Wenn die Reisewarnung in der nächsten Woche für viele Länder in Europa aufgehoben wird, fahren auch die Veranstalter langsam wieder hoch: Tui beispielsweise fliegt ab Mitte Juni wieder nach Portugal, ab Juli soll es wieder nach Mallorca gehen.

Doch viele Kunden sind wegen der Corona-Krise noch verunsichert, ob sie Urlaub buchen oder ihre bestehende Buchung stornieren sollen. Denn nach wie vor weiß niemand, wie sich die Pandemie entwickeln und ob es eine zweite Welle und damit erneut einen Shutdown für die Reisebranche geben wird.

Tui-Chef verspricht: Diese Woche gibt es Geld zurück

Und nicht zuletzt hat auch das Verhalten von Airlines und Reiseveranstaltern in der Corona-Krise zu dieser Verunsicherung geführt, denn etliche Kunden warten immer noch darauf, die Kosten für Flug und Hotel bei abgesagtem Urlaub erstattet zu bekommen.

Ihnen macht Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak nun Hoffnung. Gegenüber der „Bild“ versprach er am Sonntag: „Die Kunden werden bis Mitte, Ende kommender Woche das Geld für alle Reisen, die bis zum 15. Mai abgesagt wurden und bei denen eine Erstattung gewünscht ist, auf ihren Konten haben.“

Bei abgesagten Reisen sind die Veranstalter dazu verpflichtet, den Kunden die bereits gezahlten Beträge innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen. Aber: Etliche Kunden warten noch immer. Wie kann das sein?

Den Vorwurf, man habe auf eine verpflichtende EU-Gutscheinlösung gehofft und deswegen die Auszahlung verzögert, wies der Tui-Chef zurück. Es habe vielmehr vielfältige andere Gründe gegeben.

Tui hat wegen Corona 70.000 Urlauber zurückgeholt

„Wir waren in den ersten paar Wochen darauf fokussiert, 70.000 Gäste zurückzuholen“, so Andryszak gegenüber der „Bild“. Danach habe der Konzern angefangen, Geld zurückzuzahlen, gut gelungen sei das vor allem dann, wenn eine Einzugsermächtigung vorlag. Bei denjenigen Kunden, die überwiesen haben, stellte sich das problematischer dar. Die Masse sei nicht bewältigt worden.

Der größte Reiseanbieter Europas wurde durch die Krise hart getroffen. Tui bekommt einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis Mitte 2022. Trotzdem kündigte der Konzern eine harte Sparlinie an, Ferienflieger Tuifly will beispielsweise seine Flotte um die Hälfte verkleinern.