Der Ansturm auf die Inka-Stätte und eines der sieben neuen Weltwunder, Machu Picchu, ist groß. So groß, dass die Regierung in Peru sogar den Zugang limitiert hat: Nur noch 6.000 Menschen sind pro Tag dort erlaubt, außerdem haben einige der Sehenswürdigkeiten nur noch stundenweise geöffnet. Die Empfehlung der Unesco für die Weltkulturerbe-Stätte wird enorm überschritten. 

Paradox, aber dennoch wollen einige Menschen mehr Tourismus an dem Ort. Deshalb begann im Mai 2019 der Bau eines neuen Flughafens nur 30 Kilometer von der Ruinenstadt entfernt. Kritiker versuchten damals erfolglos, den Bau zu verhindern. Viele befürchteten, dass durch den neuen Zugang sowie tief fliegende Flugzeuge die historische Stätte zerstört werden könnte. Auch um eine Trinkwasserquelle in der Nähe fürchten die Kritiker. 

Kritik und Petition halfen nicht – nun sorgt die Corona-Krise für einen Baustopp

Doch nun können die Natur- und Kulturschützer, die mehrere Jahre gegen das Großprojekt kämpfen und auch schon eine Petition gestartet hatten, erst einmal aufatmen. Denn Peru hat angekündigt, aufgrund der Corona-Krise die Bauarbeiten zu stoppen – allerdings erst einmal nur vorübergend, wie das Portal „aerotelegraph“ meldet. 

Für mehrere Monate werden die Arbeiten nun ruhen, teilte Perus Verkehrsminister Carlos Lozada nun mit, dann hoffe man, die Arbeiten nach dem Ausnahmezustand wieder aufnehmen zu können. Parallel arbeite man mit dem Kulturministerium und der Unesco zusammen an einer Studie zu den Folgen für Machu Picchu durch den neuen Flughafen.

Der Flughafen in Lima wird weiter gebaut – ein Zeichen für das Aus?

Ist das etwa das mögliche Aus für das Großprojekt? Mit dem Neubau sollte der Flughafen Cusco, der auf städtischem Gebiet liegt, durch einen im ländlichen Gebiet in Chinchero abgelöst werden. Der liegt zwar nur rund 75 Kilometer von der Inka-Stätte entfernt, mit dem Zug oder Bus dauert die Fahrt aber mehrere Stunden. Außerdem sollte eine internationale Anbindung erfolgen, um den Hauptstadt-Flughafen Lima zu entlasten. 

Dort gehen die Bauarbeiten indes trotz Ausnahmesituation weiter – das werten einige Kritiker als Zeichen für das Aus in Chinchero. In Lima sollen die Arbeiten der zweiten Start-und-Lande-Bahn sowie eines Kontrollturms in der kommenden Woche beginnen, teilte Lozada mit.