Die Hoffnung auf den Sommerurlaub 2020 ist groß: Zum einen könnte die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung am 15. Juni vorerst für 31 Länder aufheben. Zum anderen zeigen sich beliebte Urlaubsländer wie Italien, Spanien und Griechenland bereit für einen Neustart des Tourismus.

Geschichte ist die Coronavirus-Pandemie dadurch allerdings nicht. Trotz all der umfangreichen Schutzmaßnahmen der Urlaubsländer besteht also die Gefahr, sich mit Corona zu infizieren. Welche Vorkehrungen für Reisende im Zuge dessen sinnvoll sind und wie sie handeln, wenn sie an Covid-19 erkranken, zeigt der reisereporter.

Corona: Experte empfiehlt Krankenversicherung fürs Ausland

Fest steht: Eine Auslandskrankenversicherung ist absolut sinnvoll. Im Gespräch mit dem Sender „ntv“ erklärte Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Fachmagazins „Finanztip“, die Versicherung sei grundsätzlich ratsam, damit Touristen bei einem Unfall oder einer Blinddarmentzündung im Urlaub nicht auf den Kosten sitzen bleiben. „Für Familien kostet die Versicherung um die 25 Euro, für Singles 10 Euro“, sagte Tenhagen. Ein überschaubarer Preis für eine gute Absicherung.

Allerdings rät der Experte in Zeiten der Covid-19-Pandemie dazu, die Vertragsbedingungen aufmerksam zu lesen. Denn in einigen Fällen gelten wegen des Coronavirus außergewöhnliche Konditionen. 

Corona-Infektion im Urlaub 2020: Was ist zu tun?

Die Vorstellung, sich im Urlaub mit dem Coronavirus zu infizieren, ist unschön. Denn dann „ist den Anordnungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten“, erklärte Tenhagen.

Problematisch sei das insbesondere bei schweren Krankheitsverläufen. Denn die Konditionen staatlicher Krankenhäuser liegen nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Urlaubsorten wie Ägypten oftmals unter den deutschen Standards.

So oder so: Wer im Urlaub an Covid-19 erkrankt, ist zunächst dazu verpflichtet, vor Ort zu bleiben. Das gelte allein aufgrund der Quarantäne, der sich Reisende im Zweifelsfall unterziehen, erklärte Tenhagen. Nur diejenigen, von denen zweifelsfrei keine Gefahr mehr ausgeht, dürfen zurück nach Deutschland reisen. Immerhin: „Eine gute Auslandskrankenversicherung übernimmt die Kosten“, so Tenhagen. 

Vor dem Urlaub mit Corona infiziert: Was nun?

Wer vor einer Reise an Covid-19 erkrankt, ist nicht durch seine Auslandskrankenversicherung geschützt. Daher ist laut Tenhagen auch eine Reiserücktrittsversicherung vor Antritt des Urlaubs ratsam: „Dann wäre man in Quarantäne und somit von Amts wegen verhindert, die Reise anzutreten.“ Die Versicherung greife also in vielen Fällen. Allerdings schlössen auch hier einige Anbieter eine Pandemie aus. Also: Vertrag aufmerksam lesen!

Dazu komme ein Sonderfall. Denn wer einen Urlaub aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht antreten möchte, hat Tenhagen zufolge keine Chance auf eine Rückerstattung: „Ein Rücktrittsgrund ist etwas, das mit meiner Person zusammenhängt, also beispielsweise, wenn das Haus abgebrannt ist, die Mutter gestorben oder ich mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus liege.“

Heißt im Umkehrschluss: Auch potenzielle Urlauber, die aufgrund von Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne müssen, haben kein Recht auf eine Erstattung der Kosten.

Allerdings hätten besorgte Reisende grundsätzlich die Möglichkeit, in so einem Fall den Veranstalter zu kontaktieren.