Nach der langen Zeit daheim und Wellness nur im eigenen Bad gibt es endlich wieder professionelle Behandlungen. Doch nicht allerorts – denn in Deutschland gibt es keine allgemeingültige Regelung für den Umgang mit Thermen, Pools, Massagen und Saunen. 

Behandlungen wie Pediküre, Maniküre und Massagen sind vielerorts bereits wieder erlaubt. Doch auch hierbei gibt es keine generelle Regelung – und das ärgert Michael Altewischer, Geschäftsführer der Wellness-Hotels & Resorts, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) verriet: „In Niedersachsen dürfen Kosmetikstudios, Freibäder und Sporteinrichtungen bis Ende Mai wieder öffnen, die Wellnessabteilungen in Hotels müssen jedoch bis Ende August geschlossen bleiben“, prangert er an. 

Saunen, Pools und Bäder: Nordrhein-Westfalen macht den Anfang

Dicht an dicht beim Aufguss in der Sauna – noch vor wenigen Monaten normal, in Corona-Zeiten nicht mehr denkbar. Während die meisten Bundesländer Wellness noch nicht zulassen, wagen es Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, allerdings mit Hygieneauflagen. In den anderen Bundesländern ist der Hotelbetrieb zwar bis Ende des Monats wieder allerorts aktiv, doch hoteleigene Fitnessstudios, Pools und Dampfbäder bleiben erst einmal geschlossen. 

In den meisten Ländern bleiben Pools vorerst geschlossen.

Als erstes Bundesland will Nordrhein-Westfalen den Schritt wagen: Am 30. Mai sollen die Hotelleistungen wieder voll zugänglich sein, auch Spaß- und Schwimmbäder sowie Thermen dürfen dann wieder öffnen – insofern sie ein Hygienekonzept vorlegen können.

In Rheinland-Pfalz darf ab dem 27. Mai draußen geplanscht werden, auch Fitnessbereiche können öffnen. Ab dem 10. Juni soll dann der gesamte Bereich wieder zugänglich sein – baden ist dann auch drinnen erlaubt, ebenso wie das Schwitzen in Saunen. 

Schwimmen ist kein Problem – aber die anderen Badegäste

Experten sind sich weitestgehend einig, dass sich das Coronavirus nicht über Wasser überträgt. Deshalb dringen einige Betreiber auf schnelle Öffnungen mit Hygiene-Konzepten. Der Deutsche Wellness-Verband warnt jedoch vor einem zu schnellen Öffnen. „Nicht das Schwimmen in gut kontrolliertem Wasser stellt ein Infektionsrisiko dar, sondern die Nähe zu anderen Personen in und am Pool“, sagt Lutz Hertel der „SZ“. Aufgüsse in Saunen könnten die Atemwege reizen und damit Husten provozieren. 

Anders als in Supermärkten oder öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, ist ein Mund-und-Nasen-Schutz in Sauna und Whirlpool eher nicht vorstellbar. Auch deshalb braucht es besondere Regeln für den Urlaub für die Seele – oder auch den Saunagang nach dem Sport, denn in Fitnessstudios bleiben Wellnessbereiche und Umkleiden vorerst ebenfalls geschlossen. 

Italien und Österreich machen es vor: Bäder und Wellness eröffnen wieder

Die Idee deshalb: Zeitfenster für Saunen und Pools, die jedes Hotelzimmer erhält. Danach würde der Wellness-Bereich desinifiziert werden und neue Gäste könnten kommen. 

In Italien und Österreich ist man schon einen Schritt weiter als in vielen Gegenden in Deutschland: In italienischen Unterkünften stehen Schwimm- und Wellnessbereiche den Gästen wieder zur Verfügung, allerdings mit nur einer Person pro zehn Quadratmetern Fläche. In Österreich öffnen flächendeckend alle Bäder am 29. Mai. Angesichts dessen fragt sich wohl nicht nur Klaus Batz, Geschäftsführer der European Waterpark Association, in der „SZ“: „Warum ist es in Bayern gefährlich, in ein Bad zu gehen, aber in Österreich nicht?“