Wochenlang hat die Corona-Pandemie den Alltag von Millionen Menschen in Deutschland bestimmt. Doch mittlerweile beruhigt sich die Lage vielerorts: Erste Lockerungen der Richtlinien setzen in den Bundesländern ein, und die Hoffnung potenzieller Urlauber steigt. Und trotzdem spricht sich noch jeder dritte Deutsche wegen der Reisebeschränkungen und der Schutzmaßnahmen gegen einen Sommerurlaub im Jahr 2020 aus.

Söder schlägt Urlaubsgutscheine für Inlandstouristen vor

Ein Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder soll das nun ändern: Bei einer Vorstandssitzung seiner Partei brachte er eine finanzielle Unterstützung für Urlauber ins Spiel. Konkret wolle er Inlandstouristen, die „nicht so viel Geld haben“, finanziell unter die Arme greifen. Denkbar seien zum Beispiel Urlaubsgutscheine oder die steuerliche Absetzbarkeit von Reise-Ausgaben. Grundsätzlich sei Söder allerdings ebenso offen für andere Lösungsmöglichkeiten.

Deutschlands Touristik leidet unter der Corona-Krise

Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Grenzschließungen: Deutschlands Tourismusbranche leidet unter den Folgen der Corona-Krise. Buchungen bleiben aus, Stornierungen häufen sich. Söders Vorschlag soll daher eine Win-win-Situation für alle Beteiligten sein. Denn in der Theorie gilt: Je höher die Bereitschaft der Menschen ist, einen Sommerurlaub in Deutschland zu machen, desto höher sind auch die Einnahmen der Touristik. 

„Es gibt überall in Deutschland wunderschöne Gegenden“, begründete Söder den Vorschlag bei der Sitzung. „Die Infrastruktur ist da, die Gesundheitsversorgung perfekt.“ Der CSU-Chef hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrmals für Urlaube in Deutschland ausgesprochen.

Denn trotz der aktuell verhältnismäßig ruhigen Lage zeigte sich Söder in Bezug auf Reisen ins Ausland noch immer skeptisch. Er glaube – im Gegensatz zu Außenminister Heiko Maas (SPD)– nicht, „dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat wieder in Italien, Spanien oder Frankreich sind“. Eine Ansicht, die einige Länder nicht teilen: Erst kürzlich machten beispielsweise Portugal und die Türkei Vorschläge für einen sicheren Neustart der Touristik. 

Urlaub trotz Corona-Krise: Ein weiterer Lösungsvorschlag

Der bayerische Grünen-Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann hingegen sprach sich gegen Söders Vorschlag aus. Seiner Ansicht nach werden die Unterkünfte „im schönen Bayern“ ohnehin ausgebucht sein. Im selben Zuge lieferte Hartmann daher eine weitere Anregung: „Eine bessere Lösung wäre ein billiges Bahnticket für die Sommerferien, damit die Bayerinnen und Bayern ihre Heimat bei Tagesausflügen entdecken können.“

Eine solche Maßnahme sei sowohl praktikabel als auch umweltfreundlich. Zudem profitierten auch die von Söder fokussierten Bundesbürger hiervon. Denn auf diese Weise könnten sie anstelle eines teuren Hotelaufenthalts ebenso einen Tagesausflug wählen. Zu Inlandstouristen aus anderen Bundesländern äußerte sich der Grünen-Politiker allerdings nicht.