Die Corona-Pandemie erschwert uns den diesjährigen Sommerurlaub zwar. Allerdings möchte jeder Vierte hierzulande einer aktuellen Umfrage nach schnellstmöglich wieder innerhalb Deutschlands verreisen. Hierfür eignet sich ein Wohnmobil. Denn Individualreisen sind Infektiologen zufolge sicherer als Anreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Flugzeug. Außerdem hätten Selbstversorger potenzielle Risiken besser in der Hand als Vollpensionsgäste.

Doch auch unabhängig von den aktuellen Umständen erfreuten sich Reisen mit dem Wohnmobil oder dem Van in der Vergangenheit großer Beliebtheit. Kein Wunder – denn es gibt viele gute Gründe für einen Roadtrip im eigenen Gefährt. Jasmin (24) und Paul (26) leben seit einem Jahr in einem Auto und bereisen Australien.

Die Natur Australiens hautnah erleben: Was für viele wie ein Traum klingt, ist für Paul und Jasmin seit rund einem Jahr Alltag.

Dem reisereporter haben sie verraten, was ihnen an diesem Lebensstil am besten gefällt. 

1. Abenteuer-Urlaub im Wohnmobil: Der Ruf der Freiheit

„Natürlich ist eine Reise im Wohnmobil nicht mit einem All-inclusive-Urlaub im Hotel vergleichbar“, erklärt Jasmin. „Sie ist ein Abenteuer.“ Das liege zum Beispiel daran, dass Reisende schon bei der Fahrt die Möglichkeit haben, die Umgebung durch das Fernster zu erkunden. Ein Perspektivwechsel, der sich lohnt. Andererseits stecke ein Urlaub im Auto voller Überraschungen – und sei auch voller Herausforderungen wie mangelndem Reise-Inventar oder platten Reifen. „Selbstverständlich passieren da Fehler“, ergänzt Paul. „Aber mit jeder Hürde lernt man dazu.“

2. Im Van erleben Urlauber die Natur hautnah

Direkt an der Küste vom Rauschen der Wellen aufwachen und in den Tag starten: Was für viele wie ein Traum klingt, macht ein Urlaub im Auto möglich. „Das sind Eindrücke, die man auch im besten Hotel nicht bekommt“, schwärmt Jasmin. Denn dadurch, dass Reisende im Van nicht an einen Standort gebunden sind, können sie auf dem Weg anhalten, wann immer ihnen danach ist. Ein Vorteil, der sich weltweit großer Beliebtheit erfreut. Dementsprechend gibt es in vielen Nationalparks sogar ausgewiesene Plätze für Wohnmobile. 

3. Reisen im Wohnmobil bieten Urlaubern Spontanität

Im Hotel gibt es allein durch Essenszeiten und Termine einen vorbestimmten Tagesablauf für Urlauber. „Wer allerdings im Auto unterwegs ist, fährt einfach aufs Ziel los“, sagt Paul. „Das Reise-Inventar ist ohnehin dabei.“ Heißt: Urlauber sind in ihrer Planung absolut flexibel. Das bietet Freiheiten, die sowohl für Frühaufsteher als auch für Langschläfer praktisch sind. 

Ein weiterer Vorteil: Pläne, die Urlauber selbst gestalten, sind nicht an Dritte wie Veranstalter gebunden. Deshalb haben Reisende jederzeit die Möglichkeit, sich umzuentscheiden – ganz nach Lust und Laune.

4. Urlaub 2020: Im Van reisen Urlauber stressfreier

Anfahrten zum Bahnhof oder Flughafen, lange Warteschlangen bei der Gepäckabgabe und feste Check-in-Zeiten vor dem Flug: Schon die Anreise zum Urlaubsort empfinden die meisten Urlauber als stressig und hektisch.

Auch hier schafft ein Wohnmobil Abhilfe. Denn bei einem Urlaub auf den eigenen vier Rädern haben Urlauber die Möglichkeit, loszufahren, wann immer sie wollen. Der Weg ist gewissermaßen das Ziel. Deshalb ist schon die Fahrt von einem Ort zum anderen ein Abenteuer. 

5. Im Van entscheiden Reisende selbst über ihr Gepäck

Ein Wohnmobil ist sowohl der fahrbare Untersatz als auch das Zuhause von Reisenden – samt Küche, Bad und Schlafzimmer. Anders als beim Fliegen haben Urlauber hier die Möglichkeit, zu entscheiden, wie viel Gepäck sie mitnehmen. „Wir beschränken uns auf das Essenzielle“, erklärt Paul. „Das hilft dabei, zu erkennen, was wichtig ist und was nicht.“ Digital Detox inklusive.

Doch auch ein gegensätzlicher Ansatz ist denkbar. Denn im Wohnmobil haben Reisende Platz für Inliner, das eigene Fahrrad oder ein Surfbrett. Das schätzen insbesondere Sportler und Familien. 

6. Im Wohnmobil treffen Urlauber auf Gleichgesinnte

Wer schon mal auf einem Campingplatz war, weiß: Hier hält die Community zusammen. Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft stehen auf der Tagesordnung. „Man trifft Gleichgesinnte, mit denen man vielleicht ein Lagerfeuer macht oder ein Bier trinkt“, weiß Jasmin. Auf diese Weise lernten Urlauber Menschen aus aller Welt kennen. 

Andererseits hätten Reisende auch hier die Möglichkeit, zu entscheiden, ob und wann sie Kontakte knüpfen. „Wer lieber allein ist, verzichtet einfach auf den Campingplatz“, erklärt Jasmin. Zudem hätten Urlauber die Möglichkeit, wegzufahren, wann immer ihnen danach ist. Manchmal brauchen wir eben alle unsere Ruhe.

7. Urlaub im Wohnmobil: Bye-bye, Massentourismus!

All-inclusive-Urlaube sind nicht jedermanns Sache. Das liegt mitunter an den vielen Touristen, die sich in Hotels tummeln: Zum einen gehören Diskussionen um Liegen am Pool oder ein Stückchen Strand beinahe zur Tagesordnung. Zum anderen sind die Städte rund um ein Hotel meist völlig überfüllt. 

Reisende, die mit einem Wohnmobil unterwegs sind, trotzen dem Massentourismus – und genießen dadurch oftmals mehr Ruhe im Urlaub. Und ist der idyllische Campingplatz doch einmal überfüllt, haben Wohnmobil-Liebhaber jederzeit die Möglichkeit, die Flucht anzutreten. 

8. Die Reise im Van ist günstiger als All-inclusive-Urlaub

Dass sich die Kosten bei Reisen Stück für Stück summieren, ist klar. Dennoch fallen die Kosten für Flüge und Hotelaufenthalte bei Urlauben im Wohnmobil weg. Dadurch sind sie in der Regel günstiger als Pauschalreisen – trotz der Tatsache, dass Spritkosten anfallen. 

Dadurch bieten sich vor allem mehrköpfigen Familien zahlreiche Möglichkeiten bei der Urlaubsplanung. Das hotelinterne Spaßprogramm fällt zwar weg. Stattdessen lockt aber die Natur mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Der Nachwuchs beschwert sich also garantiert nicht. 

9. Im Wohnmobil sind auch Haustiere willkommen

Neben romantischen Augenblicken unter freiem Sternenhimmel und sagenhaften Aussichten auf Bergpanoramen und Co. bietet der Urlaub im Wohnmobil auch einen Vorteil für Tierbesitzer. Denn hier sind Fellnasen willkommen. „Das ist in Hotels nicht unbedingt der Fall“, sagt Jasmin. „Und selbst wenn, überlegt man sich als Besitzer zweimal, ob Vierbeiner mit ins Flugzeug gehören.“ 

Ein guter Punkt. Denn unabhängig davon, welchen Stress ein solcher Transport für Tiere bedeutet, gibt es beim Flug einiges zu beachten, zum Beispiel das Mitführen eines EU-Heimtierausweises. Hinzu kommen kostspielige Aufpreise und die Vorschriften des jeweiligen Reiseziels. 

10. Im Van wahren Urlauber ein hohes Maß an Anonymität

Die Chance, im Urlaub auf Bekannte oder Arbeitskollegen zu treffen, ist in einem Hotel weitaus höher als in einem Wohnmobil. Für viele Urlauber gilt auch dieser Punkt als Vorteil. Denn wer die Anzughose gegen eine Badehose tauscht, verdient aller Wahrscheinlichkeit nach Ruhe. 

Hinzu kommt die Hotel-Etikette. Hier lautet das Motto: „No shaves, no service.“ Auf den eigenen vier Rädern hingegen ist auch diese Regel kein Problem. Denn hier entspannen Reisende so, wie sie entspannen wollen – ob mit oder ohne Rasur.