Wer Urlaub in Österreich machen will, der kann das als Deutscher aktuell ohne Probleme. Die Grenzen zu unserem Nachbarland sind geöffnet, die Einreise ist uneingeschränkt möglich.

So ist die Coronavirus-Lage in Österreich

Allerdings gelten für acht der neun Bundesländer in Österreich ab dem 24. Oktober Reisewarnungen, da das RKI sie als Corona-Risikogebiete eingestuft hat. Die Regelungen treten dann für Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark in Kraft. Tirol, Vorarlberg und Wien sind bereits seit Wochen als solche eingestuft. Davon ausgenommen sind nur noch das Bundesland Kärnten sowie die Gemeinde Jungholz in Tirol und Mittelberg/Kleinwalsertal in Vorarlberg.

Insgesamt wurden in Österreich bisher 71.844 Fälle gemeldet, 941 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19. Zuletzt stiegen die Zahlen in dem Land wieder extrem an. Die durchschnittliche Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 128,70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand: 22. Oktober).

Welche Regeln gelten für Urlauber während der zweiten Corona-Welle? Der reisereporter gibt dir den Überblick.

Diese Regeln gelten bei der Einreise nach Österreich

Das Auswärtige Amt warnt zwar vor Reisen nach Österreich, aber dabei handelt es sich nicht um ein Reiseverbot. Allerdings müssen Rückkehrer aus den Risikogebieten in Deutschland in Quarantäne, es sei denn sie können einen negativen Corona-Test vorlegen. Ab dem 8. November soll in Deutschland eine neue Quarantäne-Regelun in Kraft treten: Demnach sollen Rückkehrer die Quarantänepflicht erst fünf Tage nach der Rückkehr mit einem Corona-Test aussetzen können. 

Die Einreise nach Österreich ist derzeit für deutsche Touristen uneingeschränkt möglich. Sie benötigen keinen Corona-Test, auch wenn sie aus einem Risikogebiet in Deutschland einreisen. Denn in Österreich gilt die Einstufung durch die österreichische Bundesregierung, und aktuell gilt Deutschland als Land, aus dem man ohne Covid-Test einreisen darf.

Grundsätzlich ist die Einreise für die meisten EU-Mitgliedsstaaten uneingeschränkt möglich. Ausnahmen sind aktuell Bulgarien, Kroatien, Portugal, Rumänien, Spanien – außer Kanaren – und Schweden (Stand: 22. Oktober).

Voraussetzung ist, dass die einreisenden Touristen ihren Wohnsitz in einem dieser Länder haben und innerhalb der vergangenen zehn Tage nicht in einem Staat mit höheren Corona-Infektionszahlen waren. In diesem Fall müssen sie einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Die aktuelle Länderliste gibt es beim österreichischen Gesundheitsministerium. 

Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland gibt es nicht mehr, Autofahrer müssen aber trotzdem mit stichprobenartigen Kontrollen rechnen. Auch die Anreise mit der Bahn ist problemlos möglich.

Seit Samstag, 17. Oktober, bis vorerst 1. November ist die Gemeinde Kuchl im Bezirk Hallein (Salzburg) unter Quarantäne. Eine Einreise ist dort nicht ohne Weiteres möglich.

Die Regeln bei der Durchreise nach dem Kroatien-Urlaub

Wichtig für Reisende, die aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, dem Kosovo, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Rumänien oder Serbien über Österreich nach Deutschland fahren wollen: Sie müssen Österreich ohne Zwischenstopp durchqueren. Ein zusätzlicher Urlaub in unserem Nachbarland auf der Rückreise ist nicht möglich.

Grund dafür sind die hohen Corona-Zahlen in den genannten Ländern. Es finden aus diesem Grund auch verstärkt Gesundheitskontrollen am Brenner statt. Außerdem finden stichprobenartige Kontrollen auf der Brenner-Bundesstraße und an den Grenze zu Ungarn, Slowenien und Italien statt.

Österreich: Diese Corona-Regeln gelten für Touristen 

In Österreich beträgt der Mindestabstand einen Meter. Hotels, Restaurants und touristische Einrichtungen sind geöffnet. Es gelten aber wie in Deutschland Schutzmaßnahmen, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie einzudämmen.

Darunter fällt zum Beispiel eine Mund-und-Nasen-Schutz-Pflicht in folgenden Situationen: beim Lebensmitteleinzelhandel, in Supermärkten, Tankstellen, Bank- und Post-Filialen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und Innenbereichen von Ausflugsschiffen, im Gesundheitswesen einschließlich Apotheken, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ohne zugewiesenen Sitzplatz.

In den Bergbahnen gilt neben der Maskenpflicht außerdem ein Mindestabstand von einem Meter.  

Corona-Krise: Die Einschränkungen in österreichischen Hotels

Im Eingangsbereich und an der Rezeption in Hotels gilt eine Maskenpflicht. Hoteleigene Wellness-Einrichtungen können wieder genutzt werden. Sogar Buffets sollen unter der Berücksichtigung gewisser Hygienemaßnahmen erlaubt sein.

Auch Berghütten sind geöffnet, eine Übersicht gibt es beim Deutschen Alpenverein. In den Hütten gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kojen. Wanderer sollen ihre eigenen Schlafsachen mitbringen. Wichtig außerdem: Auf schmalen Bergwegen und Steigen gilt eine Maskenpflicht, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Winterurlaub in Österreich: Kann ich Ski fahren?

Ein Winterurlaub ist grundsätzlich in Österreich möglich – die Skisaison soll unter Corona-Auflagen ermöglicht werden. Eine Hiobsbotschaft dürfte für viele Ski-Fans das Après-Ski-Verbot sein. „Unser Ziel ist es, den Winterurlaub zu ermöglichen. Die Touristen sollen einkaufen, Wellness-, Kultur- sowie Skiurlaub machen können – Après-Ski wird aber nicht möglich sein“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Dabei sei einfach die Ansteckungsgefahr zu groß. 

Kann ich meine Reise nach Österreich stornieren?

Es ist eine der aktuell meistgestellten Fragen unter Touristen: Dürfen Urlauber bei einer Reisewarnung oder der Einstufung als Risikogebiet grundsätzlich kostenlos stornieren?

Entscheidende Voraussetzung für das Recht auf eine kostenlose Stornierung ist nach den gesetzlichen Regelungen, dass am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände“ auftreten, welche die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Menschen an den Zielort erheblich beeinträchtigen. So steht es auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Das bedeutet: Eine Reisewarnung der Bundesregierung ist zwar ein starkes Indiz für die Möglichkeit der kostenfreien Stornierung, aber keine Garantie. Und auch ohne die Einstufung können die Voraussetzungen gegeben sein.

Generell gilt: Jeder Tourist hat vor Antritt einer Pauschalreise die Möglichkeit, ohne Angabe von Gründen vom Reisevertrag zurückzutreten. Er ist dann jedoch verpflichtet, dem Reiseveranstalter eine „angemessene Entschädigung“ zu zahlen (Stornogebühr, Paragraf 651h BGB).

Flug oder Hotel stornieren: Geht das kostenlos?

Individualreisende, die alle Leistungen (Flug, Hotel, eventuell Mietwagen) einzeln gebucht haben, könnten größere Probleme bei der Stornierung bekommen. Denn: „Bei einem gebuchten Flug trägt immer der Passagier das Verwendungsrisiko“, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Wenn Urlauber am Reiseziel also grundsätzlich einreisen dürfen, wird eine kostenfreie Stornierung sehr schwer, da keine Argumentationsgrundlage gegeben ist. In einem Fall aber ist eine kostenfreie Stornierung möglich: „Sollte ein Einreiseverbot herrschen oder Quarantäne-Pflicht, dann kann das ein Stornierungsgrund sein.“ Außerdem bieten viele Airlines derzeit aus Kulanz kostenlose Umbuchungen an.