Überfüllte Badeorte, Hygienemaßnahmen und geschlossene Grenzen weltweit: Der Sommerurlaub wird in diesem Jahr maßgeblich von der Corona-Pandemie definiert. Vergessen, was in der Welt vor sich geht, abschalten vom Alltagsstress und das Leben ohne Einschränkungen genießen – all das wird deshalb vielen Urlaubern wohl schwerfallen. 

Kein Wunder also, dass der Trend klar in Richtung Deutschland-Urlaub geht. Denn egal, ob Strandurlaub, Städtetrip oder Kulturreise, all das ist innerhalb unserer Landesgrenzen möglich. Also buchen derzeit viele Deutsche eine Reise an die Ost- oder die Nordsee, in den Bayerischen Wald oder nach Berlin. Aber es gibt noch einen weiteren Ort, der für viele Menschen nicht unbedingt weit entfernt ist und vielleicht gerade während der Pandemie das wohl schönste Urlaubsziel ist: die Heimat. 

Heimaturlaub statt Weltreise: Warum du es tun solltest

Das ist die Stadt oder das Dorf, wo wir Laufen gelernt, die ersten Freundschaften geschlossen und jede Menge Abenteuer erlebt haben. Es ist der Ort, an dem wir aufgewachsen sind. Und: Eine Reise zurück in die Kinderstube hat sich nie mehr als jetzt gelohnt.

Vielleicht erinnerst du dich noch an Schnitzeljagden durch deine Nachbarschaft, an Baumhäuser, die du gemeinsam mit deinen Freunden vor Jahren gebaut und zwischenzeitlich wieder vergessen hast, oder an die Ausflüge mit deiner Familie, die sich als Kind so sorgenfrei angefühlt haben. All das könntest du in diesem Sommer wieder aufleben lassen. 

Mit Eltern in Kindheitserinnerungen schwelgen

Und – Hand aufs Herz – der letzte Heimaturlaub bei den Eltern liegt nicht selten schon eine Weile zurück. Denn durch die Arbeit, die ständige Erreichbarkeit und den steten Freizeitstress vergessen wir schnell, wie entschleunigend das sein kann. Und dabei ist es ganz egal, ob der Kindheitsort ein idyllisches Dorf oder der Stadtteil einer deutschen Metropole ist. Warum? Weil Eltern uns eine Geborgenheit und Sicherheit geben können, die wir sonst selten finden – und besonders in der Krise gut gebrauchen können.

Und was die Eltern nicht schaffen, das kriegen sicher die alten Freunde hin. Denn mit denen hast du schließlich die ersten Erfahrungen in jeglicher Hinsicht gemacht, hast den ersten Liebeskummer geteilt oder die ersten eigenen Ausflüge geplant.

Vielleicht leben sie ja noch in der Heimat oder sind auch gerade zu Besuch in der Vergangenhet und ihr könnt gemeinsam bei einem Kaffee in Erinnerungen schwelgen? So lernst du vielleicht sogar jemanden noch einmal neu kennen, mit dem dich bereits einiges verbindet.

Heimaturlaub ist für beide Seiten ein Gewinn

Geborgenheit, Beständigkeit, Zuversicht: Wer eine glückliche Kindheit hatte, der verbindet diese und ähnliche Attribute mit seinem Elternhaus. Aber bei einem Urlaub in der Heimat geht es noch um viel mehr. Denn während du erwachsen geworden bist, sind auch deine Eltern gealtert.

Vielleicht brauchen sie ja jetzt mehr Hilfe, mehr Zuwendung und mehr Aufmerksamkeit als früher. Ein Heimaturlaub ist also nicht unbedingt nur ein Geschenk für dich, du kannst ihn auch für deine Lieben zur Auszeit vom Alltag machen, indem du mitanpackst oder Ausflüge an Orte deiner Kindheit planst. 

Sparsamer Urlaub im Elternhaus

Und rein kostentechnisch, seien wir mal ehrlich, ist der Besuch zu Hause in der Regel eine günstige Angelegenheit: Schlafen und essen kannst du im besten Fall im Elternhaus. Und das Entertainment ist auch kein Problem: Du findest bestimmt noch alte Spielzeuge oder neue interessante Orte in der Heimat, die du mal wieder sehen willst oder an denen du bisher nur vorbeigefahren bist.

Risiken und Nebenwirkungen des Heimaturlaubs

Zugegeben: Der Urlaub an dem Ort deiner Kindheit ist nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. Es gibt schließlich auch gute Gründe dafür, irgendwann einmal ausgezogen zu sein und die Heimat verlassen zu haben. Die Geschwister können nerven, die Regeln aus der Kindheit sind beim Betreten der Kinderstube wieder präsent, und es gibt realistisch betrachtet auch Streitpotenzial, wenn auf einmal die ganze Familie wieder aufeinanderhockt (Stichwort: Weihnachtsfeiertage).

Und jetzt das große Aber: Die aktuelle Krise zeigt uns mehr denn je, was wirklich wichtig ist im Leben. Und das ist für viele eben nicht die Karriere oder das rastlose Reisen um die Welt, sondern die Familie. Und genau deshalb gehört der Heimaturlaub in diesem Jahr auch auf deine Bucket List.

Und wer weiß, vielleicht findest du ja Gefallen daran, mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, die dir am Herzen liegen – und integrierst die Reise an den Ort deiner Kindheit auch in den Jahren nach der Pandemie in deine Urlaubspläne.