Nach wochenlanger Coronavirus-Zwangspause sind die Spanier bereit für einen Neustart der Touristik: Laut Ministerpräsident Pedro Sánchez sollen die Grenzen für ausländische Reisende im Juli geöffnet werden. „Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen – und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen“, erklärte er am 23. Mai in einer Rede an die Nation.

In Spanien gilt wegen Coronavirus noch der Notstand

Allerdings gilt in Spanien derzeit noch immer der Notstand – und zwar vorerst bis zum 7. Juni. Hinzu kommt die weltweite Reisewarnung, die noch bis zum 14. Juni besteht. Und auch Einreisebeschränkungen im Land selbst sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes aktuell. „Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgangssperre unterziehen“, betonte Sánchez.

Nicht-EU-Bürger dürfen daher noch nicht nach Spanien. Andere Touristen wiederum sind dazu verpflichtet, sich nach der Einreise in eine zweiwöchige Quarantäne zu begeben. Diese Regelung gilt nicht für Berufspendler und Angehörige von Transportunternehmen oder des Gesundheitswesens.

Trotz Corona nach Spanien: Diese Richtlinien gibt es

Wie in Deutschland führte auch Spaniens Regierung Schutzmaßnahmen ein, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie einzudämmen. So raten die Behörden beispielsweise dazu, öffentliche Verkehrsmittel so wenig wie möglich zu nutzen. Daher gibt es nur eingeschränkte Angebote des Flug-, Schienen-, Straßen- und Schiffsverkehrs. 

Wer dennoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln reist, ist dazu verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Und auch in Geschäften gilt die Mundschutzpflicht– genau wie an allen öffentlichen Orten, an denen kein Sicherheitsabstand gewährleistet ist, ob innerhalb oder außerhalb geschlossener Räume. Hiervon ausgenommen sind Kinder, zumindest bis zu ihrem sechsten Lebensjahr, und Personen, denen das Tragen eines Atemschutzes aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. 

Des Weiteren setzt Spanien aufs Social Distancing, also die bewusste räumliche Trennung von Menschen. Im öffentlichen Raum gilt daher ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen. 

Spanien-Urlaub 2020: Wie starten Hotels und Co. in die Saison?

Im Zuge der Realisierung des Vier-Stufen-Plans, den Ministerpräsident Sánchez Anfang Mai vorgelegt hatte, öffnete kürzlich auch ein Großteil der gastronomischen Angebote wie Cafés und Restaurants. Die Voraussetzung: eine maximal 30-prozentige Belegung.

Dazu kommt theoretisch der Neustart von Beherbergungsbetrieben, etwa Ferienwohnungen und Hotels. In der Praxis bleiben einem Bericht der „Olive Press“ zufolge allerdings mehr als die Hälfte der Hotels auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera geschlossen.

Welche Bedingungen nach der Öffnungen für die restlichen Betriebe gelten, ist bislang unklar. In jedem Fall habe der spanische Tourismus künftig zwei Gütesiegel, die ökologische Nachhaltigkeit und die sanitäre Sicherheit, erklärte Sánchez. Eine Ansicht, die auch die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol vertritt: Sie sprach sich in der Vergangenheit vermehrt für strenge Hygieneauflagen, beispielsweise regelmäßige Desinfektionen, und Gesundheitskontrollen, etwa das Fiebermessen, aus. 

Social Distancing am Meer: Die Regeln an Spaniens Stränden

Seit Montag, 25. Mai, sind Spaniens Strände vielerorts wieder geöffnet– und das jederzeit. Vorbestimmte Zeitfenster gibt es nicht. Welche Coronavirus-Richtlinien gelten, entscheiden die jeweiligen Gemeinden derzeit allerdings selbst. 

Auf Mallorca beispielsweise sind Strandliebhaber laut dem „Mallorca Magazin“ dazu angehalten, einen Sicherheitsabstand von zwei Metern zu wahren. Zudem dürften nur Gruppen mit maximal 15 Personen gemeinsam ans Meer.

Calvià wiederum begrenzt die Besucherzahl am Strand auf 30 bis 50 Prozent der üblichen Gästeanzahl. In Alcúdia schrumpft die Zahl der Liegen von 4.000 auf 1.400. Andere Orte hingegen setzen vorerst lediglich auf Desinfektionsmittel– und zwar bis ausländische Touristen wieder die Erlaubnis haben, einzureisen.