Fahr ich in den Urlaub oder bleibe ich doch lieber zu Hause? Diese Frage stellen sich angesichts der Corona-Pandemie wohl viele Menschen. Und die Entscheidung ist gewiss nicht einfach, denn für beide Varianten gibt es gute Argumente.

Damit du mit deiner Wahl nicht ganz allein dastehst, möchten wir dir eine kleine Entscheidungshilfe geben. Deshalb haben wir uns gefragt: Was spricht eigentlich für und gegen einen Urlaub mitten in Zeiten der Corona-Pandemie?

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Das spricht gegen einen Urlaub in der Corona-Krise 

Beginnen wir also mit dem Offensichtlichen: Das Coronavirus hat erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des Sommer-Urlaubs 2020. Durch Einreisebeschränkungen sind wir in der Wahl unseres Reisezieles eingeschränkt, und vor Ort erinnern uns verschärfte Sicherheitsvorkehrungen und Hygienevorschriften immerzu an die Pandemie. Eine Flucht vor der Situation in der Heimat ist also auch im Urlaub schlicht unmöglich. 

Obwohl sich deshalb laut einer aktuellen Umfrage gut die Hälfte der Deutschen gegen eine Reise entscheidet, gibt es wegen der Belegungsgrenze von 50 Prozent für Hotels vielerorts keine freien Unterkünfte mehr – zumindest keine bezahlbaren. Und wer sich für eine Flugreise entscheidet, der muss sich auf längere Wartezeiten, einen Flug mit Mundschutz und strenge Gesundheitskontrollen an vielen Flughäfen weltweit gefasst machen. 

Abgesehen von den äußeren Faktoren ist für einige Menschen das Fernweh angesichts vieler anderer Baustellen, ob gesundheitlich, wirtschaftlich oder anderer Natur, in der Krise vielleicht erst mal generell in den Hintergrund gerückt. Vielleicht ist auch die Angst vor einer Ansteckung oder der Mitschuld an der weiteren Ausbreitung des Coronavirus durch einen Urlaub einfach größer als die Lust am Reisen. 

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Das spricht für einen Urlaub während der Corona-Krise

Doch diejenigen, die den Kopf frei und Fernweh haben, sollten ohne schlechtes Gewissen Urlaub machen können. Denn sicheres Reisen ist laut Tourismusforscher Jürgen Schmude auch in der Corona-Krise möglich, wenn sich alle an die Abstandsregeln halten.

Und der Abstand ist auch ein Grund, der für einen Corona-Urlaub spricht. Denn genau den hatten wir vor der Pandemie im Sommer-Urlaub an vielen Orten nicht. Die Gassen Venedigs, die Strände Thailands und die Sehenswürdigkeiten in den Metropolen dieser Welt – überall haben Menschenmassen das Bild geprägt. Dank der Corona-Krise hast du jetzt die Möglichkeit, die Orte auch ohne Gedrängel zu erkunden. 

Und auch sonst liegt eine große Chance in der neuen Art und Weise, wie wir in Corona-Zeiten reisen. Denn anstatt gezwungenermaßen zu Hause zu bleiben, weil kein Hotelzimmer mehr frei ist oder die Lage im Zielgebiet nicht sicher genug ist, kannst du einfach direkt neue Wege einschlagen. Wie wäre es etwa mit einem Deutschland-Roadtrip oder einem Camping-Urlaub an Orten, die noch nicht so überlaufen sind? Schmude etwa sieht den Trend klar in Richtung Urlaub im eigenen Bundesland. Wetten, bei dir um die Ecke gibt es auch durchaus sehenswerte Orte?

Nimm eine Auszeit vom Alltagsstress 

Aber auch, wenn Heimaturlaub nicht so dein Ding ist, gibt es gute Gründe, über einen Urlaub nachzudenken. Denn viele Länder in Europa öffnen ihre Grenzen wieder und ermöglichen den Sommerurlaub. Klar, die Hygienemaßnahmen können wir nicht wegzaubern. Aber wer sich damit anfreunden kann, bekommt etwa in Griechenland, Kroatien und Österreich die Möglichkeit, einen Sommer-Urlaub fernab des Massentourismus der letzten Jahre zu erleben. Und ganz nebenbei untersützen Reisende dabei auch die Reiseveranstalter und Airlines, die sich einen langen Weg aus der Krise bahnen und auf urlaubsfreudige und verständnisvolle Menschen angewiesen sind. 

Und das Wichtigste zum Schluss: Reisen ist eines der wertvollsten Privilegien, die wir in der heutigen Zeit haben. Ganz besonders in schwierigen Zeiten wie jetzt kann es uns optimistisch stimmen, den Zusammenhalt fördern und uns eine kleine Auszeit vom Alltagsstress verschaffen. Es muss schließlich nicht gleich eine Asien-Rundreise sein – die wäre ohnehin schwierig. Aber auch ein Kurztrip in die Nachbarstadt, an der du sonst nur vorbeifährst, oder an den See, von dem du bisher nur gehört hast, kann ein Abenteuer sein, das zu erleben sich lohnt.