Die Corona-Pandemie hat die Fluggesellschaften dieser Welt bis ins Mark erschüttert, für einige Airlines endete die Krise bereits in der Insolvenz. Andere aber starten im Juni wieder durch: Die Lufthansa fliegt wieder mehr als 100 Ziele an, viele weitere Airlines nehmen sogar erste Langstreckenflüge wieder in den Sommerflugplan auf.

Das Angebot ist also nach einem langen Leerlauf wieder da, aber wie sieht es mit der Nachfrage aus? Der Buchungsansturm auf Flugreisen jedenfalls blieb zunächst aus. Viele Urlauber beschränken sich auf das eigene Land und das Reisen mit dem eigenen Auto. Aber pünktlich zur Grenzöffnung beliebter Urlaubsländer wie Spanien, Kroatien und Portugal sollen auch die Flugzeuge wieder voller werden. 

Du planst gerade deinen Sommer-Urlaub für dieses Jahr, bist dir aber noch nicht ganz sicher, ob du mit dem Flugzeug reisen oder lieber auf Auto oder Zug umsteigen solltest? Es gibt mit Sicherheit für beide Entscheidungen gute Gründe. Damit du in deiner Wahl nicht komplett allein bist, geben wir dir folgend eine kleine Entscheidungshilfe. 

Das spricht gegen das Fliegen in der Corona-Krise

Flugausfälle, Verspätungen und Rückholaktionen: Wer die Nachrichten im Verlauf der Corona-Pandemie verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass der Flugbetrieb nicht selten im Chaos versunken ist. Als vertrauensbildene Maßnahme kann man das Ganze also nicht unbedingt betrachten. 

Und wie meldet sich der Flugverkehr nach der wochenlangen Pause zurück? Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Fliegen, wir wir es bisher kannten, wird es erst mal nicht mehr geben. Wer vor der Krise schon genervt von den langen Wartezeiten am Airport war, der wird jetzt erst recht nicht glücklich, denn aufgrund zusätzlicher Hygienemaßnahmen und Gesundheitstests erwarten Experten an manchen Flughäfen eine Wartezeit von etwa vier Stunden. 

Und die strengen Richtlinien hören im Flieger nicht auf: Es herrscht Maskenpflicht, Speisen und Getränke werden nur in Ausnahmefällen ausgegeben, und wer auf Toilette gehen möchte, der muss das vorher beim Personal anmelden. 

Flugverzicht für den Klimaschutz

Nicht zuletzt beim Stichwort Nachhaltigkeit schrillen die Alarmglocken bei Klimaaktivisten. Denn die Öko-Bilanz von Flugzeugen ist nicht die beste. Das zeigte sich jüngst auch dadurch, dass die Luftverschmutzung durch den weltweiten Flugstopp erheblich reduziert werden konnte. Ein guter Grund also, erst mal auf dem Boden zu bleiben, statt schnellstmöglich wieder abzuheben. 

Und selbst wer sich trotzdem für eine Flugbuchung entscheidet, ist dadurch noch lange nicht vor Ausfällen und Verschiebungen gefeit. Denn die kann es in der aktuellen Zeit immer wieder geben. Und dann kann es dauern, bis das Geld für den Flug wieder zurück auf dem Konto des Reisenden ist, wie aktuelle Beispiele von Kunden beliebter Airlines zeigen.

Einige von ihnen warten bereits seit Monaten auf die Rückerstattung ihrer Reisekosten. Fliegen während der Pandemie ist also viel zu gefährlich. Oder?

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Das spricht für das Fliegen in der Corona-Krise

Das Wichtigste zu Beginn: Die Ansteckungsgefahr an Bord des Flugzeuges gilt – anders, als man vielleicht wegen der Rahmenbedingungen vermuten könnte – als verhältnismäßig gering. Denn obwohl die Abstandsregeln beim Check-in und im Flugzeug selbst nicht immer eingehalten werden können, ist der Flieger durch spezielle Belüftungssysteme keine Virenschleuder

Die Bedingungen sind also vergleichbar mit denen einer Reise mit Bahn und Bus. Nur hat das Flugzeug einen großen Vorteil: Während du auf Landwegen oft viele Stunden unterwegs bist, bis du dein lang ersehntes Urlaubsziel endlich erreichst, brauchst du mit dem Flieger oft nur wenige Stunden, bis du im Süden Europas ankommst. Und wenn du nicht unbedingt jeden Monat eine Flugreise unternimmst, sondern vielleicht nur einmal pro Jahr, ist es auch umwelttechnisch vertretbarer – und es bleibt etwas Besonderes. 

Der Flughafen ist ohnehin ein besonderer Ort. Wer dort ist und sich von dem bunten Treiben mitreißen lässt, der bekommt vielleicht ein Gefühl dafür, wie magisch die Hallen eigentlich sind: Dort versammeln sich Menschen aus aller Welt, unterschiedliche Kulturen und Charaktere laufen sich für wenige Augenblicke über den Weg und verschwinden dann wieder in alle Richtungen der Welt. Das Gefühl des Aufbruchs, der Freiheit und der Gedanke, dass alles möglich ist, machen diese Magie des Flughafens aus. Und irgendwie fühlt sich dann auch gleich die ganze Reise aufregender an. 

Flugpreise im Jahr 2020 sind vergleichsweise niedrig

Preisbewusste Urlauber sollten aus einem weiteren Grund über eine Flugreise in diesem Jahr nachdenken: Der prognostizierte Preisanstieg für Flucktickets ab 2021. Denn nach Einschätzung des Luftfahrtverbandes IATA könnte es langfristig zu einem Anstieg der Flugpreise kommen. Vorher allerdings könnten Reisende bei der Flugbuchung das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Denn es ist zu erwarten, dass Airlines die Preise zunächst senken, um die Passagiere wieder an Bord zu holen. Sobald das aber der Fall ist, kann es teuer werden.

Und auch wenn die Sicherheitsvorkehrungen am Airport und an Bord derzeit nicht unbedingt Spaß machen, sind sie oft nur eine kleine Hürde auf dem Weg zu Traumstränden in Portugal, zu Freunden in entfernten Ländern oder zu Kulturen, die es noch zu entdecken gilt. Und was sind schon zwei Stunden Mundschutz im Verhältnis zu einer Woche Erholung am Meer?