Strahlender Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und ein langes Wochenende: Die Rahmenbedingungen für einen Ausflug ans Meer waren am Pfingstwochenende absolut optimal. Und das zeigte sich auch an den Badeorten an der Nord- und der Ostseeküste Deutschlands: Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze waren größtenteils ausgebucht, die Strände teilweise überfüllt. Wegen des großen Ansturms wurden sogar einige Orte komplett abgesperrt, wie die Lokalzeitung „Lübecker Nachrichten“ berichtet.

Demnach strömten am Sonntag Tausende Besucher an die Ostseeküste. Die Badeorte Scharbeutz und Haffkrug waren schon am frühen Nachmittag so überfüllt, dass sich die Bürgermeisterin Bettina Schäfer per Social Media und Leuchttafeln mit einem Appell an die Urlauber wandte: „Unsere Orte sind voll! Bitte bleiben Sie zu Hause.“

Pfingstmontag: 60 Prozent Auslastung am frühen Morgen

Der Montag konnte den Ansturm vom Vortag schließlich noch übertreffen: Bereits am Morgen seien 60 Prozent der Maximalauslastung erreicht worden. Um die Corona-Richtlinien einhalten zu können, waren auch Feuerwehr, Sicherheitsdienste und das Ordungsamt im Einsatz. Und trotzdem: Die Besuchermassen haben die Orte überrannt.

„Wir hatten uns 70 Prozent als Grenze gesetzt. Etwa 3.000 gezogene Parktickets, das wären schon fast 10.000 Besucher, dazu noch die vollen Ferienunterkünfte, das sind noch einmal 10.000 – die Fahrradfahrer gar nicht mitgerechnet“, sagt Bürgermeisterin Schäfer den „Lübecker Nachrichten“.

Pfingsten in Travemünde: Strandkörbe ausgebucht und alles besetzt

Während in Timmendorfer Strand gelegentliche Erkundungsfahrten der Polizei ausreichten, um die Besucher an die geltenden Corona-Regeln zu erinnern, war man in Travemünde über den massenhaften Ansturm überrascht: „Ich hatte gehofft, dass der Publikumsverkehr durch den Ostwind gebremst wird“, sagte etwa Ostholsteins Landrat Reinhard Sager.

In dem beliebten Badeort konnten Besucher ab Mittag keine Strandkörbe mehr bekommen, überall stand nur „Besetzt“ oder „Ausverkauft“. Im Großen und Ganzen aber, so Sager, sei das Pfingstwochenende ein Erfolg für den Tourismus an der Ostseeküste gewesen.

Kein Abstand: Polizei stoppt Massenparty auf der Nordseeinsel Sylt

Aber auch an der Nordseeküste kam es am Pfingstwochenende zu einem Massenansturm. Obwohl sich die Badeorte und die Inseln deutlich gegen Tagestourismus ausgesprochen hatten, wurde es voll auf der beliebten Insel Sylt. So kam es dort sogar zu einer Massenparty mit rund 3.500 Menschen am Strand des Kurortes Kampen.

Von Corona-Regeln war bei dem bunten Treiben der Partygäste keine Spur, die Regel von 1,5 Metern Abstand wurde vielfach nicht eingehalten. Im Gegenteil: Die überwiegend jugendlichen Gäste sollen wie beim amerikanischen Spring Break getanzt und Alkohol getrunken haben, bis die Polizei die Veranstaltung aufgelöst hat. 

Pfingsten: 85 Prozent Deutsche in holländischen Badeorten

Auch die Bitte von 15 Bürgermeistern aus den Niederlanden zeigte offenbar wenig Wirkung, denn die holländischen Strände waren voll. Laut einem Hotelbetreiber kamen 85 Prozent der Urlauber aus Deutschland. Im Vergleich: Normalerweise sind zur gleichen Zeit etwa 35 Prozent der Besucher aus Deutschland und 50 Prozent aus Holland selbst.