Wie sieht sicherer Urlaub in Zeiten der Corona-Krise aus? Diese Frage stellen sich derzeit viele Menschen angesichts ihres Sommerurlaubes während der Pandemie. Und die Antwort lautet nicht selten: Camping. Und das ist auch kein Wunder, denn wer Camping-Urlaub macht, der hat sein gesamtes Heim immer mit dabei und begegnet somit deutlich weniger Menschen als etwa Hotelgäste. 

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Aus Platzmangel steigen viele Urlauber auf Wildcamping um

Der Hype hat allerdings auch Nebenwirkungen: Die Campingplätze in Deutschland sind weitgehend ausgebucht, auf dem Portal „camping.info“ ist die Rede von einer „Welle von Buchungsanfragen“. Zumindest an den beliebten Urlaubsorten finden Naturliebhaber im Sommer kaum noch ein freies (und bezahlbares) Plätzchen für ihr Zuhause auf Rädern. Wer stattdessen auf Wildcamping umsteigen möchte, der sollte sich das lieber zweimal überlegen, denn das könnte teuer werden: Wer bei dem illegalen Abenteuer erwischt wird, zahlt je nach Bundesland eine Geldstrafe in Höhe von 100 bis 400 Euro. 

Neue Plattform bietet Alternative zum Wildcamping

Also stehen Camper, Neulinge und alte Hasen gleichermaßen, in Deutschland in diesem Sommer vor einem Problem: Es ist zu wenig Platz für alle Freunde des naturnahen Urlaubes. Eine neue Plattform bietet dafür einen Lösungsansatz an: Auf www.popupcamps.de finden Urlauber freie Campingplätze, die bisher in wohl keinem Reiseführer stehen. 

Warum das so ist, erklärt Betreiber Jobst Paepke im Gespräch mit dem „Spiegel“: Um dem Wildcampen entgegenzuwirken, das durch den Platzmangel entstehe, schafft der 43-Jährige neue Plätze auf ungenutztem Gelände in Deutschland.

Das erste sogenannte Pop-up-Camp ist so in der Lüneburger Heide entstanden. Die 45 Stellplätze sind mit weißer Kreide gekennzeichnet, die Anreise ist derzeit nur mit Van, Wohnwagen, Wohnmobil oder Caravan erlaubt, eine Rezeption oder einen Kiosk gibt es nicht. Wer braucht, kann sich aber eine Toilette dazumieten. 

Buchungsportal für Pop-up-Camps soll im Juli starten

Die nächsten Pop-up-Camps soll es vor allem auf den in diesem Jahr ungenutzten Festivalgeländen geben, gemeinsam mit einem Anbieter von Abenteuerparks in Bayern plant Paepke außerdem einige Camps direkt am See. Langfristig will der Gründer das Angebot deutschlandweit ausweiten, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. Ab Juli soll dann auch das digitale Buchungssystem an den Start gehen.