Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Grenzschließungen: Aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie herrscht bei vielen potenziellen Urlaubern seit Wochen Ungewissheit hinsichtlich ihrer Reiseplanung.

Orientierung bietet dabei vor allem das Auswärtige Amt. Denn es liefert neben der weltweiten Reisewarnung, die noch bis zum 14. Juni 2020 gilt, Reise- und Sicherheitshinweise für verschiedene Länder. Dazu kommen Vorgaben für Stornierungsbedingungen und Leitlinien für Verbraucher.

Kurzum: Es gibt eine Menge Richtlinien und Ratschläge für Reisende. So viele, dass mancher Urlauber nun nicht mehr weiß, welche Bestimmungen derzeit gelten und was sie bedeuten. Deshalb erklären wir dir im Überblick die Unterschiede der verschiedenen Warnstufen des Auswärtigen Amtes.

Urlaub trotz Corona-Krise: Reisehinweise als allgemeine Infos

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sind allgemeine Informationen, die für Urlauber wichtig sind. Dazu zählen zum Beispiel Einreisebestimmungen, Zollvorschriften und medizinische Hinweise. Aber auch grundlegende Anordnungen, etwa zu strafrechtlichen Vorschriften eines Landes, fallen unter diesen Punkt. Auf der Website der Behörde heißt es deshalb treffend: „Die Hinweise enthalten Informationen zu den für Reisende relevanten Besonderheiten eines Landes.“

Heißt im Umkehrschluss aber auch: Reisehinweise beeinflussen die Bedingungen der Touristik nicht. Daher haben diejenigen, die ihren Urlaub aufgrund einer solchen Angabe stornieren, in der Regel keinen Anspruch auf eine Kostenerstattung. 

Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes informieren über Risiken

Grundsätzlich handelt es sich bei Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes um Informationen zu länderspezifischen Risiken für Reisende. Darunter fallen zum einen Aussagen zur Kriminalität in einem fremden Land. Zum anderen beinhalten die Angaben Infos zur Terrorismus-Gefahr. Diesen Mitteilungen wendet sich die Behörde seit den Ereignissen des 11. September 2001 nach eigenen Angaben mit besonderer Aufmerksamkeit zu. 

Sicherheitshinweise können daher – je nach Einschätzung der Behörde – Empfehlungen enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten. Doch Vorsicht: Sie sind nicht rechtlich bindend. Dadurch haben die Hinweise des Auswärtigen Amtes keine direkten Auswirkungen auf Stornierungsbedingungen von Reisen.

Reisewarnung: Die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amtes

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sprach das Auswärtige Amt am 17. März 2020 erstmalig eine weltweite Reisewarnung aus. Denn als Voraussetzung für diese Warnstufe gilt eine „konkrete Gefahr für Leib und Leben“ von Urlaubern. Daher kann die Behörde sie im Zweifelsfall zur Ausreise auffordern. 

Im Zuge der Covid-19-Krise hieß es seitens der Behörde deshalb: „Vor nicht notwendigen touristischen Reisen in das Ausland wird derzeit gewarnt, da weiterhin mit starken Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist.“

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass das Auswärtige Amt eine Teilreisewarnung, die nur für ausgewählte Länder gilt, ausspricht. Die Reisewarnung ersetzt den Sicherheitshinweis.

Diese Angabe hat Auswirkungen auf die Stornierungsbedingungen, etwa von Pauschalreisen. Denn setzt eine „höhere Gewalt“, beispielsweise eine Naturkatastrophe, ein, sind Veranstalter gesetzlich daran gebunden, Urlaubern eine kostenfreie Absage zu ermöglichen.