt (Niedersachsen)
  • Süßer See Aseleben (Sachsen-Anhalt)
  • Süßer See Seeterrassen Seeburg (Sachsen-Anhalt)
  • Klostersee, Triefenstein, Trennfeld (Bayern)
  • Spreelagune (Brandenburg)
  • Goldscheuer Badesee (Baden-Württemberg)

In diesen Gewässern ist die Wasserqualität dem EUA-Bericht zufolge mangelhaft und es treten gehäuft Bakterien auf. Zwar sind nicht nicht alle davon Krankheitserreger, sie geben allerdings zum Beispiel Hinweise auf Verunreinigung durch Fäkalien. Auch erfolgen Warnungen bei einem massenhaften Auftreten von Blaualgen oder Cyanobakterien, die vor allem bei hohen Wassertemperaturen im Sommer auftreten. 

Betrachtet auf die Gesamtmenge der Seen, Flüsse und Küstenstellen in Deutschland gilt die mangelhafte Wasserqualität aber nur in 0,3 Prozent aller Fälle. 

In diesen Ländern ist die Wasserqualität vergleichsweise schlecht

In sechs europäischen Ländern waren drei Prozent oder mehr der Badegewässer von schlechter Qualität: Albanien (sieben Badegewässer oder 5,9 Prozent), Estland (drei Badegewässer oder 5,6 Prozent), Ungarn (zehn Badegewässer oder 3,9 Prozent), Irland (fünf Badegewässer oder 3,4 Prozent), Niederlande (24 Badegewässer oder 3,3 Prozent) und Slowakei (ein Badegewässer oder 3,1 Prozent).

Ein weiterer Verlierer der Untersuchung ist Polen, dort haben nur 21,6 Prozent der Badegewässer eine hervorragende Qualität. Allerdings wurden dort auch nur 187 von insgesamt 606 Badegewässern untersucht, das erklärt den niedrigen Wert.

Wenn du genau wissen willst, wo in Europa die saubersten und die dreckigsten Badestellen sind, wirf einen Blick auf die Online-Karte der EUA. Übrigens: Da sich die EUA-Werte auf die Badesaison 2019 beziehen, hatte die Corona-Krise noch keine Auswirkungen auf den Bericht.

Hinweis: Aufgrund der verschiedenen Corona-Maßnahmen einzelner Bundesländer können einige Seen vorübergehend geschlossen sein oder bestimmte Regeln für den Besuch gelten. Bitte informiere dich deshalb im Vorfeld, was du beachten musst.