Monatelang war vom einstigen Massentourismus selbst an den beliebtesten Reisezielen der Welt wegen der Corona-Pandemie nichts zu spüren. Nun sind die Grenzen zu vielen Ländern zwar wieder geöffnet, zahlreiche Urlauber entscheiden sich aber trotzdem für einen Sommerurlaub im eigenen Land.

Und die Auswirkungen sind bereits vor Beginn der Sommerferien vielerorts zu sehen: Gesperrte Badeorte an der Nord- und der Ostsee, Partys auf Sylt und ausgebuchte Hotels in ganz Deutschland

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Geringe Kapazitäten für Sommer-Urlaub 2020 in Deutschland

Für alle, die ihren Deutschland-Urlaub für diesen Sommer noch nicht gebucht haben, könnte es deshalb eng werden. Das jedenfalls prognostiziert der Deutsche Reiseverband laut einem Bericht des „Focus“. Demnach sagte Norbert Fiebig, Präsident des Reiseverbandes: „Die Kapazitäten im eigenen Land reichen bei Weitem nicht aus, damt alle Reisewilligen auch ihren wohlverdienten Urlaub machen können.“

Verwunderlich ist diese Aussage nicht, denn verstärkte Nachfrage trifft in diesem Sommer auf Kontaktbeschränkungen und Belegungsgrenzen für Hotels und Ferienunterkünfte. Heißt konkret: Mehr Urlauber wollen in Deutschland bleiben, aber es gibt weniger Platz für sie als in den vergangenen Jahren.

Reiseverband plädiert für Sommer-Urlaub im europäischen Ausland

Wegen fehlender Kapazitäten auf den Sommer-Urlaub 2020 verzichten müsse trotzdem niemand. Im Vergleich zu dem Infektionsgeschehen in Bayern etwa sei die Zahl der Coronavirus-Fälle in anderen europäischen Ländern mittlerweile deutlich geringer.

Urlauber sollten sich zwar gut über das Zielgebiet informieren, aber Fiebig gibt zu bedenken: „Warum sollte die Ansteckungsgefahr höher sein, wenn ich eine europäische Grenze überschreite? Oder wenn ich von Berlin nach Kopenhagen reise, statt von Berlin nach München?“ Bezüglich der möglichen Risiken bei der Anreise, zum Beispiel dem Aufenhalt am Flughafen und im Flieger selbst, äußerte sich der DRV-Präsident nicht.

Vor dem Coronavirus führten mehr als 70 Prozent der Reisen von Deutschen ins Ausland. Laut Fiebig sichert dieses Geschäft rund 100.000 Arbeitsplätze bei Airlines und Reiseveranstaltern. Der Reiseverband setzt sich nun dafür ein, dass Deutschland- und Auslandsreisen nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden, sondern wieder parallel zueinander stattfinden können. Denn: „Dem Coronavirus sind Grenzen egal – innerdeutsche ebenso wie internationale.“