Lange war an Flugreisen wegen des Coronavirus nicht zu denken – Schätzungen zufolge sind allein in Europa mindestens 147 Millionen Passagiere von Flugausfällen wegen der Pandemie betroffen. Im Juni könnte es wieder losgehen, wenn die Reisewarnung der Bundesregierung für viele Länder aufgehoben wird und immer mehr Grenzen geöffnet werden. 

Doch wie früher wird das Fliegen trotzdem nicht sein, da sind sich Experten sicher. Der Bodenabfertiger Swissport, die weltgrößte Servicegesellschaft für Fluggesellschaften und Flughäfen, spricht gegenüber dem Branchenmagazin „Aerotelegraph“ von etlichen Herausforderungen für Airlines, die mit Verzögerungen und Einschränkungen für die Passagiere verbunden sein werden.

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So werde beispielsweise der Check-in eines Passagiers, der vor Corona durchschnittlich 30 bis 35 Sekunden gedauert habe, bis zu zweieinhalb Minuten in Anspruch nehmen, sagte Swissport-Vorstandsmitglied Luzius Wirth.

Swissport rechnet mit folgenden Änderungen:

  • Aufgrund der Hygienevorschriften wird wohl nur jeder zweite Check-in-Schalter öffnen, mindestens alle 15 Minuten müsse desinfiziert werden.
  • Beim Check-in müssen Passagiere künftig Gesundheitsfragen beantworten.
  • Die Boardingzeiten werden länger – weil an Gates, auf Fluggastbrücken und in Bussen der Mindestabstand gewahrt bleiben muss.
  • Unklar sei noch, ob Passagiere Handgepäck mit in den Flieger nehmen dürfen oder es einchecken müssen.
  • Die Mitarbeiter müssen für die Hygiene- und Sicherheitsregeln in unterschiedlichen Ländern geschult werden.

Eine Herausforderung klingt zunächst kurios, lässt sich aber logisch erklären: „Es gibt das Risiko, dass ein Flugzeug aufs Heck kippt“, sagt Swissport-Manager Mark Skinner dem „Aerotelegraph“.

Der Grund: In Zürich müssen die Koffer vor den Passagieren an der Gepäckausgabe sein. Um das zu gewährleisten, müsse das Gepäck aus den Maschinen geladen werden, bevor die Fluggäste aussteigen. Die Folge: Das Gegengewicht für das durch die Economy Class schwere Heck fehlt. 

Kippgefahr beim Airbus A320neo: Letzte Sitzreihe bleibt frei

Das Problem der Kippgefahr ist übrigens nicht ganz neu: Sie besteht bereits länger bei Maschinen des Typs Airbus A320neo. British Airways und Lufthansa hatten daher beispielsweise im vergangenen Herbst mitgeteilt, die letzte Sitzreihe leer zu lassen. 

So wurde der Schwerpunkt des Flugzeuges weiter nach vorn verschoben, was die Maschine insgesamt stabiler machen sollte. Zudem wird das Gepäck erst aus dem vorderen Laderaum ausgeladen, wenn die Fluggäste ausgestiegen sind.